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Hymer-Personalleiter Ralph Albert im Interview

Recruiting in der Krise: So stellt Hymer Personal für die Werkserweiterung ein

Hymer erweitert den Standort Bad Waldsee im September um eine Chassis-Fertigung – und braucht dafür Personal. Wie geht Hymer den Fachkräftemangel an und wie sieht das Recruiting in der Krise aus? Hymer-Personalleiter Ralph Albert gibt Auskunft.

 

 

Welche Initiativen planen Sie für die personelle Besetzung der Werkserweiterung am Standort Bad Waldsee? Gibt es dabei neue, innovative Ansätze in der Personalbeschaffung?

Ralph Albert: Momentan befinden wir uns bereits mitten in der Personalbeschaffung für die neue SLC-Fertigung. Zentrale Schlüsselpositionen sind dabei bereits besetzt. Diese Mitarbeiter arbeiten schon direkt am Werksaufbau mit. Weitere qualifizierte Produktionsmitarbeiter werden wir wie gewohnt am Arbeitsmarkt beschaffen.

Wie viele offene Stellen sind durch die neue Produktionsstätte zu besetzen?

Albert: Zur konkreten Anzahl der entstehenden Arbeitsplätze können wir zu diesem Zeitpunkt keine Auskunft geben. Klar ist jedoch, dass wir zahlreiche Stellen für Fachkräfte schaffen und damit Bad Waldsee weiterhin als Heimat und wichtigsten Standort für unser Unternehmen betrachten – jetzt und in Zukunft. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir als börsennotiertes Unternehmen keine Aussagen zu Mitarbeiterzahlen machen können.

In welchen Bereichen und mit welchen Qualifikationen wird dabei Personal benötigt?

Albert: Wir werden in unserer SLC-Fertigung Fachkräfte aus den Bereichen Industrial Engineering, Entwicklung, Qualitätssicherung, Logistik sowie Mechatronik einsetzen.

Wie schätzen Sie die Aussichten ein, die offenen Stellen rechtzeitig zur Werkseröffnung im Herbst 2020 zu besetzen?

Albert: Wir sind bisher sehr gut im Timing, da wir bereits frühzeitig mit der Personalbeschaffung begonnen haben und uns auch weiterhin stark darauf fokussieren.

 

 

Sind Sie vom Fachkräftemangel betroffen? Wenn ja, welche Auswirkungen hat dieser in Ihrer Region? Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um diesem erfolgreich entgegenzuwirken?

Albert: Im Moment können wir Fachkräfte am Markt noch gut akquirieren. Wir setzen allerdings auch stark auf unsere eigene Ausbildungsabteilung. Momentan bilden wir z. B. zum Holzmechaniker (m/w/d), zum Industriekaufmann (m/w/d) sowie zur Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) aus, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Zudem ist unser Unternehmen in der Region als guter Arbeitgeber bekannt und genießt aufgrund seiner qualitativ hochwertigen Produkte und langjährigen Tradition am Standort ein sehr gutes Renommee.

 

Gibt es bei Hymer eine unternehmensweite Personalstrategie, auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel? Wenn ja, wie sieht diese aus?

Albert: Bei uns stehen die Mitarbeiter im Mittelpunkt unseres Unternehmens. Daher fördern wir interne Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen und führen regelmäßig unternehmensweite Bedarfserhebungen für Qualifizierungsmaßnahmen durch. Darüber hinaus bilden wir in elf verschiedenen Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen aus.

Des Weiteren setzen wir uns stark für ein gutes Betriebsklima ein, damit vorhandene Fachkräfte auch weiterhin gern und mit vollem Einsatz bei uns arbeiten. Beispiele dafür sind regelmäßige Betriebsfeste und Mitarbeiterveranstaltungen, die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten, betriebliche Gesundheitsförderung, die Hymer-Kita zur Unterstützung von Familien, verschiedene Betriebssportgruppen sowie Betriebliches Eingliederungsmanagement zur Krankheitsprävention.

 

Wie meistern Sie in der aktuellen Krisensituation die Herausforderungen im Umgang mit den Personaleinstellungen?

Albert: Trotz der aktuellen Situation rund um die Corona-Pandemie haben wir Einstellungsgespräche in den letzten Wochen geführt. Das erste Vorstellungsgespräch findet dabei in Form einer Video-Konferenz statt. Wider aller Erwartungen empfanden wir diese Form für ein erstes Kennenlernen positiver als gedacht.

Natürlich ersetzt eine Video-Konferenz aber kein persönliches Gespräch – daher findet das darauffolgende Auswahlgespräch persönlich in unserer Zentrale statt. Hier greifen dann unsere regulären Hygienemaßnahmen wie z.B. das Ausfüllen eines Fragebogens zur Gesundheit des Bewerbers beim Betreten des Gebäudes, das Tragen eines Mundschutzes, die Benutzung von Desinfektionsmittel sowie die Einhaltung eines Abstands von mindestens 1,5 Metern in unseren Konferenzräumen.

Trotz der ungewohnten Lage haben wir in den letzten Wochen Personal einstellen können, was uns natürlich außerordentlich freut.

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