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Städtetipp: Coburg in Oberfranken

Kleine Welt ganz groß

Über Jahrhunderte war die oberfränkische Stadt Sitz von Herzögen und Treffpunkt des Hochadels. Heute staunen Besucher über ihre Schlösser wie aus dem Märchenbuch – und spüren der Länge der typischen Bratwurst nach.

Wer nach Oberfranken reist, findet das kulturelle Coburg mit dem Flair einer ehemaligen Residenzstadt. Es zählt heute 41.200 Einwohner und heißt mobile Gäste auf dem Wohnmobilstellplatz Vesteblick willkommen. Sie nächtigen auf 22 Stellplätzen, direkt am Erlebnisbad Aquaria, und genießen einen schönen Blick auf die Veste Coburg. Die historische Innenstadt ist fußläufig zu erreichen.

Coburger Erker am Stadthaus
Foto: coburgmarketing-ms

Das urbane Zentrum bildet sich um den im frühen 15. Jahrhundert angelegten Marktplatz. Hier thront seit 1865 das Denkmal von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, und hier steht das Stadthaus im Stil der deutschen Spätrenaissance. Markant sind die figurenbesetzten Giebel und Coburger Erker. Gegenüber steht das sehenswerte Renaissance-Rathaus. Doch der Marktplatz bietet Besuchern nicht nur Schönes fürs Auge, er hält auch für den Gaumen Gutes bereit. Die Coburger Bratwurst ist ein Hochgenuss, schließlich nehmen es die Coburger mit der Rezeptur sehr genau, sogar die Länge der weißen Wurst ist vorgeschrieben.

Tipp: Wer wissen möchte, wie viele Zentimeter das sind, der sollte auf dem Giebel des Rathauses nachschauen. Dort steht das „Bratwurstmännle“. Es hält in seiner rechten Hand einen Marschall- Stab, das offizielle Bratwurstmaß.

Nach der kulinarischen Stärkung tut ein Spaziergang durch den herrlichen Hofgarten mit seinen Denkmälern gut. Der großzügige Landschaftspark schließt sich an die Innenstadt an. Seine Ursprünge reichen bis in die Barockzeit zurück. Umgeben von uralten Bäumen und weitflächigen Wiesen, finden Gäste hier Ruhe. Vom grünen Herz der Stadt führt der Weg hinauf zur Veste Coburg, einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen Deutschlands.

Veste Coburg
Foto: coburgmarketing-ms

Als Alternative zum Spaziergang bringt eine Bimmelbahn von Frühjahr bis Herbst Gäste bequem auf den Festungsberg. Gegenüber der Touristinformation in der Herrngasse befindet sich die Haltestelle. Auf einem 464 Meter über NN hohen Dolomitfelsen thront die Fränkische Krone, wie sie auch heißt. Ihre Anfänge finden sich im 13. Jahrhundert, in der Zeit der Staufer. Heute eine beliebte Sehenswürdigkeit Coburgs, war sie lange die südlichste Landesfestung der Wettiner, ausgebaut als militärische Anlage.

Im Jahr 1530 lebte sogar Martin Luther auf der Veste. „Es ist ein überaus reizender und für Studien geeigneter Ort“, schrieb der Reformator, nachdem er den Festungsberg hinaufgegangen war. Tipp: Historisch Interessierte und Kunstliebhaber besichtigen die Räumlichkeiten, in denen Luther lebte – eine kleine Reise in die Vergangenheit. Zu sehen gibt es außerdem international bedeutende Sammlungen, darunter ein Kupferstichkabinett, venezianische Gläser, historische Waffen, die ältesten Kutschen der Welt, Prunkwagen und Turnierschlitten. Hinzu kommen Werke von Cranach, Dürer und Grünewald. Bei einem Besuch der Fränkischen Krone darf natürlich eines nicht fehlen: der krönende Abschluss. Noch einmal die fantastische Aussicht auf Oberfranken genießen und innehalten. Und wer weiß: Vielleicht inspiriert diese Kulisse noch heute den einen oder anderen Gast zu künstlerischen Meisterwerken – womöglich à la Cranach und Dürer.

Zurück im Zentrum lohnt es sich, auf einem der schönsten Plätze Coburgs zu verweilen: dem Schlossplatz. Hier befindet sich das Landestheater, dessen Programm von Opern über Schauspiel bis hin zu Ballett reicht. Ebenso prangt auf dem Platz das Edinburgh-Palais, das Prinz Alfred von Edinburgh zeitweise als Wohnsitz nutze. Doch besonders eindrucksvoll steht hier Schloss Ehrenburg mit seiner prächtigen neugotischen Sandstein-Fassade. Zwischen 1543 und 1547 wurde es an der Stelle eines aufgelösten Franziskanerklosters erbaut. Kaiser Karl V. soll das Gebäude als „Ehrenburg“ betitelt haben, da es ohne Frondienste errichtet worden war.

Bildergalerie

Das Schloss diente Jahrhunderte als Stadtresidenz der Coburger Herzöge. Heute sind die Wohn- und Schlafräume des Adels Gästen zugänglich, darunter die Gemächer Queen Victorias und des ersten belgischen Königs Leopold I. Übrigens traf Queen Victoria den österreichischen Kaiser Franz- Joseph im dortigen Riesensaal zum ersten Mal, und in der Schlosskapelle der Ehrenburg ehelichte Walzerkönig Johann Strauss seine dritte Gattin.

Nach dem Kulturprogramm lässt sich der Abend in einem traditionellen Restaurant in uriger Atmosphäre ausklingen. Ob Sauerbraten mit Coburger Rutschern, Kalbstafelspitz mit Meerrettich oder gebackener Karpfen: Viele Coburger Gaststätten, Brau- oder Wirtshäuser bieten typisch fränkische Spezialitäten je nach Jahreszeit. Ab Ende November lohnt besonders ein Besuch des Weihnachtsmarkts, wenn der Duft von süßen und deftigen Leckereien in die Nase steigt. Dann zeigt sich der Marktplatz mit Lichtern und Tannengrün von seiner romantischen Seite. Coburg, eine Stadt wie aus dem Bilderbuch – oder besser gesagt: wie im Film. Tatsächlich wurden Streifen wie „Der Räuber Hotzenplotz“, „Rubinrot“ und „Saphirblau“ in Coburg oder im Landkreis gedreht. Sicher dürften Besucher so manche Kulisse wiedererkennen.

Infobox

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