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Wohnmobilstellplätze an der Ostsee

Vitamin See

Die Ostseeküste zwischen Fehmarn und Lübeck und die Holsteinische Schweiz sind ganzjährig beliebte Urlaubsziele. Reisenden mit Wohnmobil bieten sich auch in den Wintermonaten schön gelegene Camping- und Wohnmobilstellplätze an der Ostsee.

Die Sonne steht flach über dem Horizont. Im fahlen Licht changiert die Farbe des Wassers von Grün bis Grau. Frische Luft rötet die Gesichter, kühler Wind zaust das Haar. Es tut Körper und Seele gut, sich mal richtig durchpusten zu lassen, Einsamkeit und Stille zu genießen. Bei Strandspaziergängen ist nur ab und zu Möwengeschrei zu hören, bei Wanderungen durch die hügelige Seenlandschaft abseits der Küste krächzen gelegentlich Krähen.

Winterurlaub in Schleswig-Holstein bedeutet Entspannung und (Be)sinnlichkeit pur. Auf Promenaden und an Stränden, in Dörfern und Städtchen, Geschäften und Restaurants sowie auf Stellplätzen und ganzjährig geöffneten Campingplätzen ist die Anzahl der Gäste nunmehr überschaubar. Abstand halten? Kein Problem. Auch das wirkt beruhigend.

Romantische Straße: Streckenverlauf

Heiligenhafen: Eine Stadt zeigt Zunge

Die Tour beginnt am nördlichen Ende der Autobahn 1, in Heiligenhafen. Der Ortskern des Ostseebads liegt malerisch an einer Bucht hinter einer vorgelagerten Landzunge. Am künstlich abgetrennten „Binnensee“ befindet sich der äußerst komfortable und schöne Stellplatz. Die Tester schlendern am Ufer entlang in die Altstadt.

Dort und in der Marina laden Restaurants zum Verzehr von fangfrischem Fisch ein. Vis-a-vis der Stadt liegt ein Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Graswarder. Etwas westlich, auf dem Steinwarder, bietet die Erlebnis-Seebrücke mit Kinderspielbereichen, Sitz- und Liegemöglichkeiten und verglasten Abschnitten den besten Blick auf die Ostseeküste. Erlebnisse bietet auch das Aktiv-Hus mit Kinderspielwelt, Spa- Bereich und Geschäften.

Fehmarn: Sonneninsel der Ostsee

Über die Fehmarnsund-Brücke geht es auf die Insel, zum vielfach ausgezeichneten Top-Campingplatz „Wulfener Hals“. Vor der Schranke gibt es einen Reisemobilstellplatz mit eigenem komfortablem Sanitärgebäude. Schon die Lage überzeugt. Das weitläufige Camping-Gelände liegt auf einer Landzunge zwischen freier Ostsee und dem „Burger Binnensee“, wo ganzjährig Surfsport betrieben wird.

Die Tester beobachten den Tanz der bunten Drachen und Segel auch während einer Radtour zum Flügger Leuchtturm. Der Turm ist zwar im Winter nicht zu besteigen. Die Tour durch das hübsche Lemkenhafen und Orth lohnt dennoch. Der pittoreske Orther Hafen wird Krimifans aus dem Fernsehen bekannt sein. Er bildet die Kulisse der Serie „Nord bei Nordwest“. Schön ist auch der Hafen von Burgstaaken.

Dort verkaufen die Fischer ihren Fang vom Kutter. Wohnmobile dürfen dort auf dem Parkplatz stehen. Von dort geht es auf einer Kopfsteinpflasterstraße zum Hauptort Burg mit Restaurants, Geschäften und Nostalgie-Kino. Am Ortsrand haben Naturkunde- und Technikmuseum der Galileo-Wissenwelt an den Wochenenden geöffnet.

Bei stürmischem Wetter werden Stege wie am Travemünder Strand schon mal überspült.
Foto: LTM / Bernd Schmidt

Grömitz: Naturstrand und Promenade

Feiner Strand, Promenade, Jachthafen, hübsche Gassen, Geschäfte und Restaurants, Wellnessoasen, Wellenbad, Kurpark sowie verschiedene Stellmöglichkeiten für Camper – all das findet sich in und um Grömitz. Wer zentral stehen möchte, wählt den Stellplatz auf dem Großparkplatz. Wer Komfort und Meeresnähe bevorzugt, ist auf den Campingplätzen von Lensterstrand richtig.

In Grömitz zeigen geführte Fackel- und Bernsteinwanderungen Ort und Strand in ungewohnter Atmosphäre. Hundebesitzer können bei einer Krimi-Tour mit Vierbeiner oder einem gemeinsamen Zoobesuch ganz neue Situationen kennenlernen. Alle Termine unter: www.groemitz. de.

Neustadt: Zwischen Meer und See

Neustadt besticht durch seine Lage: Der Hafen mit Fischkuttern und Traditionsseglern liegt an einem fjordähnlichen Wasserlauf, der sich von der Ostsee bis zu einem flachen See zieht. Nah am sogenannten Binnenwasser liegt auch ein Stellplatz. Nur wenige Schritte entfernt, lädt das Stadtzentrum mit Cafés, Geschäften und Fußgängerzonen zum Bummeln und Verweilen ein. Den Marktplatz zieren Backsteinkirche und klassizistisches Rathaus.

Etwas nördlich der Stadt liegt der Campingplatz Elfenschlucht unmittelbar am Naturstrand, der hier unter einer mäßig hohen Steilküste liegt. Von Neustadt aus führt ein acht Kilometer langer Küstenwanderweg bis zum nahe gelegenen Seebad Rettin. An der Promenade gibt es am Kiosk leckere Fischbrötchen – im Winter allerdings nur am Wochenende.

Scharbeutz: Genuss für die Sinne

Scharbeutz ist ein hipper Ort mit zwei schönen Stellplätzen in Zentrumsnähe, coolen Clubs und erlesenen Restaurants. Der Gast hat die Wahl: Süßes in der „Strand Crêperie“? Fischbrötchen bei „Gosch“? Oder Sushi im „Hamptons“? Die Ostseetherme, auf halbem Weg nach Timmendorf gelegen, lockt mit Rutschen, Whirlpools und Außenbecken.

Aufgrund der Pandemie ist sowohl die Aufenthaltsdauer (4 Std) als auch die Zahl der Gäste begrenzt. Ticket-Reservierungen sind nicht möglich. Die aktuelle Auslastung ist der Homepage zu entnehmen. Die äußerst beliebte „Dünenmeile on Ice“ mit einer Schlittschuhbahn an der Strandpromenade, gemütlichem Budenzauber und Veranstaltungen rund um die Elemente Feuer und Eis wird in diesem Jahr aufgrund des Corona-Virus vermutlich ausfallen müssen.

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Timmendorf/Niendorf: Tradition und Moderne

Exklusives Lebensgefühl und mondänes Flair vermittelt auch Timmendorf. Eine der beiden Seebrücken schmückt ein japanisches Teehaus. In Timmendorf verbindet sich historische Bäderromantik mit Trinkkurhalle und Kurpark mit schicken Boutiquen und Lokalen. Fantastische Unterwasserwelten lassen sich im Aquarium „Sea life“ erleben. Um die Besucherzahl zu kontrollieren, sind Tickets derzeit nur online zu erwerben.

Timmendorfs „kleine Schwester“, Niendorf, wirkt viel bodenständiger und ruhiger. Im Hafen machen alte Kutter fest, den Fang des Tages gibt es an Fischbuden. Unweit vom Hafen liegt auch der Übernachtungs-Stellplatz. Von Niendorf kann man am Brodtener Steilufer entlang bis zum nächsten Ziel der Tour wandern.

Travemünde: Hier verkehren große Pötte

Wo die Brodtener Steilküste endet, beginnt Travemünde, ebenfalls ein Seebad an der Lübecker Bucht mit langer Geschichte. Der Ort war und ist aber vor allem ein wichtiger Hafen. Wer Schiffe sehen will, ist hier richtig. Wenn die hochhaushohen Fähren Richtung Skandinavien und Baltikum auslaufen und sich langsam durch das schmale Flüsschen Trave schieben, ist das äußerst spektakulär.

Blickfang am der Stadt gegenüberliegenden Ufer ist der Windjammer „Passat“, im Winter leider nicht zu besichtigen. Es lohnt dennoch, mit der Fähre auf den Priwall überzusetzen, denn in Sichtweite des Großseglers liegt die „Ostseestation Travemünde“, eine Kombination aus Ostseeaquarium und Meeresmuseum.

Stellplätze gibt es unweit des Jachthafens an der Travemünder Landstraße und nahe des Brodtener Ufers auf dem Kowitzberg. Wer zentrumsnah stehen möchte, sollte den Hafenstandort wählen. Vom Kowitzberg aus gelangt man binnen weniger Minuten zu Fuß durch Parkanlagen zur Strandpromenade.

Die pittoreske Altstadt der Hansestadt Lübeck gehört zum UNESCO-Welterbe. Der Stellplatz liegt auf der Wallhalbinsel in der Bildmitte.
Foto: LTM / Oliver Schmidt

Lübeck: Stadt der sieben Kirchtürme

Lübecks Altstadt liegt auf einem Hügel zwischen Trave und Wakenitz. Die ehemals durch Handel sehr reiche Stadt gilt als Königin der Hanse. Die erhaltenen Kulturdenkmale – über tausend an der Zahl – sind seit 1987 Teil des UNESCO-Welterbes. Öffentliche Stadtführungen beginnen um 11 Uhr am Holstentor (Jan-Mrz nur Fr. bis So.) Das wuchtige Tor beherbergt eines der vielen Lübecker Museen.

Empfehlenswert ist auch der Besuch des Europäischen Hansemuseums. Das Buddenbrookhaus, Schauplatz des berühmten Romans von Thomas Mann, wird renoviert. Die Literatur-Ausstellung wird deshalb im nahe gelegenen Behnhaus (Königstraße 9-11) gezeigt.

Süßes zu sehen gibt es im Marzipanmuseum im ersten Stock des Niederegger- Hauses (Breite Straße 89). Zum Naschen lädt das Café im Erdgeschoss ein. Ebenfalls nicht versäumen sollte man einen Besuch im historischen Lokal der Schiffergesellschaft. Ein Stellplatz findet sich in Nachbarschaft zur Altstadt, teilweise genießt man Blick auf Schiffe und die Stadtsilhouette.

Bildergalerie

Eutin: Stellplatz mit Seeblick

In Eutin sind die Tester beeindruckt vom direkt am See gelegenen Schloss. Die norddeutsch-backsteinerne Anlage mit südländisch anmutendem Innenhof und Wassergraben ringsum wird umgeben von einem weitläufigen Englischen Landschaftsgarten. Sympathisch wirkt auch der alte Marktplatz mit historischen Fassaden unterschiedlicher Stilrichtungen.

Ein Stellplatz ohne jeden Service ist beim Bahnhof ausgewiesen. Komfortabler und viel schöner steht man am Ortsrand im Reisemobilpark mit Seeblick. Er liegt im Eingangsbereich eines ehemaligen Gartenschau-Geländes und ist entsprechend attraktiv gestaltet. Wunderbar komfortabel und gepflegt ist das behindertengerechte und familienfreundliche Sanitärhaus.

Bad Malente: Stadt zwischen zwei Seen

Bezüglich Stellplatzkomfort kann Bad Malente nicht mithalten. Die Stellflächen für Reisemobile bieten keinen Service und liegen auf einem öffentlichen Parkplatz. Immerhin stimmt die Lage. Das Zentrum des Heilklimatischen Kurorts, die älteste Räucherkate Schleswig- Holsteins, der attraktive Kurpark und das jederzeit kostenlos zugängliche Wildgehege mit angrenzendem Arboretum sowie Kellersee und Dieksee mit ihren schönen Promenaden liegen gewissermaßen vor der Reisemobiltür.

Plön: Wo Prinzen Landwirtschaft lernten

Auch der im Winter einzig verfügbare Stellplatz von Plön macht der Stadt keine Ehre. Trotzdem ist die traumhaft gelegene Kleinstadt unbedingt einen Besuch wert. Das Plöner Schloss, einst Sitz von Herzögen, Fürsten und Königen, thront majestätisch hoch über dem See. Die malerische Altstadt mit den Kirchen, vielen inhabergeführten Geschäften und hübschen Cafés lädt zum Bummel ein.

Anschließend wandern die Tester zur Prinzeninsel, die sich direkt dem Schlossgebiet anschließt. Die Halbinsel heißt so, weil hier die Söhne des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. landwirtschaftliche Grundkenntnisse erlernten. Die zwei Kilometer lange Landzunge, stellenweise nur 30 Meter breit, ist ein Naturparadies. Vom Pavillon an der Spitze, einst Lieblingsplatz von Kaiserin Auguste- Victoria, genießen die Stellplatztester den herrlichen Blick auf den See. Tolles Panorama, frische Luft und Stille – das ist gesunder Winterurlaub.

Foto: Martina Berliner

Infobox

Viele weitere Reiseziele und Wohnmobiltouren in Deutschland finden Sie in unserem Tourenführer Die 20 besten Wohnmobiltouren in Deutschland – Band 1.

Weitere Wohnmobilstellplätze an der Ostsee finden Sie im BORDATLAS oder bei BORDATLAS Online.

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