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Camping auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Wege ans Wasser

Per pedes oder mit dem Rad lässt sich die weitverzweigte Mecklenburgische Seenplatte gründlich kennenlernen. Das Reisemobil hilft dabei, jene Weite zu überwinden, die drei Landschaftsformen in sich birgt – und jede Menge tolle Ziele fürs Camping auf der Mecklenburgischen Seenplatte.

Es ist eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Unzählige Seen, größer und kleiner, verbunden durch Kanäle und Stiche, gesäumt von putzigen Städten und Wald. Zugegeben: Das Grün begleitet den Urlauber im Reisemobil am meisten. Es ist so dicht, dass es den Blick aufs Wasser sogar häufig verschließt. Da aber eine Seenplatte ohne Wasser merkwürdig ist, gibt es nur eines: vor dem Start in den Urlaub nach Mecklenburg-Vorpommern die Wanderschuhe und die Fahrräder nicht zu vergessen. Mit beidem lassen sich von den vielen Stell- oder Campingplätzen aus der Müritz-Nationalpark und die vielen ihn umgebenden Naturparke am eindrucksvollsten erobern. Und: Diese Wege führen ans Wasser – es gibt es doch. Eintönig werden Wanderungen oder Radtouren keineswegs. Schließlich ändert sich die Landschaft von Süd nach Nord auffällig. Sie lässt sich in drei Teile gliedern:

Foto: 1000seen.de_Christin Drühl

1. Die Mecklenburgische Kleinseenplatte

Die Mecklenburgische Kleinseenplatte bildet den südöstlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Sie ist geprägt von Seen und weiten, stillen Wäldern. Hier finden sich große Teile des Müritz-Nationalparks und des Naturparks Feldberger Seenlandschaft. Neubrandenburg am großen Tollensesee im Norden ist die größte Stadt der Seenplatte mit 60.000 Einwohnern. Weitere wichtige Orte sind Neustrelitz, hier residierten einst die Herzöge von Mecklenburg-Strelitz, Priepert, Mirow und Wesenberg im Süden sowie die Feldberger Seenlandschaft mit dem Kneipp- Kurort Feldberg im Osten.

Reisemobilfreundlich: In der Mecklenburgischen Seenplatte sind mobile Gäste gern gesehen. Alle Infos zu den Stellplätzen finden Sie wie gewohnt im Bordatlas Stellplatzführer.

2. Müritz plus

Müritz plus steht für die Orte Waren (Müritz), Malchow, Plau am See, Röbel/Müritz und Rechlin – rund um die Großseen. Die sind tatsächlich beeindruckend groß und weit. Tatsächlich ist die Müritz mit 112,6 Quadratkilometern Deutschlands größter Binnensee (ja, der Bodensee ist deutlich größer, gilt aber als internationales Gewässer). Tipp: Lohnenswert, um die vier großen Seen zu erkunden, ist eine Dampfertagesfahrt von Waren bis nach Plau am See. Das Schiff passiert die romantisch gelegene Inselstadt Malchow, bei der sich ein kurzer Besuch des Stadtkerns, des Klosters samt Orgelmuseum, des DDR-Museums und des Hafens lohnt. Und natürlich ein Bummel durch die Gassen. Zu den weiteren Orten der Großseenplatte gehören das Fachwerkstädtchen Röbel/Müritz mit seinen Kirchen St. Marien und St. Nicolai sowie der restaurierten Windmühle. Rechlin liegt am Südufer der Müritz und eröffnet einen weiten Blick übers schier endlose Wasser. Allesamt sind sie übrigens reisemobilfreundlich.

Bildergalerie

3. Die Mecklenburgische Schweiz

Die Mecklenburgische Schweiz verdankt ihren Namen schwungvollen Hügeln und Höhenrücken, zwischen denen sich einige Seen ausbreiten. Im Herzen dieser Gegend findet sich ein Naturpark, der den Namen Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See trägt. Auf 67.000 Hektar gibt es zehn Naturschutzgebiete, in denen Gäste Kraniche und Wildgänse beobachten. Die größeren Seen wie der Malchiner-, Kummerower- und Teterower See prägen die Region ebenso wie die vielen Gutsdörfer mit ihren Schlössern und Herrenhäusern. Tipp: Wer die Mecklenburgische Seenplatte besucht, sollte unbedingt im Müritzeum in Waren vorbeischauen. Dieses Natur-Erlebniszentrum vermittelt interaktiv die Landschaftsgeschichte der Mecklenburgischen Seenplatte und präsentiert lebensnah die Tier- und Pflanzenwelt des Müritz-Nationalparks. In Deutschlands größter Aquarienlandschaft für heimische Süßwasserfische tauchen Besucher unter die Wasseroberfläche der tausend Seen – und erhalten unvergessliche Eindrücke.

Foto: TMV/Tiemann

Aktiv sein gehört hier dazu

Da rund um die Mecklenburgische Seenplatte gern gewandert und geradelt wird, ist die Region auch bei Reisemobilisten aus ganz Deutschland beliebt. Reisemobil International gibt ein paar exemplarische Tipps, abgestimmt auf die drei geschilderten Naturräume.

1. Kleinseenplatte – Neustrelitz, Stellplatz direkt am Hafen: Hier liegen Stadt und Natur dicht beieinander. Sehenswürdigkeiten sind der in Europa einmalige sternförmige Stadtgrundriss, ein imposanter Schlossgarten mit Schinkelkirche, die Backsteinspeicher am Hafen sowie das Kulturquartier und die Kachelofenfabrik. Ideal für Familien, weil nicht zu schwer, ist die elf Kilometer lange Wanderung um den Zierker See mit Besuch des Slawendorfs. Tipp: Das Familiencafé Anna & Otto im Zentrum von Neustrelitz bildet den perfekten Abschluss der Tour. Radler genießen von hier aus den Müritz- Nationalpark mit dem Weltnaturerbe Alte Buchenwälder – besonders im Herbst, wenn die Blätter sich herrlich bunt färben, ein ganz besonderes Erlebnis.

Auf vielen Plätzen können Reisemobilisten direkt am Wasser übernachten wie hier in Mirow an der Marina auf der Schlossinsel.

2. Die großen Seen – Waren an der Müritz, vier Stellplätze: Die Stadt mit ihren 22.000 Einwohnern bildet das touristische Zentrum der Mecklenburgischen Seenplatte. Sie hat eine historische Altstadt mit zwei Marktplätzen, zwei Kirchen und vielen Fachwerkhäusern. Von Waren gelangen Naturfreunde gut in den Müritz-Nationalpark. Für Reisemobilisten ist es noch günstiger, nach Federow zu fahren. Dort gibt es einen neuen Stellplatz direkt neben der Nationalpark-Info. Raus aus dem Wohnmobil, rein in die festen Schuhe: Von dort aus nutzen Gäste das Tourenangebot des Parks, etwa Wanderungen zu den Kranichen und eine Fischadlersafarie. Tipp: Unbedingt sollten Urlauber bis zum 55 Meter hohen Käflingsbergturm wandern oder radeln – entweder mit dem Rad von Kargow- Federow über Schwarzenhof nach Speck oder direkt bis Speck fahren und von dort zwei Kilometer weit laufen. Von der Aussichtsplattform auf 31 Meter Höhe (167 Stufen) eröffnet sich ein weiter Blick übers Land.

3. Mecklenburgische Schweiz – Schloss Kummerow, Campingpark direkt am Hafen: Mit dem Rad geht es um den Kummerower See. In Aalbude muss allerdings die Fähre genutzt werden, bitte Zeiten beachten. Tipp: Spektakulär ist die Aussicht auf die Große Rosin. Zu sehen sind hier wiedervernässte Wiesen, wo Tausende Vögel rasten und leben. Da offenbart sich, warum die Region so viele Naturparke in sich birgt.

Infobox

Entdeckerziele in und um Deutschland

Weitere Reiseziele und Städtetipps mit Stell- und Campingplatz-Tipps bieten die Wohnmobil-Tourenbücher. Mittlerweile fünf Bände führen Reisemobilisten auf jeweils 20 Routen zu Sehnsuchtsorten in Deutschland und Top-Reisezielen im Ausland.

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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