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Stellplatz-Check: Saale-Unstrut

Frühlingserwachen im Märchenland

Prächtige Schlösser, majestätische Burgen, eindrucksvolle Kathedralen: Die Route durch die Weinregion Saale-Unstrut bietet neben einer bezaubernden Landschaft auch wunderschön gelegene Stellplätze.

Tausend Jahre europäische Geschichte haben weithin sichtbare Spuren hinterlassen: Das liebliche, fruchtbare Hügelland entlang der Flussläufe von Saale und Unstrut beeindruckt mit einer Fülle sehenswerter Kulturdenkmäler und einem weltweit einzigartigen Ensemble hochmittelalterlicher Prachtbauten wie dem berühmten Naumburger Dom.

Umgeben sind sie von uralten Weinbergen. Saale-Unstrut gilt als nördlichstes Qualitätswein-Anbaugebiet Europas. Muschelkalk- und Buntsandsteinböden sowie 1.600 Sonnenstunden im Jahr bieten ideale Bedingungen für Burgunder, Silvaner, Riesling und eine Rarität, die nur in dieser Region gedeiht: den roten André. Nicht umsonst wird das Weinland im Herzen Deutschlands auch „Toskana des Nordens“ genannt.

Aber auch für Aktivurlauber ist die Region ein Paradies. Auf oder am Wasser, in den Weinbergen und in den üppigen Wäldern finden Radfahrer, Wasserwanderer und Wanderer abwechslungsreiche und bestens erschlossene Routen. Kulturinteressierte wandeln auf den Spuren berühmter Künstler wie Händel in Halle an der Saale oder Bach und Liszt, Schiller und Goethe in Weimar.

Bildergalerie

Weimar

Streng genommen gehört Weimar nicht zur Region Saale-Unstrut, aber die berühmte Kulturstadt ist nur ein paar Kilometer entfernt und ein perfekter Einstieg in die Tour. Wohnmobil-Reisende stehen relativ zentral und gut versorgt mit Wasser und Strom auf einem Parkplatz am westlichen Stadtrand. Es ist nicht gerade ruhig, aber für einen Städtetrip erfüllt der Platz seinen Zweck. In nur 20 Gehminuten ist die sehr sehenswerte Altstadt erreicht.

Weimar ist gespickt mit Kulturgeschichte und Sehenswürdigkeiten, die nicht allzu weit auseinander liegen: Das Denkmal der beiden eng befreundeten Dichter Goethe und Schiller steht direkt vor dem Deutschen Nationaltheater auf dem Theaterplatz gegenüber vom Bauhaus-Museum. Die Wohnhäuser der Poeten, deren Wirken maßgeblich zum Ruhm Weimars als Zentrum für Kunst und Kultur beitrug, befinden sich nur ein paar hundert Meter entfernt. In beiden sind nun Museen untergebracht.

Auch das Stadtschloss und die Sankt-Peter-und-Paul-Kirche sind schnell erreicht. Lohnenswert ist ein kleiner Spaziergang zu Goethes Gartenhaus. Das ehemalige Weinberghaus im Park an der Ilm war sein erster eigener Wohnsitz in Weimar. Bis kurz vor seinem Tod suchte er regelmäßig das Haus mit dem üppig blühenden Garten auf, in dem unter anderem die Bühnenstücke „Iphigenie auf Tauris“ und „Egmont“ entstanden. Seine Werke finden Literaturfreunde seitdem auch in der berühmten Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek: Das Herzstück der Weimarer Klassik mit dem prächtigen Rokokosaal gehört seit dem 18. Jahrhundert zu den bekanntesten Bibliotheken Deutschlands und ist heute als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Wer sie besuchen will, sollte allerdings langfristig Karten reservieren.

Bevor es weiter geht zum nächsten Stopp, legen die Stellplatz-Tester eine Wellness-Pause im liebevoll angelegten Saunabad im Ortsteil Legefeld ein. Wohnmobilgäste stehen dort auf dem Parkplatz ruhig und bei Saunanutzung gratis.

Stellplatz-Info:

Saunabad Weimar GmbH, In der Buttergrube 11, 99428 Weimar-Legefeld, Tel.: 03643/953003, 10 Plätze auf Pflaster, Gebühr: kostenlos (für Gäste).

Caravan-Stellplatz Weimar, Hermann-Brill-Platz, 99423 Weimar, Tel.: 03643/7450, 20 Plätze auf Pflaster, Gebühr: 10 Euro/ 24 h.

Eberstedt

Etwa 25 Kilometer weiter gen Naumburg liegt der hübsche kleine Ort Eberstedt. Hauptattraktion ist die im wunderschönen Ilmtal gelegene historische Ölmühle, die heute ein gemütliches Landhotel, einen Hofladen, einen Weinkeller, ein schwimmendes Hüttendorf, ein Tiergehege, einen Angelteich und vor allem einen super schön gelegenen Wohnmobilstellplatz beherbergt.

Reisemobil-Urlauber stehen hier idyllisch und trotzdem gut versorgt mitten auf einer Wiese unterhalb der Ölmühle. Im Hofladen gibt es Spezialitäten wie Senföl aus eigener Produktion, frisch geräucherte Forellen und Wurstwaren, Müsli, Nudeln, Honig, feine regional angebaute Kräuter-, Tee- und Gewürzmischungen und natürlich auch Saale-Unstrut-Weine. Wer trotzdem keine Lust hat zu kochen, speist fein im urigen Hotel-Restaurant. Gut gestärkt geht’s im Anschluss auf einen der vielen Wander- und Radwege zu einer Verdauungsrunde. Ein toller Ort, um gleich mehrere Tage zu bleiben.

Tipp: Führung durch die historischen Gebäude und die Mühleninsel, die immer noch in Betrieb ist.

Stellplatz-Info:

Die Mühle Hotel & Erlebnisinsel, Dorfstr. 29, 99518 Eberstedt, Tel.: 036461/87463, 10 Plätze auf Wiese, Gebühr: 10 Euro.

Bad Kösen

Der Weinstraße in Richtung Naumburg folgend passieren die Stellplatz-Tester immer wieder die in Schlangenlinien verlaufende Saale und kurz vor Bad Kösen die Landesgrenze von Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Die Landschaft ist traumhaft schön, und die Lage des Stellplatzes im Ortsteil Saaleck könnte besser nicht sein: Reisemobile stehen romantisch und gut versorgt direkt an der Saale-Schleife mit Blick auf die Burg. Ab und zu passiert ein Zug die nahe gelegene Bahnüberführung. Ansonsten: bis auf das Geschnatter der Enten und das Plätschern des Flusses – Stille.

Gefragt nach der nächsten ÖPNV-Verbindung ins Kurbad, empfiehlt der nette Betreiber nicht etwa den Bus, sondern das Schiff. Von der Anlegestelle „Rudelsburg und Burg Saaleck“ schippert das Motorboot in 30 Minuten zum Kurpark von Bad Kösen. Die beiden sehenswerten Burgruinen sind mit gutem Schuhwerk auch per pedes gut erreichbar. Oben werden Wanderer mit einer tollen Aussicht auf das Saaletal belohnt.

In Bad Kösen spielt Salz eine große Rolle. Die historischen Salinenanlagen sind noch immer in Betrieb. Gefeiert wird die Entdeckung des heilsamen Minerals jedes Jahr Anfang Juni beim traditionellen Brunnenfest mit Schausieden am illuminierten Gradierwerk, einem historischen Festumzug und einem Feuerwerk. Einen Besuch wert ist auch das direkt am Saale-Wein-Wanderweg gelegene Kloster Pforta. Es ist das größte Einzelweingut an Saale und Unstrut. Ab Mai werden dort samstags Weinverkostungen und Führungen durch den Sekt- und Holzfasskeller sowie das historische Weinarchiv mit seinen teils jahrzehntealten Flaschen angeboten.

Stellplatz-Info:

Wohnwagen-Stellplatz am Saalebogen, Stendorf 14, 06628 Bad Kösen, Tel.: 034463/28177, 20 Plätze auf Wiese und Schotter, Gebühr: 8 Euro.

Infobox

Den vollständigen Stellplatz-Check Saale-Unstrut aus Reisemobil International 04/2018 können Sie hier kostenpflichtig downloaden.

Redaktion
Jutta Neumann
Jutta Neumann nimmt seit Oktober 2017 als begeisterte Camperin reisemobilfreundliche Routen und Stellplätze unter die Lupe.
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