Welch Anblick. Wer mit seinem Reisemobil hinunterfährt in den von Weinbergen flankierten Kessel im mittleren Maintal und dabei auf Würzburg schaut, merkt sofort: Diese Stadt ist etwas Besonderes. Die Altstadt kuschelt sich entlang des großen Flusses, aus dem Häusermeer ragen auffällig viele Kirchtürme auf, und über dem Ensemble thronen die Festung Marienberg auf der einen sowie die Residenz auf der anderen Seite des Mains.

Lauter Gründe, Würzburg zu erkunden. Wer sich dafür ein paar Tage Zeit nimmt, wählt einen der drei stadtnahen Campingplätze. Dann also los. Herausragend im wahrsten Sinn des Wortes ist in der Altstadt der St.-Kilians-Dom. Mit ihren zwei spitzen Türmen dominiert die Bischofskirche des Bistums Würzburg das Herz jener Keimzelle, in der schon 1.000 vor Christus die Kelten eine Siedlung anlegten. Aus der hat sich das heute 125.000 Einwohner zählende Würzburg entwickelt.

Die Altstadt überragt der Dom. Foto: Congress-Tourismus-Würzburg, Fotograf: A. Bestle

Der Dom ist mit einer Länge von 105 Metern die viertgrößte romanische Kirche in Deutschland. Der Bombenangriff am 16. März 1945, den Würzburg erlitt, zerstörte große Teile des Gotteshauses. Bis 1967 wurde der Dom wieder aufgebaut. Von 2011 bis 2012 folgte eine umfassende Renovierung, sodass er nun wieder in voller Pracht erstrahlt.

Eine stete Erneuerung erfährt die Stadt auch durch die knapp 29.000 Studenten, die an der Universität eingeschrieben sind. Sie geht auf die Gründung im Jahr 1402 zurück. Bedeutende Köpfe haben hier gewirkt. So war etwa Wilhelm Conrad Röntgen ab 1893 Rektor an dieser Uni. Übrigens entdeckte der Wissenschaftler hier am 8. November 1895 die nach ihm benannten Strahlen und erhielt dafür als erster Mensch den Nobelpreis für Physik.

So wichtig solche Tradition ist, das Stadtbild Würzburgs prägt heute eher studentisches Leben. Die ewige Verjüngungskur durch die Studiosi drückt sich besonders in der Altstadt durch eine Fülle von Kneipen, Bistros und Restaurants aus.

Einige davon, etwa Tscharlies Musikkneipe oder der Nachtwächter, öffnen erst abends bis in die Nacht hinein. Andere, zum Beispiel das Wohnzimmer, servieren ab acht Uhr bis um drei Uhr nachts Frühstücksbuffet und Snacks, Burger und Cocktails. Wer gern urig sitzen, essen und trinken möchte, geht vielleicht ins Sternbäck. Zu dieser kleinen Kneipe gehört ein Biergarten, der im Sommer garantiert auch den rund um Würzburg angebauten Frankenwein ausschenkt.

Himmlisch: Das Treppenhaus der Resident ziert das weltgrößte zusammenhängende Fresko der Welt. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung, Andreas Grindel, Schwarzach

Würzburgs Glanz zeigt sich an der von 1719 bis 1744 gebauten Residenz. Balthasar Neumanns barocker Prachtbau ist UNESCO-Weltkulturerbe seit 1981. Besucher aus aller Welt staunen über dessen geradezu himmlisches Treppenhaus. Es ziert das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt, gemalt unter anderem von Giovanni Battista Tiepolo, einem der bedeutendsten venezianischen Maler seiner Zeit.

2017-04-05T07:57:04+00:00 Reise, Reiseberichte|0 Kommentare

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