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Wohnmobil überwintern - So kommt das Wohnmobil trocken durch den Winter

Trockener Winterschlaf

Minustemperaturen und Feuchtigkeit setzen dem Reisemobil in der kalten Jahreszeit zu, insbesondere, wenn das Fahrzeug über längere Zeit an Ort und Stelle steht. Der ACE und Reisemobil International geben Tipps, wie das Wohnmobil unbeschadet und trocken durch den Winter kommt.

Der Winter ist für viele Reisemobilisten nicht gerade die Reisezeit Nummer eins. Das führt dazu, dass das Fahrzeug für mehrere Monate abgestellt und nicht bewegt wird. Das bedeutet für diejenigen, die nicht den Luxus eines Garagen- oder Hallen-Stellplatzes besitzen, dass das rollende Heim für einen längeren Zeitraum der Witterung ausgesetzt ist. So kann unbemerkt Nässe ins Fahrzeug eindringen und großen Schaden anrichten, oder sich auch außen an bestimmten Stellen Schimmel bilden.

Wohnmobil überwintern: Feuchtigkeit und Nässe von außen vermeiden

Wassereinbruch stellt auch aus einem ganz anderen Grund eine Gefahr dar: Er ist aufgrund der Sandwich-Bauweise sehr schwer zu entdecken. Das liegt unter anderem am Aufbau der meisten Wohnmobile aus Aluminium-Außenhaut, Holz und Dämmmaterial. Ist die Feuchtigkeit erst einmal im Fahrzeug, wird sie oft erst (zu) spät entdeckt. Um der feuchten Gefahr von außen vorzubeugen oder wenn bereits ein Verdacht besteht, rät der ACE, Deutschlands zweitgrößter Auto Club, dazu, eine professionelle Dichtigkeitsprüfung durchführen zu lassen. Von Feuchtigkeitsmessungen in Eigenregie wird allerdings abgeraten. Ohne die Kenntnis darüber, welche Stellen besonders gefährdet sind, oder wie entsprechende Werte richtig zu interpretieren sind, könnte sich der Reisemobilbesitzer in falscher Sicherheit wiegen.

Im Optimalfall wird das Fahrzeug Wind und Wetter erst gar nicht ausgesetzt und in einem geschützten, überdachten Stellplatz zum Überwintern abgestellt. Wer jedoch kein eigenes Grundstück mit Garage zur Verfügung hat, muss sich frühzeitig um eine Möglichkeit kümmern, denn die geschützten Stellplätze bei Bauernhöfen oder Landwirtschaftsbetrieben oder in nicht genutzten Hallen sind begehrt – und oftmals über längere Zeiträume hinweg vermietet. Wartelisten sind keine Seltenheit.

Die Wintertime von Hindermann ist für Integrierte und Alkovenmobile ab 447 Euro erhältlich.
Foto: Hindermann

Schutz bieten Planen, die über das Fahrzeug gespannt werden. Hersteller wie Hindermann, die sich auf Isolierungen und Schutzhüllen für Reisemobile spezialisiert haben, führen Komplettschutzhüllen mit entsprechender Passform für verschiedene Fahrzeugaufbauten im Programm. Die Schutzhülle Wintertime deckt dabei fast das gesamte Reisemobil ab und schützt es so zu einem gewissen Grad vor Feuchtigkeit. Reißverschlüsse sorgen oftmals bei Komplettschutzhüllen dafür, dass der Zugang zur Eingangstür beziehungsweise zu den Staukästen auch im Winter praktischerweise möglich ist. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Plane auch bei starkem Wind und Schneefall nicht am Lack reibt und sich kein Wasser darunter sammelt. Zudem kann mangelnder Luftaustausch unter der Abdeckung die Schimmelbildung fördern.

Feuchtigkeit und Nässe von innen vermeiden

Der Innenraum sollte ebenfalls für den Winterschlaf vorbereitet werden, um Schimmelbildung zu verhindern: Alle Schränke öffnen, Kleidung und Campinginventar ausräumen und Polster zur besseren Durchlüftung aufstellen oder besser aus dem Fahrzeug entfernen und trocken lagern. Lufttrockner – elektrisch oder mit Granulat – können eine sinnvolle Ergänzung sein. Auch die Wasserleitung im gesamten Reisemobil, insbesondere im Bad- und Küchenbereich – sollte nach einer gründlichen Desinfektion trockengelegt werden, um der Bildung von unerwünschten Keimen und Pilzen vorzubeugen und die Leitungen und Ventile bei Minustemperaturen zu schützen. Nicht vergessen: Auch im Warmwasserboiler befindet sich Restwasser, daher den Frostwächter manuell auslösen und das Wasser abfließen lassen.

Fahrzeugpflege nicht vernachlässigen

Und was gibt es sonst noch zu beachten, damit das Reisemobil schadlos über den Winter kommt? Generell empfiehlt es sich, das Fahrzeug außen und innen gründlich zu reinigen. Bei der Außenreinigung ist dabei Vorsicht geboten, insbesondere im Umgang mit Hochdruckreinigern. Wasser in die Lüftungsgitter des Kühlschranks oder auf die Gummidichtungen der Fenster zu sprühen, gilt es unbedingt zu vermeiden. Dichtungen an Fenstern und Türen lassen sich mit speziellen Mitteln wie Talkum oder Glycerin behandeln, damit sie der Kälte widerstehen und weiterhin elastisch bleiben. Abschließend noch die Reifen auf den maximalen empfohlenen Druck pumpen und die Bordbatterie ausbauen und an einem trockenen Ort lagern, so lässt sich das Reisemobil im Frühjahr mit wenig Aufwand schadlos wieder in Betrieb nehmen.

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