Frankreich-Urlauber aufgepasst: Ab dem 1. April 2017 (kein Scherz) gelten im Nachbarland Umweltzonen und Vignettenpflicht auch für Urlauber. Schon Anfang Juli 2016 wurden in Frankreich die Umweltplakette Crit‘Air und Umweltzonen eingeführt, zunächst in Paris.

Ziel ist, die Luftverschmutzung zu reduzieren, vor allem Stickoxide und Feinstaub. Teil der Maßnahme ist, nur noch neueren Fahrzeugen die Zufahrt zu Umweltzonen zu gestatten. Bei der Crit’Air handelt es sich um eine Vignette, die auf die Windschutzscheibe geklebt wird. Es gibt sechs Kategorien, dargestellt durch sechs Farben. Damit sind die Fahrzeuge nach Kriterien wie Jahr der Erstzulassung und Abgaswerte eingeteilt.

Die Kommunen legen fest, welche Fahrzeuge mit welcher Vignette zu welcher Zeit in der Umweltzone zugelassen sind. Dies ist meist mit einem zusätzlichen Schild unter dem Zeichen der Umweltzone dargestellt. Sofern nicht anders kommuniziert, gelten die Einfahrverbote Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr.

Gegenwärtig dürfen Fahrzeuge noch mit allen sechs Kategorien in Umweltzonen hinein. Das wird sich im Lauf der nächsten Jahre ändern: Nur noch sauberen, energieeffizienten Fahrzeugen soll die Einfahrt erlaubt sein.

Derzeit gilt das jedoch nur für Paris im Stadtgebiet und innerhalb der Peripherie. Dort ist die Zufahrt seit 1. Juli 2015 für zu alte Lkw und Busse untersagt. Seit dem 1. Juli 2016 muss jedes Fahrzeug, das die Umweltzone in Paris befährt, eine Vignette tragen.

Fahrzeuge, die nicht in Frankreich zugelassen sind, etwa von Touristen, müssen die Vignette erst ab dem 1. April 2017 vorweisen, bis dahin reichen die Daten aus den Fahrzeugpapieren.

Direkt über die Seite des Ministeriums www.certificat-air.gouv.fr erhält man die Vignette deutlich günstiger. Sie kostet 3,70 Euro plus 4,80 Euro Porto also 8,50 Euro.

Die Webseite des französischen Umweltministeriums ist ein wenig unübersichtlich. Wahlweise auf französisch oder englisch wird man begrüßt. Nach einigen wilden rumgeklicke auf der Hauptseite, die viel erklärt, aber nicht wirklich weiterhilft, wurde der Link „Applying for your certificate“ oder „Demander son certificat“ im unteren schwarzen Balken gefunden. Nun folgen logische Abfragen, die sogar einigermaßen verständlich bebildert oder mit Hilfen hinterlegt sind. Nach der Angabe der wichtigsten Fakten des Reisemobils, der die Umweltplakette bekommen soll, muss ein Foto vom Fahrzeugschein Teil 1 hochgeladen werden und es folgt der Bezahlvorgang. Hier ist eine Kreditkarte notwendig oder Vpay. Wenn alles seine Richtigkeit hat, folgt das Fenster „Your order is recorded“ und wenige Minuten später bekommt man eine E-Mail mit der Ankündigung, dass der Bestellprozess nun läuft und eine Trackingnummer zur Nachverfolgung der Vorgangs.

Noch ist der Brief mit der Plakette nicht angekommen. Wir halten Sie hier aber über den Erhalt auf dem Laufenden.

Umweltzonen in Frankreich
Folgende Städte wollen in den nächsten Jahren Umweltzonen einführen: Avignon, Arras, Annemasse, Bordeaux, Cannes, Clermont-Ferrand, Champlan, Côte Basque-Adour, Dunkerque, Dijon, Epernay, Faucigny, Glières Bonneville, Grenoble (hier dürfen bereits ab 1. Januar 2017 Kleintransporter und Lkw ohne Crit‘Air-Klassifizierung das Stadtzentrum nicht mehr befahren), Lyon, Lille, Le Havre, Montpellier, Paris, Reims, Rouen, Saint-Etienne, Strasbourg, Saint Maur-des-Fossés, Toulouse, Vallée de la Marne.

Text: Claus-Georg Petri, Raymond Eckl, Foto: Atout France

2017-03-24T10:00:08+00:00 News|9 Kommentare

9 Kommentare

  1. Véronique Haas 22. Februar 2017 um 20:01 Uhr

    Eine Frage: sollen wir extra für Frankreich eine Plaquette kaufen ,obwohl wir eine grüne Plaquette aus Deutschland haben?das ist der reinste Wahnsinn…

    • Jürgen Raith 9. April 2017 um 16:12 Uhr

      Das ist das wahre Europa, hoffentlich kann man dann vor lauter Vignetten die Straße noch sehen

  2. W. Dammasch 23. Februar 2017 um 12:06 Uhr

    Ich will 2017 nach Frankreich, aber nicht nach Paris. Brauche ich eine Plakette?

    • Maren Schultz 23. Februar 2017 um 13:39 Uhr

      Hallo,

      das hängt davon ab, wo Sie hinwollen. Falls die jeweilige Stadt/Gemeinde eine Umweltzone eingerichtet hat, brauchen Sie eine Plakette. Ohne Plakette dürfen Sie ab 1. April 2017 in keine Umweltzone mehr fahren. Zunächst ist es aber egal, welcher Kategorie Ihr Fahrzeug und damit Ihre Plakette zugeordnet wird: Bis auf Paris dürfen Sie vorläufig jede Umweltzone mit jeder Plakette befahren. Erst in den kommenden Jahren werden die Einfahrtbeschränkungen nach und nach verschärft. Und lediglich die Hauptstadt verbietet bereits heute zu alten Fahrzeugen die Einfahrt ins Zentrum und in die Peripherie.

      Herzliche Grüße
      Maren Schultz
      Redaktion Reisemobil International

  3. Henry Trefz 23. Februar 2017 um 14:33 Uhr

    Liebe Frau Schultz! Sie sollten doch probieren, für Ihre Leser Mehrwert zu generieren, statt einfach etwas zu googeln und den erstbesten Anbieter mit seinen sechsfach überteuerten Preisen als einzige Option anzubieten.

  4. Helmut Görlich 23. Februar 2017 um 14:42 Uhr

    Wo gibt es diese Plakette zu kaufen? Beim ADAC in Deutschland oder nur Frankreich?

  5. Doorn 23. Februar 2017 um 15:01 Uhr

    Direkt in Frankreich (in English oder Französisch mit Kreditkarte) bestellen kostet auch für Ausländer nur etwa € 5,00 https://www.certificat-air.gouv.fr/fr/ Fast € 30,00 – wie Sie melden – ist viel zu viel!

  6. Urs 23. Februar 2017 um 17:42 Uhr

    Womo über 3,5t gelten als Bus oder als LKW?

  7. Hub Smeets 24. Februar 2017 um 10:02 Uhr

    Hallo, Wir fahren in May 2017 nach Engeland und haben die Fährer Dunkirchen-Dover gebucht.
    Brauchen wir dann auch eine Plakkette ?

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