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Städtetipp: Camping in Freudenstadt im Schwarzwald (mit Gewinnspiel)

Platz da

Die heimliche Hauptstadt des Schwarzwalds ist bekannt für den größten Marktplatz Deutschlands. Doch Freudenstadt liegt am Rand des Nationalparks Schwarzwald und bietet mehr als die Weite inmitten der Innenstadt.

Mitten im Schwarzwald, am Knotenpunkt dreier touristisch reizvoller Bundesstraßen, liegt Freudenstadt. Die heimliche Hauptstadt des Schwarzwalds zu besuchen lohnt sich aus vielerlei Gründen. Schon die Fahrt mit dem Reisemobil über das sonnige Hochplateau in 730 Meter Meereshöhe über dem Christophstal offenbart die bevorzugte Lage: Von hier aus lässt sich sehr gut der Schwarzwald entdecken.

Doch zunächst hinein in die Stadt: Der Stellplatz liegt am Panorama-Bad im Norden des Zentrums. Mit dem Rad oder zu Fuß sind es anderthalb Kilometer zum Marktplatz. Mit 4,5 Kilometern ist die Distanz zum westlich gelegenen Natur-Camping Langenwald etwas größer. Auf besagtem Marktplatz befindet sich nicht nur die Tourist-Info. Hier zeigt sich ein Superlativ: Deutschlands größter Marktplatz mit einer fast quadratischen Fläche misst 216 mal 219 Meter. Ur- sprünglich war er als Schloss-Bauplatz gerodet worden, doch die Geschichte wollte es anders.

Streng geplant: Den Marktplatz mit seinen Arkadengängen hat Baumeister Heinrich Schickhardt ersonnen.
Foto: Erich Westendarp

Noch im 15. Jahrhundert galt die Gegend als „förchtig wilder Wald“. Erst Herzog Friedrich I. von Württemberg brachte Licht ins Dickicht. Eine kleine, seit 1267 bestehende Bergbausiedlung bestärkte seinen Entschluss, hier seine heimliche Residenzstadt anzusiedeln. Die Stadt sollte einen Grundriss wie ein Mühle-Spielbrett erhalten. Während der Hochwald von 1597 bis 1599 gerodet wurde, plante Baumeister Heinrich Schickhardt die Stadt am Reißbrett: In der Mitte ein großes Residenzschloss, umrahmt von fünf Häuserzeilen. Dazu in jeder Ecke des Platzes ein markantes Winkelhakengebäude. Der Platz war bald vollendet, dennoch wurde die Stadt nie zu Ende gebaut: Der Herzog starb am 29. Januar 1608 – und mit ihm seine Visionen einer großen Residenz.

Seine Nachfolger zeigten keine Ambitionen, den Bau der Stadt zu vollenden. Immerhin verdankt Freudenstadt seinen Namen einem Geistesblitz des Herzogs. Glaubensflüchtlinge aus aller Herren Länder fanden Zuflucht in der neu geplanten Stadt. Der bescheidene Wohlstand, den sie in die Stadt brachten, veranlasste Herzog Friedrich I. von Württemberg während der Bauphase dazu, immer wieder von der „Stadt seiner Freuden“ zu sprechen. Bei der Grundsteinlegung der Stadtkirche sagte er am 2. Mai 1601: „Wenn ich schon von der Stadt meiner Freuden spreche, taufe ich sie heute auf den Namen Freudenstadt.“ Seit der Blüte als Kurort ersten Ranges um das Jahr 1900 und der erstmaligen Verleihung des Prädikates „Heilklimatischer Kurort“ 1939 präsentierte sich Freudenstadt voller Stolz.

Natur als Erlebnis: Der Schwarzwald samt Nationalpark erstreckt sich direkt vor den Toren Freudenstadts. Hier gibt es viel zu entdecken.

Doch es herrschte nicht nur Freude in der Historie der Stadt. Die Pest, der erste Großbrand 1632 und die Zerstörung kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in der Nacht vom 16. auf 17. April 1945 waren harte Schläge für die Menschen in der Schwarzwald-Metropole. Der Wiederaufbau der kompletten Stadt nach Originalplänen von Heinrich Schickhardt von 1949 bis 1954 führte zum Geschichtsbucheintrag „Das Wunder von Freudenstadt“. Beispiellos: Keine Stadt dieser Größenordnung hatte es geschafft, nach der Zerstörung in nur fünf Jahren wieder in neuem Glanz zu erstrahlen. Natürlich ist dem im Stil der Spätrenaissance angelegten Freudenstadt anzusehen, dass es zwar eine Stadt mit Tradition, gleichzeitig aber eine moderne Stadt ist. Die Bauten, welche die Arkadengänge rund um den Marktplatz in sich bergen, sind eben nicht mehr alt, in sich aber stimmig. Unter den Bögen mit mehr als 200 Einzelhandelsgeschäften ist es wun- derbar, entspannt einzukaufen.

Gelebte Tradition: Auf dem Marktplatz in Freudenstadt, dem größten in Deutschland, pulsiert das Leben. Schwarzwälder Kirschtorte gibt’s in den Cafés.

Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein, und der Bummel rundum zeigt den Platz immer wieder aus einer anderen Perspektive. Besonders im Sommer sind die Wasserspiele auf dem Marktplatz beliebt bei Menschen jeden Alters. Die Fontänen, die aus dem Boden zischen, kühlen bei sommerlichen Temperaturen ordentlich ab. Freilich, die Kleidung wird dabei nass – ist aber auch schnell wieder trocken. Ein Spaß ist diese innerstädtische Freiluftdusche allemal.

Tipp: Wer sich lieber mit einem kühlen Bier erfrischt, ist am Marktplatz 64 – praktischerweise dieselbe Adresse wie die Tourist-Info – richtig. Im ehemaligen Freudenstädter Postgebäude serviert Turmbräu Freudenstadt im jetzigen Brauhaus mit Biergarten Selbstgebrautes, dazu gibt’s deftige Kost.

Sehenswert: Die Stadtkirche birgt bemerkenswerte sakrale Kunst, welche die Bombennacht im Zweiten Weltkrieg überlebt hat.
Foto: LepoRello

Gestärkt geht es gleich nebenan in die Evangelische Stadtkirche. Sie umrahmt die Südecke des Marktplatzes wie ein Winkelhaken und gilt als die große Dame der Stadt. Das Gotteshaus wurde 1601 bis 1615 nach den Plänen Heinrich Schickhardts erbaut. Er ersann, dass im guten Südflügel die Männer saßen, im klima- tisch schlechteren Nordflügel die Frauen. Ganz züchtig hatte niemand einen Blick aufs andere Geschlecht, dafür aber auf Altar und Pfarrer. Der freilich konnte die ganze Kirche überblicken. Mal abgesehen von solch zeitgeschichtlichen Zeugnissen: Im Innern der Kirche sind bedeutende Kunstwerke zu sehen.

Das um 1500 von Michel Erhard geschnitzte Kruzifix ist aus einem einzigen Stück Lindenholz gefertigt. Der Korpus hat die Größe eines damaligen Menschen. Das Gesicht Jesu Christi ist in drei Facetten dargestellt: leidend auf Golgatha, als sterbender Mensch, der seinen inneren Frieden gefunden hat, sowie als verstorbener Mensch. Auch der Anfang des 12. Jahrhunderts von Lombardischen Laienmönchen gemeißelte Taufstein ist in drei Zonen untergliedert: Die Welt ohne den Glauben an Gott, mit ihren dämonischen Kräften in der unteren Zone. Mittig, in der Hauptzone, die Welt, in der das Böse in der Welt gegen die gute Macht Jesu Christi ankämpft, und die kleinste, obere Zone, das Wellenband – der Täufling wird mit der Taufe dem christlichen Glauben zugeführt.

Nicht zu vergessen das Lesepult: Die vier Evangelisten mit biblischem Symbol und Spruchband aus Lindenholz tragen den Kasten auf ihren Händen. Das sakrale Meisterwerk ist um 1200 aus Weidenholz geschnitzt worden. Wie durch ein Wunder haben diese Kunstwerke die Kriegswirren überstanden. Das Kruzifix war geheim eingemauert und das Lesepult komplett mit blauer Ölfarbe angemalt worden. So war sein Wert nicht zu erkennen, und niemand fand Interesse daran.

Blühende Gärten gehören in der Stadt ebenso dazu wie das sie umgebende Grün des Schwarzwalds.

Auch weltliche Kultur findet sich auf dem Rundgang. Wie wär’s mit dem Experimenta Freudenstadt? In dem verrückten Erlebnis-Museum zum Mitmachen und Ausprobieren gehen Besucher jeden Alters Alltagsphänomenen auf den Grund. Spielerisch werden so Naturwissenschaft und Technik verständlich. Dieses Erlebnis ist in der Nähe des Marktplatzes zu finden und zu Fuß zu erreichen. Auch in Sachen Theater und Musikprogramm hat Freudenstadt einiges zu bieten.

Wer noch tiefer eintauchen will in die Geschichte der Stadt, schließt sich einer ganz besonderen Führung an: mit Herzog Friedrich I. persönlich – zu buchen in der Tourist-Info. Und dann geht es wieder zurück zum Reisemobil. Ob auf Stell- oder Campingplatz: Beide Übernachtungsplätze sind von herrlichem Grün umgeben. Dabei wird offensichtlich, wie sehr die umgebende Natur bei dem Aufenthalt in Freudenstadt zu einem Erlebnis wird. Es lohnt sich, die Räder zu satteln oder die Wanderschuhe anzuziehen: Der wunderschöne Schwarzwald samt Nationalpark erstreckt sich direkt vor der Tür des eigenen Reisemobils.

Urlaub zu gewinnen! Zweimal drei Übernachtungen auf dem Natur-Camping Langenwald, Straßburger Straße 167, 72250 Freudenstadt, Tel.: 07441/2862, www.camping-langenwald.de

Infobox

URLAUB ZU GEWINNEN

Exklusiv verlost Reisemobil International zweimal drei Übernachtungen auf Natur-Camping Langenwald. Die familiengeführte Anlage liegt inmitten der Natur zwischen der Stadt Freudenstadt (3,5 km) und dem Nationalpark Schwarzwald. Die Umgebung ist durch das an den Platz angrenzende Wanderwegnetz zu Fuß oder mit dem Fahrrad sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Die Parzellen sind naturnah angelegt und liegen teilweise direkt am Bach. Alle Plätze verfügen über einen Stromanschluss, der Großteil auch über eine Wasserstelle. Gäste genießen hier geführte Wanderungen, grillen, angeln oder schwimmen.

Machen Sie einfach mit beim Gewinnspiel. Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt, es entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück und viel Vergnügen in Freudenstadt.

 

Gewinnspiel 4 RMI 2022
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Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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