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Fähren buchen: Verbindungen in Europa

Leinen los für die Saison 2021

Urlaub auf der anderen Seite des Meers ist ein besonderes Erlebnis – allein der Fährfahrt wegen.

Doch mit Corona ist die Passage nach Skandinavien und auf die Inseln im Mittelmeer komplizierter geworden. Und wer nach England will, spürt den Brexit. Ein Überblick.

Länder wie Irland, Dänemark, Norwegen oder Schweden im Norden, aber auch die Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien und Sizilien im Süden sind beliebte Urlaubsziele von Reisemobil-Urlaubern und teils nur per Autofähre zu erreichen. Doch sind die in Corona-Zeiten sicher?

Die europäischen Reedereien haben die Zwangspause im Frühjahr 2020 genutzt und Hygienekonzepte entwickelt. Einige bieten einen digitalen Check-in sowie kontaktloses Boarding an. Zudem wurde teilweise zugunsten eines großen Abstands die Passagierzahl reduziert. Auch die Hygienemaßnahmen in Kabinen, Bordrestaurants und öffentlichen Bereichen wurden angepasst. Das Personal an Bord der Fähren erhielt Hygieneschulungen und trägt in allen öffentlichen Bereichen einen Mund-Nasen-Schutz. Lüftungen und Luftfilter tauschen die Luft kontinuierlich aus.

Einige Reedereien haben sogar weiterführende Maßnahmen ergriffen:

  • Stena Line setzt Vernebelungsgeräte ein: Die desinfizieren Oberflächen und Raumluft.

  • Speisen an Bord der Viking-Line Fähren werden auf Wunsch in der Kabine serviert.

  • Bei Moby Lines, Tirrenia und Grimaldi Lines gibt es an Bord der Fähren nach Sardinien, Sizilien und Korsika einen Arzt.

  • Reisende an Bord der Syltfähren können während der Überfahrt in ihren Wohnmobilen bleiben, so werden unnötige Kontakte vermieden.

Fähren buchen: Gutscheine nur begrenzt gültig

Wichtig für Reisende: Wer seine für 2020 gebuchte Fährpassage wegen Corona oder Grenzschließungen nicht antreten konnte und dafür einen Gutschein erhalten hat, sollte sich gut informieren. Die Gutscheine sind nur zeitlich befristet gültig, meist zwölf bis 18 Monate. Inzwischen haben die meisten Reedereien ihre Buchungsportale für die Saison 2021 zwar geöffnet, doch werden einige Routen aktuell gar nicht oder nur eingeschränkt bedient.

Viele Fährgesellschaften haben ihre Stornobedingungen gelockert, um das Buchungsrisiko für Urlauber gering zu halten. Oft lässt sich die Reise noch wenige Tage vor Beginn kostenfrei stornieren, allerdings sind gebuchte Zusatzleistungen teilweise davon ausgeschlossen.

Tipp: Auf der Internetseite der Reederei oder Buchungsagentur informieren und gegebenenfalls nachfragen.

Aber nicht nur Corona beeinflusst derzeit die Fährschifffahrt, auch der Brexit: Das Vereinigte Königreich – dazu zählen England und Schottland, Wales und Nordirland – ist seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr Teil der EU und damit der EU-Zollunion. Da Großbritannien nie dem Schengen-Abkommen beigetreten ist, mussten Reisende schon vorher Personenkontrollen bei Ein- und Ausreise über sich ergehen lassen, nun kommen noch Zollkontrollen dazu.

Gesetzlich Krankenversicherte sollten vor der Reise unbedingt prüfen, ob ihre Krankenkasse medizinische Versorgungen in Großbritannien erstattet. Falls nicht, ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ratsam. Ganz wichtig: EU-Bürger benötigen voraussichtlich ab Oktober 2021 für die Einreise ins Vereinigte Königreich einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass. Der Personalausweis reicht dann nicht mehr aus.

Nach derzeitigem Stand ist weiterhin für Reisen nach Großbritannien kein Visum erforderlich. Sicherheitshalber sollten sich Urlauber vor ihrer Reise auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) genau informieren. Der deutsche Führerschein genügt übrigens wie bisher für Fahrten mit dem Reisemobil in Großbritannien, ein internationaler Führerschein ist nicht notwendig.

Da seit dem vollzogenen Brexit direkte Fährverbindungen zwischen dem europäischen Festland und der Republik Irland stark an Bedeutung gewinnen, haben einige Reedereien ihre Kapazitäten auf den entsprechenden Routen ausgebaut. So hat Irish Ferries auf der Linie Cherbourg – Dublin die Kombifähre „Epsilon“ durch die deutlich größere „W. B. Yeats“ ersetzt.

DFDS hat Anfang Januar sogar eine neue Fährlinie zwischen dem französischen Dünkirchen und dem südirischen Rosslare eingerichtet. Allerdings ist diese direkte, knapp 24-stündige Route nach Irland, mit der die nun notwendigen Zollformalitäten an der Grenze zu Großbritannien vermieden werden, zunächst auf Frachttransporte beschränkt.

Weitere Informationen zum Reisen mit Fähren gibt es auf der Internetseite des Verbands der Fährschifffahrt und Fährtouristik (VFF):

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