Murnau am Staffelsee haben sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Expressionisten wie Wassily Kandinsky und Gabriele Münter zur Wahlheimat erkoren. Der Ort mit seinen gut 12.000 Einwohnern zeichnet sich durch eine bemerkenswert lebendige Künstlerszene samt Galerien und Aktionen aus. Kunstinteressierte wählen aus einem breiten Spektrum aus: kunsthistorische Spaziergänge, Führungen auf den Spuren des Blauen Reiters bis hin zu Fahrradtouren zu den Lieblingsplätzen der Expressionisten. Oder aber einen Malkurs im Murnauer Moos mit Christian Schied (Termine 2017 siehe unten).

Treffpunkt mit dem Künstler ist vor dem Ähndl, der pittoresken Traditionsgaststätte am Murnauer Moos, die sich als alternative Nachmittagsgestaltung in den Hinterkopf drängt. Aber: keine Chance zum Rückzieher.

Kunst vor Original_Kunz PR

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Die Bilder unterscheiden sich je nach Händchen des Malers, können sich aber allemal sehen lassen. Foto: Kunz PR

Malerlehrer Christian Schied schaut in den Himmel, beendet, dass es jetzt aufzieht, verteilt praktische Metall-Staffeleien sowie Klappstühlchen und gibt die Richtung vor: Ein schmaler Weg führt direkt ins Murnauer Moos, die größte zusammenhängende Moorlandschaft der Alpen. Besser gesagt: genau bis zum Rand, an dem es sumpfig wird.

Zuerst die Motivauswahl. Mit Bäumen im Vordergrund öffnet sich der Tunnel- oder Fensterblick. Tiefe strömt ins Bild. Wer mehr Details mag, rückt lieber ein Stückchen nach links. Und: Wir wollen es sachte angehen lassen.

Der Experte erklärt, was vor uns liegt. Das Moos mit seinen Gräsern, dahinter das Wettersteinmassiv samt Zugspitze und Alpspitze.

Christian Schied, der in seiner künstlerischen Laufbahn mit Landschaft, Stillleben und Akt angefangen, aber längst das Motiv aus seiner Arbeit eliminiert hat, beschreibt den Bildaufbau – in Worten und mit Bleistift auf Papier.

Jeder fertigt seine Skizze, um in der Schwarz-Weiß-Eintönigkeit ein Gefühl für Helligkeit zu bekommen. „Ein zentraler Begriff der Farbenlehre“, erklärt Schied. „Je nach Licht hat das Moos im Bleistiftbild dieselbe Helligkeit wie der Himmel, nur in einem anderen Farbton.“

2017-01-25T11:13:06+00:00 Reise, Reiseberichte|0 Kommentare

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