Reisemobile stellen die Dioden aber vor eine andere Herausforderung. Denn im 12-Volt-Bordnetz müssen LEDs mit schwankenden Spannungen klar kommen. Zwischen 10,9 und 14,8 Volt liegt die Spannung der Bordbatterien – je nach Ladezustand. Ungeregelte LEDs, häufig zu erkennen an der Aufschrift „AC/DC 12V“ oder „AC 12V“ kommen mit diesen Spannungsschwankungen nicht zurecht. Sie sind ausschließlich für den Gebrauch bei konstant 12 Volt geeignet und brennen bei Überspannung im Zweifelsfall sogar durch.

Bei geregelten LEDs garantiert eine clevere Elektronik den problemlosen Betrieb der Dioden im Bereich von acht bis 30 Volt. Diese Vielseitigkeit bezahlt der Reisemobilist beim Kauf natürlich mit ein paar Euro mehr. Unter acht bis zehn Euro sind geregelte LEDs kaum zu bekommen, Billigpreise von vier bis fünf Euro sprechen für ungeregelte LEDs. Reisemobilisten sollten davon die Finger lassen.

Damit der Wechsel auf LED-Beleuchtung möglichst gut gelingt und sich die Bordcrew auch nach dem Tausch wohlfühlt, sollten Reisemobilisten auf folgende Punkte achten:
Leuchtstärke: Wie hell eine LED ist, gibt die Leuchtstärke an. Gemessen wird diese in Lumen. Für Reisemobile geeignete Leuchtmittel liegen zwischen rund 100 und knapp 300 Lumen.

Entscheidend dafür, wie hell eine LED tatsächlich wirkt, ist neben der Leuchtstärke auch der Abstrahlwinkel: Kleine Abstrahlwinkel von 30 bis 40 Grad eignen sich für Lesespots im Schlaf- oder Wohnbereich, Abstrahlwinkel von mehr als 120 Grad zur Ausleuchtung größerer Bereiche wie bei Deckenlampen über dem Esstisch. Ein Leuchtmittel mit 100 Lumen und 30 Grad Abstrahlwinkel wirkt dabei häufig deutlich heller als ein Leuchtmittel mit 300 Lumen und 120 Grad Abstrahlwinkel. Dabei tritt der gleiche Effekt auf wie bei einer Taschenlampe, deren Lichtkegel sich größer und kleiner stellen lässt. Je kleiner der Lichtkegel, desto heller wirkt das Licht der Taschenlampe – obwohl sich an der Leuchtstärke nichts ändert.

Ausschlaggebend dafür, wie angenehm LED-Licht wirkt, ist die Lichttemperatur, gemessen in Kelvin. Warmweißes Licht, das als gemütlich empfunden wird, hat bis zu 3.300 Kelvin. Zwischen 3.300 und 5.300 Kelvin spricht man von neutralweißem Licht, das sachlich und technisch wirkt. Tageslicht-weißes Licht hat mehr als 5.300 Kelvin. „Das gehört zwar in einen OP-Saal, aber sicher nicht ins Reisemobil“, erklärt Detlef Stendel, Inhaber von LED-Powershop. In Leselampen darf die Lichttemperatur etwas kälter sein, damit Buchseiten tatsächlich weiß und nicht gelb aussehen.

Austausch leicht gemacht

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Der Wechsel ist einfach. Zunächst die Abdeckung öffnen und das Leuchtmittel identifizieren – hier ein Halogenstiftsockelbirnchen mit seitlichem G4-Sockel.

2017-10-04T16:15:54+00:00 Ratgeber|0 Kommentare

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