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Portrait: 10 Jahre Morelo Reisemobile

Feste Größe

Luxuriöse Liner, ein hochmodernes Werk und der Anspruch, zu den Großen zu gehören: Morelo Reisemobile im fränkischen Schlüsselfeld hat seinen Platz am Markt gefunden. Und zeigt sich gastfreundlich – mit einem Stellplatz für Reisemobile aller Marken.

Gern denken wir an die ersten Stunden zurück“, schmunzelt Jochen Reimann. Dabei erinnert er sich an jene Zeit, in der er seine Vision wahr werden ließ: Am 1. Februar 2010 gründete er die Morelo Reisemobile GmbH. Ein Werk gab es damals noch nicht, das entstand erst ab dem 21. August 2010 im fränkischen Schlüsselfeld.

Damit avancierte der kleine Ort zur Hochburg reisemobiler Kostbarkeiten. Schließlich sind hier Concorde und Phoenix schon lange ansässig. Und seit zehn Jahren eben auch Morelo. Die Produktion hochwertiger Freizeitfahrzeuge aller drei Marken ist größter Arbeitgeber am Ort.

Morelo Reisemobile: Erste Liner entstehen

Doch all das war für Morelo 2010 noch nicht absehbar. Jene ersten Tage, Wochen und Monate voller Verzicht waren hart, und diese Zeit schweißte das damals kleine Team zusammen. Design musste gefunden und der Musterbau in Angriff genommen werden. Mit viel Herzblut entstand der erste Liner in einer kleinen, unisolierten Blechhalle – im Winter Eisschrank, im Sommer Backofen.

Allen Widrigkeiten zum Trotz stand dieses Luxusmobil am 25. August 2010 auf dem Caravan Salon. Ein Meilenstein für die Marke, die sich damit am Markt erstmals positionierte – erfolgreich: Nur mit dem Prototyp und einer Bauskizze des geplanten Werks verkaufte Morelo in Düsseldorf acht Fahrzeuge.

Den Prototypen selbst überließ Jochen Reimann übrigens zusammen mit dem seit 1. Juni 2011 zur Geschäftsführung gehörigen Reinhard Löhner an den ersten Morelo-Händler Jörg Ziesener in Elze. Mittlerweile ist das Fahrzeug wieder zurück in Schlüsselfeld, wo es im Showroom am Werk präsentiert wird. Das erste Jahr gab Morelo ordentlich Auftrieb. Das erkannten auch die Zulieferer, die das junge Unternehmen unterstützten, wo es nur ging.

Blick auf das Werksgelände aus der Vogelperspektive.
Foto: Morelo

Knaus Tabbert steigt ein

Der wahre Start für Morelo war der Beginn der Serienproduktion am 1. Februar 2011, als erstmals die Baureihen Palace und Manor vom Band liefen. Insgesamt baute die Marke in diesem Jahr schon 96 Reisemobile.

Außerdem wurde am 27. Juli 2011 HTP Investments, auch bei Knaus Tabbert aktiv, bei Morelo Mitgesellschafter. „Die Zukunft war damit gesichert“, sagt rückblickend Geschäftsführer Reinhard Löhner. Geld wurde gebraucht, etwa, um auf dem Caravan Salon 2011 vier neue Fahrzeuge präsentieren zu können.

 

Morelo erhält Bayerischen Gründerpreis

Dem Engagement folgte schließlich Anerkennung: Am 7. Mai 2012 erhielt Morelo den Bayerischen Gründerpreis in der Kategorie Start-up. Grund zu feiern – mit den ersten Morelo Open in Schlüsselfeld. Das große Fest für Reisemobilisten aller Marken sollte sich als feste Einrichtung im Kalender etablieren – und als geeignete Maßnahme, Kunden zu binden.

Im August 2012 startete Morelo die Serien der Modellreihen Palace Alkoven und Loft. Ein Jahr später kam die Baureihe Home auf Fiat Ducato dazu. Auf Messen wie dem Caravan Salon und der CMT ist Morelo seither stets vertreten – unübersehbar und am Markt angekommen. Die Jahresproduktion kletterte 2014 auf 189 Fahrzeuge. Am 23. Juli verließ der 500ste Morelo das Werk, und der Home ist seit dem Caravan Salon auch auf Iveco Daily, der Palace auf Eurocargo light erhältlich.

Die Kunden goutieren die Entwicklung der Marke: 2014 erhielt Morelo gleich acht Mal die begehrte König-Kunde-Auszeichungen im Rahmen der Zufriedenheitsstudie von Reisemobil International. „Wir sind stolz, dass unsere Fahrzeuge so gut ankommen“, beteuerte Reinhard Löhner. Sichtbar wurde der Zusammenhalt auch bei den Morelo Open 2015: Genau 287 Reisemobile aus ganz Europa kamen am 1. Mai nach Schlüsselfeld. Die Marke steigerte ihre Produktion auf 253 Fahrzeuge, und am 23. Juni lief der 750. Morelo vom Band.

Bildergalerie

Große Investitionen

Grund genug, das Werk zu erweitern. Morelo investierte 3,8 Millionen Euro und weihte den Neubau am 18. April 2016 ein. Schon einen Monat später verließ das 1.000ste Mobil der Marke die Produktion. Und: Morelo belegte in allen sechs Kategorien des König Kunde Awards von Reisemobil International Platz 1 und präsentierte 2016 auf dem Caravan Salon den Empire Liner.

Ein Jahr später bekam das Flaggschiff der Marke eine Porschegarage. Die Jahresproduktion stieg 2017 auf 338 und 2018 auf 383 Mobile. Am 22. November 2017 baute Morelo sein 1.500stes Fahrzeug. Zum 1. Januar 2018 beschäftigte Morelo 300 Mitarbeiter und verkaufte auf dem Caravan Salon im August 112 Reisemobile – neuer Rekord für die Marke.

Das Jahr 2019 war gekennzeichnet von weiteren Rekorden: Der 2.000ste Morelo rollte am 26. März vom Band, insgesamt stieg die Jahresproduktion auf 439 Fahrzeuge. Zu den Morelo Open kamen mehr als 600 Reisemobile aus ganz Europa. Außerdem wurde das Werksgelände um 55.414 Quadratmeter erweitert – ein luxuriöser Stellplatz mit 52 Parzellen inklusive.

„Natürlich dürfen bei uns Gäste mit Fahrzeugen aller Marken übernachten“, betont Reinhard Löhner. Am 1. August nahm Morelo zusätzlich ein neues Service- Center in Betrieb. Es hat eine Fläche von 7.200 Quadratmetern.

Wechsel in der Geschäftsführung

Dann ein Paukenschlag: Zum 1. Januar 2020 legte Morelo-Gründer Jochen Reimann auf eigenen Wunsch die Geschäftsführung nieder. Reinhard Löhner indes bleibt weiterhin Geschäftsführer, unterstützt wird er seither von Robert Crispens.

Seit März 2020 stand auch für Morelo Reisemobile das Jahr im Zeichen von Corona. Dem Virus zum Trotz zeigte sich die Marke auf dem Caravan Salon und präsentierte stolz den neuen Grand Empire. Von Krise keine Spur: Deutlich mehr dieser Luxus-Liner als zunächst erwartet verkaufte das Team auf der sichtbar ausgedünnten Leitmesse der mobilen Welt. Der Jahresumsatz war auf 100,3 Millionen Euro geplant.

Die Zeichen stehen bei Morelo weiterhin auf Wachstum. Morelo beschäftigt 350 Mitarbeiter, davon ein Dutzend Auszubildende. Wie es tatsächlich weitergeht, wird sich zeigen, wenn die Zeiten wieder normaler werden. Das dürfte 2021 werden – ein gutes Jahr, um wieder durchzustarten. Schließlich hat bei Morelo so richtig alles auch erst 2011 angefangen. Vor zehn Jahren.

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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