Blick in die Tiefe: Stehen alle Türen offen, ist der Raum ziemlich groß vom Doppelbett bis zur Dinette. An der finden bis zu fünf Personen Platz.

Was erblickt der Urlauber, der mit seinem Bürstner Lyseo t 734 endlich auf dem Stellplatz steht, die Frontsitze dreht, um gemütlich am Tisch zu sitzen und sich ein Bier aufzumachen gedenkt? Er sieht einen Innenraum, der je nach Stellung der Wände größer oder kleiner ist.

Stellung der Wände? Wie funktioniert denn das? Ganz einfach: Bürstner hat für den Lyseo Türen ausgeklügelt, mit denen sich der Grundriss des Teilintegrierten einteilen lässt in einen Wohnraum, ein überdimensioniertes Bad und einen abgeschlossenen Schlaftrakt.

Okay, ganz so einfach ist es nun doch nicht. Jede dieser Konstruktionen verdient eine eigene Betrachtung. Schließlich wirkt sich der Raum, wie auch immer er aufgeteilt ist, unmittelbar auf das Leben in dem 7,49 Meter langen Mobil aus.

Denn mit dem Willkommensbier ist das so eine Sache, zumindest, wenn es aus dem Kühlschrank kommen soll. Der steht hinter der Winkelküche auf der Fahrerseite. Doch zwischen Küchenblock und dem 145 Liter großen Kühlaggregat verbirgt sich ein daumendicker Spalt, der vom Boden bis zur Decke reicht und innen mit Filz gepolstert ist.

Diese Nut ist Teil jenes Tricks, mit dem Bürstner das Bad in dem Teilintegrierten vergrößert: Sie nimmt das Ende der äußeren von zwei Ziehharmonikateilen auf. Die warten an der Innenseite der 47 Zentimeter breiten Badtür zusammengeklappt auf ihren Einsatz. Wie lange deren Scharniere diese Last klaglos tragen, bleibt allerdings abzuwarten.

Entfaltet riegeln diese drei mit Klavierband zusammenhängenden Elemente die Nasszelle nach vorn zum Wohnraum hin ab – optisch: Geräusche und Geruch dringen weiterhin nach vorn. Arretiert sitzt die Konstruktion in besagter Fuge. Und dahinter, also dann im erweiterten Bad, verbirgt sich der Kühlschrank mit dem Bier drin.

Separat: Die Dusche ist in einer extra Kabine des Bades untergebracht. Ohne die zusätzliche Tür wäre die Nasszelle sehr eng.

Vorteil: In diesem Raum zieht sich der Urlauber unbeobachtet um. Dazu wäre das eigentliche Bad gegenüber der Küche mit seiner Tiefe von 75 Zentimetern viel zu eng. Das wirkt auf den ersten Blick zwar nicht so, zumal die Dusche separiert ist, doch Waschbecken und Toilette lassen für Tätigkeiten wie Umziehen nicht genug Raum. Außerdem rauben die zusammengefalteten Ziehharmonikateile dem Innenraum bei geschlossener Badtür zusätzlich 6,5 Zentimeter an Tiefe.

Das so entstandene Ankleidezimmer hat nach hinten Zugang zu den Kleiderschränken. Fächer für Wäsche befinden sich in einem Schrank auf der Fahrerseite an der Rückwand neben dem Queensbett. Auf der anderen Seite finden Jacken und Hemden/Blusen, die hängen müssen, ihren Platz. In Dachstauschränken über der Liegefläche verschwinden T-Shirt, Unterwäsche und Socken.

Gemütlich: Das Queensbett ist bequem für zwei. Das Hubbett dient sich einer großen oder zwei kleineren Personen an.

Wer schon mal in dem Schlafabteil wandelt, möchte sich vielleicht auf der 193 mal 145 Zentimeter großen Matratze des Queensbetts zu einem Nickerchen ausstrecken. Sie ist trotz ihrer an den Fußenden abgerundeten Ecken lang genug und bequem obendrein. Dabei macht sich auch der Lattenrost bezahlt.

Um gänzlich zu entspannen, lässt sich der Ruheraum zu einem echten Schlafzimmer verwandeln. Dazu schließt der Reisende einfach eine Schiebetür, die auf der Badseite ein Riegel fixiert. Diese Tür garantiert einerseits Ungestörtheit im hinteren Teil des Mobils. Andererseits trennt sie klar die Temperaturen an Bord: schlafen lieber kühl, dafür im beheizten Wohnraum behaglich an der Halbdinette sitzen.

Mehr zu Sitzgruppe, Winkelküche, Hubbett und Technik im Bürstner Lyseo t 734 lesen Sie im Wohntest in der Februar-Ausgabe von Reisemobil International.

Technische Daten
Fahrgestell: Fiat Ducato, 2,3-Liter-Turbodiesel mit 130 PS, Fiat-Tiefrahmenchassis, Sechsgang-Schaltgetriebe
Maße und Massen: (L x B x H) 749 x 230 x 295 cm, Radstand: 430 cm, Stehhöhe: >184 cm, zul. Ges.-Masse: 3.500 kg
Aufbau: Dach: 30 mm GfK-Sandwich, Wände: 30 mm Alu-Sandwich, Boden: 41 mm GfK-Sandwich, Isolierung: Styropor; Boden aufgedoppelt, zweiter Boden 21 mm
Betten: Queensbett 193 x 145 cm, Hubbett 200 x 132 cm
Füllmengen: Frisch-/Abwasser: 120/90 l, Gas: 2 x 11 kg
Serienausstattung (Auszug): Rahmenfenster, Aufbautür mit Fenster, Heizung: Truma Combi 6, Kühlschrank: 145 l, durchweg LED-Beleuchtung, Aufbaubatterie 90 Ah, LED-Vorzeltleuchte, Service Unit (Zentrale Ver- /Entsorgung)
Extras: Chassis-Paket/Klima-Automatik: Airbag Beifahrer, Klimaanlage Fahrerhaus und mehr (3.378 Euro)
Testverbrauch: 10,7 Liter/100 km
Grundpreis: 54.990 Euro
Testwagenpreis: 68.510 Euro

Text und Fotos: Claus-Georg Petri

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