Dauertest Teil 3: Ein Carthago für alle Fälle

Es sind die kleinen Dinge, die sich erst im Laufe der Zeit als besonders wertvoll erweisen – oder aber als besonders unpraktisch. Quietscht das Hubbett auch nach mehr als 10.000 Kilometern nicht? Ist der Kühlschrank auch für vier Personen groß genug? Und lässt sich die Heckgarage tatsächlich so einfach beladen wie es den Anschein hat? Daher der Dauertest: Mehrere Tester, unterschiedliche Reisen und das über einen längeren Zeitraum. Arbeitstitel: Nichts ist so hart wie der Alltag. Der Carthago C-Compactline I 138 hat diesen Dauertest durchaus positiv absolviert.

Beim Urlaub auf Korsika machten sich die kompakten Maße des Carthagos bezahlt. Sowohl bei der Überfahrt mit der Fähre als auch auf den kurvenreichen Inselstraßen (siehe oben). Foto: Reinhard Grässer

Von Anfang Juni bis Anfang November war der Compactline für die Redaktion im Einsatz. Knapp 13.500 Kilometer legte er in dieser Zeit zurück. Mal diente er nur ein Wochenende lang als Hotelzimmer beim Städtetripp, mal führte es den Integrierten mehrere Wochen lang quer über die Alpen oder einmal um Korsika herum. Worin sich alle Tester einig waren: Der Carthago ist eine gute Kombination aus kompaktem, wendigem Fahrzeug und gut ausgestattetem Reisemobil mit Platz für vier Personen. (Fast) alles drin, alles dran – und das auf möglichst wenig Raum.

Die Eckdaten
6,40 Meter lang, 2,12 Meter breit, 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse. Schon die nackten Zahlen weisen den Compactline als kurz, schmal, wendig und leicht aus – und machen ihn damit zum idealen Fahrzeug für alle, die bei so manchem „Riesen“ Bedenken in Bezug auf die Nutzbarkeit auf kleinen, schmalen Straßen haben. Der Al-Ko-Tiefrahmen spezial „light“ spart Gewicht und ermöglicht einen 17 Zentimeter hohen, beheizten Doppelboden, der nicht nur zusätzlichen, von innen beladbaren Stauraum bietet. Er nimmt auch die Bordtechnik auf und macht den Compactline so mit Fußbodenheizung zum gut isolierten, wintertauglichen Reisemobil. Ein weiterer Pluspunkt: Trotz des Doppelbodens kommt Carthago im Innenraum komplett ohne Stufen aus. Keine Stolperfallen, keine ärgerlichen Hindernisse – top.

Nicht nur der Al-Ko-Tiefrahmen spezial „light“, auch der holzfreie Aufbau aus jeweils 38 Millimeter starkem Aluminium-(Wände) und GfK-Sandwich (Dach und Boden) und der Möbelbau in bewährter Leichtbauweise sparen Gewicht. So bleiben bei einer gewogenen Leermasse von 2.882 Kilogramm üppige 618 Kilo Zuladung. Mit zwei Campern und Gepäck bleiben noch 206 Kilogramm über die Normbeladung hinaus – das sollte einem Paar reichen. Bei vier Personen bleibt eine Restzuladung von 36 Kilogramm. In diesem Fall reicht die 3,5-Tonnen- Variante knapp aus. Wer dann allerdings noch eine Markise montiert und schwere Sportgeräte einpacken möchte, sollte über eine Auflastung nachdenken. Der Compactline wird auch mit 3,70, 3,85 und 4,25 Tonnen angeboten.

Den Heckrahmen gestaltet Carthago aus vier Teilen, die Stoßstange ist separat und somit im Falle eines Schadens recht einfach und günstig zu ersetzen. Fahrer- und Beifahrerairbag, ABS, elektronische Wegfahrsperre, ESP, ASR und Hillholder gehören zur Serienausstattung.

Der Grundriss

Kollegin Julia Löffler und Sohn Elias machten es sich in Küche und Sitzgruppe gemütlich. Dank des zusätzlichen Seitensitzes konnte die kleine Familie hier sogar zu dritt sitzen, ohne die Pilotensitze drehen zu müssen. Foto: Julia Löffler

Halbdinette mit drehbaren Fahrersitzen, Seiten-Quersitz und verschiebbarer Tisch, darüber ein Hubbett, dahinter Längs-Bad mit separater Duschkabine, kompakte Längsküche und im Heck das Querbett: Der Grundriss ist klassisch, bei einem Reisemobil dieser Länge aber auch kaum anders zu realisieren. Trotz seiner geringen Länge und Breite kommt im Carthago Compactline trotzdem kein Gefühl der Enge auf. Die Betten mit einer Größe von 192 mal 140/130 (Heckbett) und 180 mal 155 Zentimetern (Hubbett) sind auch größer gewachsenen Personen groß genug. Und auch im Durchgang zwischen Küche und Bad bleibt ausreichend Platz, so dass zwei Personen aneinander vorbeigehen können. Das Bad ist mit separater Duschkabine gut dimensioniert und bietet reichlich Schränke und Ablagemöglichkeiten.

Unter dem Querbett findet sich die Heckgarage, die mit 205 mal 95 mal 115 Zentimetern reichlich Platz für sperriges Gepäck, Fahrräder und andere Sportgeräte bietet. Dieses lässt sich durch die beiden Türen gut einladen. Auch dass der unter dem Heckbett platzierte Kleiderschrank bei voller Nutzung nach hinten in die Garage ausfährt, ist kein Problem. Selbst dann bleibt noch genug Platz. Was im Testfahrzeug scheinbar fehlt, sind Zurrösen. Einige Tester behalfen sich zunächst damit, die Garage mit leeren Koffern aufzufüllen, um das Gepäck gegen Verrutschen zu sichern. Eine der letzten Test-Crews entdeckte die Zurrösen dann jedoch im beiliegenden Bordbuch – Problem gelöst.

Ein Kommentar

  1. Horst von Eicken 22. März 2017 um 17:43 Uhr

    80.000€ sind einfach zu teuer,ok Doppelboden Wintertauglich na ja fuer die hälfte habe ich mein Dethleffs-Globebus gekauft .Zur Zeit 10 Jahre alt.Eura mit Doppelboden gefahren nach15 Jahren mir unterm Hintern durchgefault.Mache auch keinen Winterurlaub mehr mit Reisemobil.

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