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Dieselfilter im Wohnmobil nachrüsten

Kleines Teil - große Wirkung

Dieselfilter fürs Wohnmobil schützen vor Motorschaden. Warum sich auch bei serienmäßig verbauten Filtern eine Nachrüstung lohnt und wie es funktioniert.

Europaweit tanken Wohnmobilisten Kraftstoff erster Güte. Soviel ist sicher. Sicher ist aber auch, dass Diesel häufig durch einen zu hohen Wassergehalt verunreinigt ist – und dieser im Extremfall zu kapitalen Schäden an Einspritzpumpe und/oder Motor führen kann.

Leider gelangt mitunter schon beim Tanken Wasser im Kraftstoff mit in den Tank. In den meisten europäischen Ländern ist die Gefahr minimal, aber nicht ausgeschlossen. Schon in Polen und weiteren östlichen Staaten ist die Gefahr erhöht, in Afrika oder Südamerika präsent.

Auch der höhere Anteil an Biodiesel im Kraftstoff erklärt einen höheren Wassergehalt. Trotz hervorragender Schmierfähigkeit ist er hygroskopisch, sprich, er neigt dazu, Wasser zu binden.

Foto: o-m.services

Ein grundsätzliches Problem von Dieselmotoren: Sie verbrennen nur einen Bruchteil des zur Einspritzpumpe geförderten Treibstoffs – der Rest läuft über die Rücklaufleitung zurück in den Tank. Dieser Sprit ist aufgeheizt und kühlt im Tank wieder ab, durch ein Ausgleichsventil strömt nun kühlere Luft in den Tank nach, Feuchtigkeit kondensiert beim Abkühlen.

Reichert sich Wasser im Kraftstoff an, sinkt die Schmierfähigkeit des Diesels – eine Gefahr für Einspritzpumpe und Motor. Kurzum: Um hier Schäden zu vermeiden, benötigt das Treibstoffsystem einen Dieselfilter mit Wasserabscheider, der zudem, als angenehmer Nebeneffekt, auch Schmutzpartikel herausfiltert.

Moderne Fahrzeuge, wie der aktuelle Sprinter, besitzen solche Dieselfilter serienmäßig. Diese sind aber recht versteckt verbaut, lassen keine Sichtkontrolle zu und sind somit, zumindest für Fernreisende, keine ausreichende Absicherung.

Dieselfilter fürs Wohnmobil von Parker Racor oder Separ hingegen lassen sich an einem gut zugänglichen Platz im Motorraum platzieren, erlauben eine Sichtprüfung – herausgefiltertes Wasser und Schmutz lassen sich leicht ablassen, der Filter problemlos tauschen. Markus Gruse von Offroad-Motorhomes ist Experte für Motorensoftware, Diagnose und Fernwartung von Reisemobilen.

Ist werksseitig noch kein Filter verbaut, rät er grundsätzlich zu der Nachrüstung eines Filters, empfiehlt bei der Auswahl aber unbedingt eine Fachwerkstatt zu konsultieren. „Der Filter muss zum Drucksystem des Motors passen, bei der Auswahl von Leitungen und Anschlüssen gilt es, einiges zu beachten“, rät er.

Sein Favorit: der Separ, Modell LKF. Diesen bietet er mit individuellen Montagehaltern für unterschiedliche Fahrzeuge an. So gelingt die Nachrüstung problemlos. Filter mit integrierter Heizung empfiehlt er nicht unbedingt, solange Kunden nicht dauerhaft in arktischen Gefilden unterwegs sind: „Die Mehrkosten stehen in keinem vernünftigen Verhältnis. Über die Rücklaufleitung werden Treibstoff und Filter kurz nach dem Motorstart erwärmt, Winterdiesel ist selbst bei Extremtemperaturen problemlos.“

Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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