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Bulli-Daueraustellung

Längst überfällig

In Hannover lädt ab sofort eine Bulli-Ausstellung ein. Zu sehen sind Fahrzeuge, die das Herz des Betrachters springen lassen – wenn er will, mietet er einfach eines.

Fahrzeuge mit Namen? In der Reisemobilszene keine Seltenheit. Aber in einer Ausstellung? Zumindest in Hannover-Limmer in der VW-Oldtimerhalle, Lagerstraße 2, wo seit kurzem die sogenannte Bulli Klasik Tour dauerhaft zu bewundern ist, tragen sogar die Schaustücke Namen: „Moosi“, „Henrik der Rote“ und „Samba“ – so heißen nur drei der der kultigen Bullis. Auch zu sehen: der blaue T1 Kastenwagen „Sofie“ aus dem ersten Produktionsjahr 1950.

Mehr als 100 Fahrzeuge aus sechs Modellgenerationen vom T1 bis zum T6 sind die Exponate, die VW in Hannover zusammengestellt hat, dem Standort des Nutzfahrzeugwerkes. Hinter den Bussen stecken oft einzigartige, teils kuriose Historien. Sie werden erzählt in einer launigen Schau: Zwei Stunden lang erläutern Experten den Fans die Geschichte des Modells.

Außerdem nehmen erste Industrieroboter, Zeitzeugenvideos und historische Filmaufnahmen die Besucher mit auf eine lebendige Zeitreise. Info-Charts, Fotogalerien über Werk und Mitarbeiter, Gemälde und Themen-Inseln etwa zu Sitzecken im 50er-Jahre-Look runden das Programm ab.

„Weiß-rot, so war der erste Samba-Bulli original lackiert“, erinnert sich zum Beispiel der 84-jährige Gerhard Mogwitz, als er mit einem gezielten Griff die rechte obere Ecke der Gummileiste von der Front löst. „Hier haben wir früher die Chromschienen in der Karosserie verschraubt“, sagt der langjährige Mitarbeiter von VW Nutzfahrzeuge und zeigt dabei auf eine darunter versteckte Schraube. Der Mann kennt sich eben aus.

Zum ersten Mal präsentierte VW das Sondermodell Samba mit den herrlich ovalen Dachfenstern im April 1951 in Frankfurt – auf der ersten Internationalen Automobilausstellung (IAA) nach dem zweiten Weltkrieg. Außer der zweifarbigen Lackierung und den Chromleisten, welche die verschiedenfarbigen Bereiche trennen, wartete der Gute-Laune-Bulli damals mit Chromradkappen und einem polierten VW-Emblem an der Front auf.

Der bei Gerhard Mogwitz und einer riesigen internationalen Fangemeinde beliebte Samba-Bus ist nur ein Beispiel für die Vielfalt der Ausstellung. Jedes Auto erzählt seine eigene Geschichte. Alle unterscheiden sich durch ihre vielseitigen Einsatzzwecke, alle erinnern an ihre in den Anfängen die herausragende wirtschaftliche Bedeutung für das Deutschland der Nachkriegszeit oder die liebevollen An- und Umbauten der Besitzer.

Die neu eingerichtete Dauerausstellung ist laut Udo Hitzmann, Leiter des Transporterwerks von VW in Hannover, gleichfalls „eine Hommage an unsere Mitarbeiter wie lebhafter Treffpunkt für Liebhaber“. Die mehr als 60-jährige Erfolgsgeschichte wird der Öffentlichkeit in diesem Rahmen dauerhaft erlebbar gemacht und stetig um besondere Exponate erweitert.

Dass die „überfällige Dauerausstellung“ des Erfolgsmodells zum Publikumsmagneten wird, steht für Gerhard Mogwitz außer Frage. Viele der Busse sind sogar für Hochzeiten, Oldtimerrallyes oder ähnliche Anlässe zu mieten. Und dabei bekommen sie von ihren Besitzern auf Zeit vielleicht sogar gleich einen neuen Namen verpasst.

Mobil in Hannover

Die Ausstellung „Bulli Klassik Tour“ hat VW Nutzfahrzeuge in Hannover-Limmer, Lagerstraße 2, dauerhaft installiert. Zu besichtigen ist die Schau in der Oldtimerhalle jeden Mittwoch um 11 und um 14 Uhr. Sich anzumelden ist erforderlich. Tickets für 11,60 Euro gibt es über Eventim.

Stellplatz

  • Laatzen

    Stellplatz am Peterskamp, Tel.: 0511/82059911

Campingplatz

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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