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Städtetipp Bad Karlshafen

Die schöne Unbekannte

Wer denkt, er müsse in die Großstadt reisen, um etwas erleben zu können, der irrt. Das beweist Bad Karlshafen im nördlichen Hessen – und dient sich obendrein als Labsal an für Menschen mit Atemwegsproblemen. Und erst recht für Ruhe Suchende.

Es muss nicht immer eine Metropole sein. Hierzulande gibt es auch Städte, die bergen Großartiges im Kleinen. Etwa Bad Karlshafen, dessen Historie mindestens so interessant ist wie der Besuch dort verlockend. Und das nicht nur, weil die Kurstadt Reisemobilisten auf einen Stellplatz direkt an der Weser einlädt. Schließlich wirbt Bad Karlshafen damit, Soleheilbad und obendrein Barockstadt zu sein.

Bad Karlshafen kennt nicht jeder – kein Wunder: Das beschauliche Städtchen zählt gerade mal 2.213 Einwohner im Kern und 3.629 samt dem seit 1972 dazugehörigen Ort Helmarshausen. Die nördlichste Gemeinde Hessens erstreckt sich über stolze 14,85 Quadratkilometer auf beiden Seiten der Weser. Sie bildet damit an deren Nordufer, das dort ansonsten zu Niedersachsen gehört, eine hessische Enklave.

Bildergalerie

All diese für eine Stadt ungewöhnlichen Attribute gehen zurück auf die Geschichte Bad Karlhafens. Die begann 1699 unter der Aufsicht von Friedrich Conradi. Der Ingenieur und Baumeister leitete im Auftrag von Landgraf Karl von Hessen-Kassel den Bau der barocken Handelsstadt am Zufluss der Diemel in die Weser. Ersonnen hatte sie Großteils der Hugenotte Paul du Ry: Der Franzose hatte bis dato mit Festungsbauten und Wasserbau geglänzt. Landgraf Karl indes kamen diese Fähigkeiten zupass: Einerseits wollte er in Sieburg, wie Bad Karlshafen damals hieß, Hugenotten ansiedeln, also protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich. Zudem hatte er Bauvorhaben in der Residenzstadt Kassel im Sinn. Hierher wollte der Herrscher sogar von der neuen Stadt an der Weser einen Kanal graben lassen, um Zölle von Hannoversch Münden zu umgehen. Der Kanal kam aber nach dem Tod des Stadtgründers über 17 Kilometer nicht hinaus. Nicht alle Pläne Karls wurden also wahr, wohl aber die Stadt Sieburg, die erst seit 1717 Carlshafen, ab 1935 Karlshafen und seit 1977 Bad Karlshafen heißt.

Dass sie als Perle an der Weser glänzt, beweist ein Stadtbummel. Die Stadt ist zwischen den Hängen von Reinhardswald und Solling vom Stellplatz am Campingplatz Weseroase aus zu sehen. Zu erreichen ist das Kleinod über die Weserbrücke, nur einen Steinwurf entfernt.

Infobox

Welche wichtigen Sehenswürdigkeiten von Bad Karlshafen Sie auf keinen Fall verpassen dürfen, lesen Sie in Reisemobil International Ausgabe Juni 2018.

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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