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Technik-Ecke: Bauteile effektiv schützen

So leben Turbolader und Partikelfilter länger

Turbolader und Dieselpartikelfilter – teure Bauteile, die es lohnt zu schützen. In der Technik-Ecke erklärt Reisemobil International, worauf Sie bei Ihren Fahrten achten müssen.

Ein heißer Sommertag, steiler Anstieg, Bleifuß, der Motor läuft unter Volllast: im Grunde kein Problem für moderne Dieselmotoren, auch wenn kurzfristig – in Ermanglung von ausreichend Kühlluft – die Öltemperatur in bedenkliche Bereiche ansteigt. In dieser alltäglichen Situation sollte der Fahrer folgenden kapitalen Fehler vermeiden: Nämlich sofort auf den nächsten Rastplatz rauszufahren, um dort augenblicklich den Motor abzustellen. Zumindest, wenn sich die Öltemperatur nicht auf einigen Kilometern bei moderater Geschwindigkeit und ausreichend Kühlung wieder normalisieren konnte.

Daher gilt: Nach langen Anstiegen, Passfahrten oder allgemein Fahrten mit hoher Drehzahl unbedingt Motor und Öl auf einigen Kilometern abkühlen lassen, oder beim Stopp den Motor einige Minuten im Leerlauf laufen lassen – Umweltschutz hin oder her. Die Alternative wäre ein kapitaler Schaden am Turbolader, der dringend abkühlen sollte, bevor er zum Stillstand kommt. Sonst sind die Lager dahin. Diese sensiblen Bauteile sind unter anderem ein gewichtiger Grund, warum ein kalter Motor nicht gleich in astronomische Drehzahlbereiche beschleunigt werden sollte. Denn auch in diesem Fall leiden die Lager durch die mangelhafte Schmierung.

Spar-Tipp: Verschmutzte DPF professionel reinigen lassen.

Dieselpartikelfilter

Problemfeld Dieselpartikelfilter, kurz DPF: Zum Glück sind Reisemobile keine klassischen Kurzstreckenfahrzeuge – ein Umstand, der der Pflege des Partikelfilters und seinen Selbstreinigungskräften entgegenkommt. Denn im Kurzstreckenbetrieb und/oder Stop & Go-Verkehr erreichen Motoren selten die zur Filterregeneration erforderlichen Temperaturen. Im Filter sammelt sich daher rasant Ruß, bei steigenden Laufleistungen verstopft der zu Asche verbrennende Ruß die Kapillaren des Dieselpartikelfilters. Die Folge: Der Abgasgegendruck steigt, malträtiert Turbolader und Motor.

Auch DPF benötigen Service – auch wenn dieser erst nach 100.000 bis 150.000 Kilometern fällig wird. Ersatz ist teuer. Für neue Reisemobil-Filter verlangen Händler bis zu 3.000 Euro.

Reisemobilisten, die diese Servicekosten scheuen, liebäugeln häufig mit der günstigen, chemischen Reinigung. Hier wird im eingebauten Zustand über eine Sondenbohrung ein Mittel in den Filter gespritzt, das nach kurzer Einwirkzeit, während der nächsten Fahrt verstärkt Ruß verbrennen soll. Die Crux: Dieser Vorgang wird im DPF ohnehin bei jeder längeren Autobahnfahrt angeregt. Zudem verbrennt hier wieder nur Ruß zu Asche – diese bleibt in den Kapillaren sitzen und ist nicht zu entfernen. Eine solche Reinigung ist nur für Motoren mit geringer Laufleistung und viel Kurzstrecke zu empfehlen. Bei diesen Fahrzeugen ist der Filter voll mit Ruß, der noch zu Asche verbrannt werden kann. Das verschafft wieder etwas „Luft“ im Filter. Fahrer von Motoren mit höherer Laufleistung sollten einen weiten Bogen um die chemische Reinigung machen. In ihren Filtern hat sich schon zu viel Asche angesammelt.

Besser gelingt eine professionelle Reinigung, bei der der Filter zu 98 Prozent geöffnet, die Asche komplett entfernt und wieder geschlossen wird (Kontakt: Tel.: 08237/82596905, www.dpf24.de). Preise für Reisemobile liegen bei rund 430 Euro, die Preise für Campingbusse sind etwas günstiger.

Infobox

TIPPS FÜR MOTOREN MIT GERINGER LAUFLEISTUNG:

  • Nach spätestens zwei bis drei Jahren Dieselfilter wechseln
  • Nach spätestens sieben Jahren Zahnriemen erneuern
  • Hin und wieder ein hochwertiges Additiv zum Reinigen der Injektoren verwenden
Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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