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230-Volt-Lichtmaschine im Wohnmobil

Strom satt

Eine spezielle Lichtmaschine im Wohnmobil sorgt bei Bimobil für 230 Volt. Was bringt das und wie funktioniert die Technik?

Für seine Reisemobile bietet Bimobil ein exklusives Upgrade an: eine 230-Volt-Lichtmaschine. Die Investition sprengt so manches Reisebudget, löst aber essenzielle Probleme einer anspruchsvollen Bordelektronik.

Lichtmaschinen im Camper laden Starterund Bordbatterien – mit Gleichstrom. Soweit bekannt – und ein bewährtes Prozedere. Sehr viel weniger bekannt ist hingegen, dass eine Lichtmaschine 230 Volt erzeugen kann. Exakt so ein Modell bietet Bimobil seit geraumer Zeit für alle Sprinter- und Iveco- sowie einige Lkwund Unimog-Modelle an. Die Idee wurde von Stefan Christner, Geschäftsführer von Bimobil, geboren. Da er mit Tochter und seinen Hunden viel auf Achse ist, sollte auch der Aufbau während der Fahrt vernünftig gekühlt werden.

Technisch betrachtet ist es durchaus möglich, eine 230-Volt-Kompressorklimaanlage über den Wechselrichter und Strom einer herkömmlichen Lichtmaschine während der Fahrt zu betreiben, das System läuft aber am Limit, gleichzeitig komplett leere Bordbatterien zu laden, gelingt nicht. Außerdem bedeutet der Betrieb der Klimaanlage für die Bordbatterien enormen Stress.

Separater Keilriemen

Die 230-Volt-Lichtmaschine wird über einen separaten Keilriemen angetrieben und ihr Strom wird ähnlich einem Landstromanschluss direkt ins Bordnetz eingespeist.

Anders als bei herkömmlichen 12-Volt-Lichtmaschinen speist die von Bimobil den Strom nicht direkt in die Bordbatterien ein, sondern in den ICC 3000, ein Ladegerät/Wechselrichter-Kombigerät. Dieser schleift den Strom zur Klimaanlage durch. Stoppt der Motor, schaltet der ICC auf Bordstrom um. Die beiden Phasen hat er im Vorfeld synchronisiert. Das funktioniert nahtlos.

230-Volt-Lichtmaschine im Wohnmobil: Genug Energie für eine Klimaanlage

Beachtlich: Die Lichtmaschine liefert schon im Standgas 2,5 Kilowatt. Bei geringer Drehzahl auf der Autobahn liegen fünf kW an. Genug Energie, um die Klimaanlage zu betreiben und gleichzeitig leere LiFePO4-Batterien in Rekordzeit zu laden – und das mit stattlichen 120 Ampere. Das ist schon beachtlich. Zudem bekommt der Kunde ein Rundumsorglospaket. Auf einen Generator an Bord kann er komplett verzichten. Schon kürzeste Motorlaufzeiten garantieren über die 230-Volt-Lichtmaschine einen wirklich attraktiven Ladestrom.

Bei der Entwicklung arbeitete Bimobil eng mit den Technikern von Büttner Elektronik zusammen. Die Komplexität der Lösung erforderte einen detaillierten Pflichtenkatalog. Zusammen suchten die Unternehmen einen Lichtmaschinenhersteller in Deutschland, der die hohen Qualitätsansprüche von Bimobil und Büttner in voller Breite abdecken kann.

Was offensichtlich gelungen ist: Die Qualität der Lichtmaschine im Wohnmobil überzeugte vom Start weg und ist schon in einigen Kundenfahrzeugen im Dauereinsatz. Der Preis für das Komplettsystem ist durchaus kernig. Für das Paket mit zwei 180-Ah-LiFePO4- Batterien und dem ICC 3000 beläuft sich der Preis beim Kauf eines Fahrzeugs auf über 22.000 Euro – immerhin fertig verbaut.

Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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