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Städtetipp Venedig

Gondeln wie Gold

Die Lagunenstadt in der nördlichen Adria ist ein beliebtes und gut zu erreichendes Ziel für Reisemobilisten. Venedigs wichtigste Sehenswürdigkeiten bei einem Stadtspaziergang und eine Liste der Stell- und Campingplätze in unmittelbarer Nähe.

Markusplatz und Campanile, Dogenpalast und Markusbasilika – diese Sehenswürdigkeiten möchte jeder Besucher Venedigs sehen. Nicht zu vergessen die Rialtobrücke, ein Stück entfernt vom taubenumtosten Entree der Stadt, sie ist unfehlbar ausgeschildert – als eines der bekanntesten Ziele.

Doch müssen es nur diese touristischen Hotspots sein? Zumindest gehören sie dazu – wenngleich es charmant ist, sich planlos treiben zu lassen, um Venedig zu entdecken. Diese Art birgt allerdings das Risiko, sich im undurchschaubaren Geflecht der Gassen komplett zu verlaufen.

Das wollen Reisemobil-Touristen wohl kaum. Deren Fahrzeug steht womöglich auf dem Stellplatz Nova del Tronchetto – der zwar in Laufnähe zur Innenstadt, dafür aber schmucklos und ohne Ver- und Entsorgung ist. Vorzugsweise nutzen die meisten Gäste mit dem Mobil eher einen der gut ausgestatteten Campingplätze zwischen Jesolo und Punta Sabbioni. Deshalb müssen die allermeisten Reisemobil-Stadtbummler irgendwann wieder zurück mit dem Vaporetto, dem Wassertaxi, zu ihrem rollenden Zuhause auf die vorgelagerte Halbinsel Cavallino.

Dazu ein Tipp: Schon für den eintägigen Aufenthalt lohnt es sich, eine Venedig-Card kaufen. Erst recht, wer länger bleibt, sollte sich diese Karte unbedingt zulegen. Die gilt für unterschiedliche Zeiträume und sie ermöglicht, gratis mit dem Vaporetto zu schippern. Zusätzlich gibt es mit der Karte gewisse Vergünstigungen beim Eintritt in Museen.

Besucher, die sich zunächst einen Eindruck von der Lagunenstadt verschaffen wollen, sollten einer kleinen Route folgen. Sie führt zu genannten Sehenswürdigkeiten und umfasst eine Fahrt auf dem Canal Grande. Achtung: bitte bequeme Schuhe anziehen. Sie machen das Pflastertreten angenehmer.

Start der Tour ist (für Gäste der Campingplätze nach der ersten Fahrt mit dem Wassertaxi Linie 15) am Markusplatz. Schon an der Piazzetta beim Bootsanleger nahe der Seufzerbrücke wuselt das Leben: Fliegende Händler mit ledernen Taschen, Sonnenbrillen und afrikanischen Figuren vermitteln den ersten Eindruck einer touristisch erschlossenen Stelle Venedigs – dem Markusplatz. Ihn säumen Markusdom, Dogenpalast, Prokuratien und unübersehbar über allem der Campanile – der typisch viereckige venezianische Glockenturm.

Einst durchzog ein Kanal den Markusplatz, der früher Anbaugebiet für Obst und Gemüse war. 1174 jedoch schütteten ihn die Venezianer zu, und 1267 pflasterten sie den Platz sogar mit Ziegeln: Sie widmeten den Markusplatz um zum religiösen, politischen und gesellschaftlichen Zentrum ihrer Stadt.

Die pompösen Gebäude ringsum legen davon Zeugnis ab. Tipp: Wer Dogenpalast und/oder Markusdom besichtigen möchte, sollte das für möglichst früh morgens einplanen. Gegen Mittag sind die Besucherschlangen erfahrungsgemäß am längsten.

Der Besuch im Dogenpalast vermittelt einen guten Einblick von Regierungssitz und Privatgemächern der Dogen. Die waren vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit die gewählten Oberhäupter in einer Reihe italienischer Republiken, auch von Venezien. Außerdem gelangt der Besucher über die berühmte Seufzerbrücke in jenes Gefängnis, aus dem einst Frauenheld Casanova floh.

Der Markusdom birgt einzigartige abendländisch-orientalische Architektur. Allein die Mosaiken und Fußböden lohnen den Besuch. Lohnend ist, mit dem Lift in den Glockenturm des Campanile zu fahren. Der Blick reicht weit über die Stadt und den Canal Grande.

Verführerisch, wie Commissario Brunetti auf dem Markusplatz einen Kaffee zu trinken. Der ist in den traditionsreichen Häusern wie den Caffès Florian, Eden oder Quadri (Espresso: um die 6,50, Cola um die 8 Euro) sicher ein Erlebnis – aber eben nicht gerade billig. Schon um ein paar Ecken herum jedoch finden sich viele Cafés, die Getränke deutlich preisgünstiger servieren. Obendrein erfrischen sich hier auch Einheimische, nicht aber auf dem Markusplatz – mal abgesehen von Brunetti.

Weiter geht der Spaziergang durch den Torre dell’Orologio an der nördlichen Ecke des Markusplatzes. Hier beginnt die Mercerie (Italienisch für Kurzwaren): Dieser Stadtteil besteht aus den drei bekanntesten Einkaufsstraßen Venedigs. Schuhe, Mode, Dinge des Alltags: Hier ist Shopping gut möglich, wenn auch nicht unbedingt billig.

Der Bummel leitet direkt zum Handelsviertel an der Rialtobrücke. Die gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen Venedigs und bildet außer dem Markusplatz einen der zentralen Punkte der Stadt.

Seit 1180 ist an dieser Stelle eine hölzerne Brücke über den Canal Grande dokumentiert. 1444 brach sie unter der Last vieler tausend Zuschauer einer Bootsprozession zusammen. Die heutige Steinbrücke wurde 1591 gebaut. Lange Zeit war die Rialtobrücke die einzige Brücke über den Canal Grande. Erst 1854 folgte die Akademie- und im 20. Jahrhundert die Barfüßerbrücke nahe dem Bahnhof. Den Kanal überwinden seit jeher Gondeln: Noch heute pendeln sie an bestimmten Stellen zwischen den Ufern und befördern Einheimische wie Touristen für ein Trinkgeld.

Rund um die Rialtobrücke laden gemütliche Cafés zur Rast ein. Außerdem bergen die Märkte auf der anderen Seite, also im Viertel San Polo, ihre ganz eigene Atmosphäre zwischen Ständen voller Obst, Fisch und Blumen. Dieser Bummel ist ein ganz besonderes Erlebnis für alle Sinne.

Wer genug hat vom Pflastertreten, steigt ein ins Vaporetto der Linie 2 in Richtung San Marco. Dabei sind rechts und links der Hauptwasserstraße ein Teil Venedigs herrlicher Paläste zu sehen, morbider Charme durch blätternden Putz und aufblitzendes uraltes Gemäuer inklusive. Das ist Venedig live, zumal auf dem Vaporetto auch Einheimische schippern.

Nach der eindrucksvollen Pause mit der Perspektive vom Wasser aus lohnt es sich, am Fondamente Salute auszusteigen am Fuße der mächtigen Kuppelkirche Santa Maria della Salute. Sie wurde nach der Pest von 1630 als Votiv-, also Dankeskirche errichtet. Allein sie zu besichtigen ist den Halt wert.

Darüber hinaus herrscht auf Salute gegenüber San Marco eine nahezu unwirkliche Stille. Die Touristen, die sich hier einfinden, wollen eben diese Atmosphäre abseits der großen Besucherströme spüren. Außerdem ist es sehr entspannend, auf dem südlichen Fondamenta Zattere Ai Saloni in der Sonne zu flanieren.

In dem Viertel, das sich rechts vom Fondamente Fornace erstreckt, herrscht ursprüngliches Leben mit ganz normalen Kneipen, Wohnhäusern und Handwerkern. Sogar Gondeln, jene Transportmittel, gesteuert mit sangesfreudigen Gondolieros, werden hier in einem Betrieb hergestellt.

Ein paarmal ums Carré – schon ist die Kuppelkirche wieder erreicht. Von dort geht es mit dem nächsten Vaporetto wieder zurück zum Bootsanleger am Markusplatz. Für einen letzten (teuren) Kaffee oder den baldigen Rückweg mit dem Boot zum Reisemobil.

Campingplätze

Die Halbinsel Cavallino nahe Venedig gehört zu den Gebieten mit der höchsten Dichte an Campingplätzen auf der Erde. Hier 20 wichtige von 40 Adressen:

  • Ca’Pasquali Village, Via Poerio 33, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/966110, capasquali.it
  • Camping Ca’Savio, Via di Ca’Savio, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/966017, casavio.com
  • Camping Enzo Stella Maris, Via Batterien 100, I-30013 Treporti, Tel.: 0039/041/966030, enzostellamaris.com
  • Camping Garden Paradiso, Via F. Baracca, 55, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/968075, gardenparadiso.it
  • Camping Joker, Via Fausta, 318, I-30013 Cavallino, Tel.: 0039/041/5370766, jokercamping.it
  • Camping Marina di Venezia, Via Montello, 6 Punta Sabbioni, I-30013 Cavallino VE, Tel.: 0039/041/5115302, marinadivenezia.it
  • Camping Scarpiland, Via A. Poerio 14, I-30313 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/966488, scarpiland.com
  • Camping Villa al Mare, Via del Faro, 12, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/968066, villaalmare.com
  • Camping Village Al Boschetto, Via delle Batterie, 20, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/966145, alboschetto.it
  • Camping Village Cavallino, Via delle Batterie, 164, I-30013 Cavallino, Tel.: 0039/041/5300826, campingcavallino.com
  • Camping Village Miramare, Lungomare Dante Alighieri 29, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/966150, camping-miramare.it
  • Dei Fiori Camping Village, Via Vettor Pisani, 52, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/966448, deifiori.it
  • Europa Camping Village, via Fausta, 332, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/968069, campingeuropa.com
  • Italy Camping Village, Via Fausta 272, I-30013 Cavallino, Tl.: 0039/041/968090, campingitaly.it
  • Jesolo International Club Camping, Via Alberto da Giussano, 1, I-30016 Jesolo VE, Tel.: 0039/0421/971826, jesolointernational.it
  • Mediterraneo Camping Village, Via delle Batterie 38, I-30013 Cavallino Treport, Tel.: 0039/041/966721, campingmediterraneo.it
  • Residence Village, Via F. Baracca, 47, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/968027, residencevillage.com
  • Sant’Angelo Village, Via F. Baracca 63, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/968882, santangelo.it
  • Union Lido Park & Resort, Via Fausta, 258, I-30013 Pony, Tel.: 0039/041/2575111, unionlido.com
  • Vela Blu Camping Village, Via Radaelli, 10, I-30013 Cavallino Treporti, Tel.: 0039/041/968068, www.velablu.it

Wohnmobilstellplätze

  • Venedig, Tronchetto Bus Parking, Isola Nova del Tronchetto, Koordinaten: 45°26’36’’N, 12°18’22’’O, Tel.: 0039/041/5207555, www.veniceparking.it
  • Cavallino Treporti, Punta Sabbioni, Parking Alligheri, Tel.: 0039/41/658531, Bordatlas Europa 2015 von Reisemobil International
  • Lido di Jesolo – Area Camper Boscopineta, Via Vettor Pisani 28, Tel.: 0039/03382231462, jesolocamper.it
  • Camping Don Bosco, Via Don Giovanni di Bosco, 28, Tel.: 0039/0421363679, jesolocamper.it
Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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