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Technik-Ecke: Dachdurchführungen richtig verkleben

Neue Sat-Anlage

... und warum alte Bauteile weichen müssen.

Soll ein Kabel durchs Dach des Reisemobils gezogen werden, muss eine Dachdurchführung am Wohnmobil her. Diese wird fachmännisch ohne Schrauben verklebt, hält bombenfest und garantiert perfekte Wasserdichtigkeit an der Kontaktstelle. Die Kabel, ganz egal ob für Solar- oder Sat-Anlage, werden durch integrierte Kabeldurchgänge mit Schraubverschlüssen und speziellen Runddichtungen gezogen.

So weit, so gut. Wäre es da nicht sinnvoll, die ohnehin schon auf dem Dach befindliche Dachdurchführung zu nutzen – beispielsweise wenn eine neue Sat-Anlage auf dem Dach montiert wird? Alte Anlage runter, neue drauf, Kabel durch alte Dachdurchführung ziehen – fertig.

Tatsächlich liefern Hersteller von Sat-Anlagen, wie beispielsweise Crystop oder Ten Haaft, ihre Anlagen mit vorkonfektioniertem Kabelsatz samt fix montierten Steckern. Die Kabel sind daher schon durch die neue, im Kabel integrierte Dachdurchführung gezogen. So muss bei der Montage kein Kabel durchtrennt oder Stecker montiert werden. Das reduziert Fehler bei der Montage und garantiert eine höhere Ausfallsicherheit. Würde man nun alte Dachdurchführungen verwenden wollen, müssten Kabel getrennt und/oder Stecker entfernt werden, um das Kabel durch die vergleichsweise schmale Kabeldurchführung ziehen zu können. Danach müssten die Kabel und/oder Stecker wieder richtig montiert werden.

Michael Sailer von Ten Haaft erklärt: „Unser Modell Caro wurde immer wieder verbessert und überarbeitet. Die Caro gab es anfangs mit einem 14-poligen-Anschlusskabel, danach haben wir auf vierpolig umgestellt, die aktuelle Caro ist mit Einkabeltechnik ausgestattet. Die Dachdurchführungen wurden stets angepasst, somit ist gewährleistet, dass diese absolut dicht sind und kein Wasser eindringt.“

Auch das Trennen und erneute Verbinden von Kabeln ist für versierte Monteure sicherlich keine unlösbare Aufgabe. Und – wenn professionell und richtig ausgeführt – auch kein Ausschlusskriterium, wenn es um die Frage von Garantieansprüchen geht. Sind Bauteile fachgerecht miteinander verbaut, greift die Garantie. Das gilt es dann im Einzelfall aber immer zu prüfen – und für den Kunden nachzuweisen.

Am Ende ist es für Kunde und Monteur sicherlich einfacher, die alte Durchführung zu entfernen und die neue zu verkleben.

Apropos Verkleben: Wer Zubehör auf dem Dach seines Campers verklebt, sollte sich bei der Durchführung minutiös an die Vorgaben des Klebstoffherstellers halten – auch mit Blick auf Vorbereitung und Ablüftzeiten.

Dies gilt ganz besonders, wenn durch Verklebung eine hochfeste Verbindung entstehen soll, beispielsweise bei der Fixierung der Halter von Solarmodulen. Aktuell bietet einzig Büttner Elektronik ein Klebe-Set an, das vom Klebstoffhersteller Sika in einem aufwendigen Laborversuch darauf überprüft wurde, mit den Büttner- Solarhaltern eine hochfestige Verbindung einzugehen. Alle anderen Hersteller im Markt können solch ein Gutachten nicht nachweisen. Eigentlich bedenklich.

Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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