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Wohnmobilstellplätze am Bodensee

Genuss mit Weitsicht

Weinberge und Obsthaine, malerische Städtchen und Strände, Häfen und Segelschiffe: Rund um den Bodensee pulsiert das Leben und es gibt einiges zu entdecken. Reisemobil International präsentiert fünf Übernachtungsplätze für Reisemobilisten und gibt Ausflugstipps für die Region.

Welch eine Vielfalt: hier städtischer Trubel in Konstanz, dort tiefe Ruhe auf der Insel Mainau. Und überall Wasser, Wellen und Weite im Blick. Der Bodensee gilt als der Deutschen liebstes Freizeitgewässer. Etwa bei Radlern, die den See umrunden, oder Seglern, die in ihren Revieren im wechselnden Wind kreuzen.

Schon lange zieht das drittgrößte Gewässer Mitteleuropas, das sich Deutschland, Österreich und die Schweiz teilen, auch Reisemobiltouristen an, die von den mehr als 20 Stellplätzen rund um den See aus die liebliche Region entdecken. Fünf davon hat Reisemobil International für Sie zusammengetragen.

Die Stellplatztour führt an Weinbergen und flachen Rebgärten entlang. Hier gedeihen Spätburgunder, Müller-Thurgau und Weißburgunder. Auf Obstplantagen schützen Hagelnetze die Blüten und Früchte der Apfelbäume, die in langen Reihen Spalier stehen. Obstbauern bieten entlang der Durchgangsstraßen an Selbstbedienungsständen selbst im Frühjahr ihre Äpfel an – frisch aus dem Kühlhaus.

Konstanz

Zentrumsnäher geht kaum: In der größten Stadt am Bodensee lenken die Stellplatztester ihr Reisemobil auf den Parkplatz Döbele, nur ein paar Schritte von der Altstadt entfernt. Im hinteren Teil des Parkplatzes nehmen die Stellflächen bis zu acht Meter lange Reisemobile auf – für maximal 24 Stunden.

Vorbei an Läden und Gasthöfen in der belebten Innenstadt schlendern Stellplatzgäste in wenigen Minuten zum Hafen, vorbei am Konzilgebäude. Die größte Versammlung des späten Mittelalters, das Konstanzer Konzil, tagte von 1414 bis 1418, um die seinerzeit gespaltene Kirche zu reformieren und zu vereinen. Damals weilten 70.000 Fremde in der Stadt – ein Höhepunkt des frühen Fremdenverkehrs.

Ein Seitenhieb auf die Doppelmoral von Kirche und Politik dreht sich in Sichtweite vom Konzilgebäude auf der Hafenmole: die Statue Imperia des Bildhauers Peter Lenk. Die aufreizend gekleidete Kurtisane mit prächtigem Dekolleté hält auf jeder Hand ein nacktes altes Männlein – Kaiser und Papst. Kurtisanen strömten zur Zeit des Konstanzer Konzils zu Hunderten in die Stadt.

Sonnenanbeter räkeln sich auf Bänken entlang der Seepromenade, knorrige Platanen zeigen erstes Frühlingsgrün. Segelboote kreuzen auf dem See, Urlauber auf Ausflugsdampfern fotografieren das Panorama der noch schneebedeckten Schweizer Alpen. Unternehmungs- lustige mieten ein Tretboot oder besteigen das Münster.

  • Stellplatz-Info

    Parkplatz Döbele P2, Döbeleplatz,
 78462 Konstanz, Tel.: 07531/133030. 12 Plätze bis 8 m auf Asphalt, Gebühr: 14 €/24 h, sonst 1,40 €/h werktags 9 bis 20 Uhr, Aufenthalt max. 24 h. V/E. Restaurants ab 200 m, Hafen Konstanz und Uferpromenade 600 m.

Bodman-Ludwigshafen

Kontrastprogramm: ein Stopp auf dem Stellplatz am Strandbad Bodman neben Bootswerften und Wohngebiet, 50 Meter vom See entfernt. Im Sommer ist es hier tags- über etwas unruhig durch an- und abfahrende Pkw der Badegäste, am Abend jedoch kehrt Ruhe ein. Damit erweist sich der Platz als der beste von drei Stellplätzen in diesem Ort.

Besonders „der erste Wohnmobilhafen am See“ liegt gut einen Kilometer entfernt – am Stadtrand in Hörweite der viel befahrenen B 31.

Ein besonderes Naturerlebnis verspricht zehn Kilometer entfernt – und bequem über den Uferweg zu erreichen – eine Wanderung durch die Marienschlucht am Steilufer des Bodensees. 250 Stufen führen zwischen moosbewachsenen Steilwänden auf den Bodanrück, derweil ein Bach unter den Holzplanken-Stegen talwärts zum Bodensee rauscht.

Aber Achtung: Dieser spektakuläre Fels-Einschnitt wird immer wieder wegen gefährlicher Erdrutsche gesperrt. Deshalb genau informieren, ob die Schlucht begehbar ist. Wer vom Stellplatz Bodman nicht so weit wandern oder radeln möchte, fährt per Schiff, das am Ufer der Marienschlucht anlegt.

  • Stellplatz-Info

    Stellplatz Strandbad, In Neustückern 4, 78351 Bodman- Ludwigshafen, Tel.: 07773/930040, www.bodenseepur.de. 8 Plätze bis 12 m auf Schotterrasen und Wiese. Gebühr: 15 € (15.3. bis 15.10.), Aufenthalt max. 3 Nächte. Versorgung: Wasser inkl., Entsorgung: nur Grauwasser, Strom inklusive. Bodensee 50 m.

Stockach

Fünf Kilometer landeinwärts am Ortsrand von Stockach wählen Urlauber zwischen einem Saison-Camping- und einem Ganzjahres-Stellplatz. Neben dem Reisemobilhandel Caramobil liegt der Campingplatz, hinter dem Werksgelände breitet sich der große Wohnmobilpark Papiermühle aus. Für mehr als acht Meter lange Reisemobile ist das rechtwinklige Einbiegen in die mit Hecken umgebenen Stellplatzbereiche mit Rangieren verbunden, die Stellflächen selbst bieten derweil viel Platz.

Ein interessanter Rundweg führt zu den Stockacher Heidenhöhlen in den Sandsteinfelsen hoch über Stockach-Zizenhausen. Wanderer gelangen zudem zu einigen der mehr als 1.000 Quellen, die rund um den Ort sprudeln. Wanderschuhe und Taschenlampe sind nötig für diese Höhlenpfad-Tour – und gute Kondition.

  • Stellplatz-Info

    WoMopark Papiermühle, Johann-Glatt-Straße 3, 78333 Stockach, Tel.: 07771/9190490. 85 Plätze bis 10 m auf Schotterrasen. Gebühr: 12 € (1.3. bis 30.11.). 100 l Wasser 1 €, Entsorgung, Strom und Dusche inklusive. Ortsmitte Stockach 1,3 km, Bodensee (Bodman) 5 km.

Überlingen

Bequem zu erreichen liegt der Stellplatz Überlingen am nordwestlichen Ortsrand. Im hinteren Bereich eines Park-and-Ride-Parkplatzes sind längs angeordnete Stellflächen durch einen mit Büschen und Bäumen bestandenen Grünstreifen getrennt und gewähren so angenehmen Abstand zum Nachbarn. Der Kiosk an der Zufahrt bietet Obst und Gemüse, Backwaren und Getränke. In der warmen Jahreszeit öffnet er sogar sonntags. In Planung ist die Bebauung des Übernachtungsplatzes mit einem Supermarkt, weshalb dessen westliche Verlegung um wenige Hundert Meter projektiert ist – mit derzeit noch offenem Baubeginn.

Per Pendelbus (fünf Minuten) oder zu Fuß (20 Minuten) gelangen Stellplatzgäste bergab zu Altstadt und See. Die Straßen säumen prachtvolle Patrizierhäuser und trutzige Stadtbefestigungen, überragt vom gotischen Überlinger Münster. Das beherbergt einen Renaissance-Hochaltar und im Südturm die sieben Tonnen schweren Osanna-Glocke. Sehenswert zudem: der historische Rathaussaal samt dem Fries mit 42 Figuren – Bauern, Kurfürsten und Schutzpatronen.

Am Landungsplatz erinnert die Greth an die Vergangenheit, als das jahrhundertealte Gebäude als Warenlager und Handelshaus für den Getreide- und Weinhandel diente. Viele Stände der Markthalle im Erdgeschoss der Greth – unter anderem das Weinhaus des Markgrafen von Baden – öffnen auch sonntags für einige Stunden.

Trotz der Vielfalt an historischen Gebäuden punktet Überlingen besonders durch die längste Uferpromenade am Bodensee. Hier wetteifern Terrassen von Eiscafés und Gasthäusern mit Bänken zwischen Palmen und Blumenrabatten direkt am Ufer um die Gunst der Gäste. Zwei Sportboothäfen begrenzen den bebauten Teil der Uferpromenade, die sich nordwestlich durch den Kurpark weiter am See entlang bis zum Überlinger Thermalbad zieht.

  • Stellplatz-Info

    Reisemobilhafen Überlingen, Kurt-Hahn-Straße, 88662 Überlingen, Tel.: 07551/9471522, www.ueberlingen.de. 30 Plätze bis 12 m,
 auf Schotter, Ausweichplatz auf Wiese. Gebühr: 15.3. bis 14.10.: 10 €, 15.10. bis 14.3.: 6 €, inklusive Kurtaxe. 3 Tage. V/E je 0,50 €, Strom 0,50 €/1,5 kWh.

Meersburg

Ein besseres Stellplatzangebot finden Reisemobil-Touristen in Meersburg am Übergang vom schmaleren Überlinger See in den großen, breiten Obersee. Zwar nicht am Wasser, sondern auf dem Berg, gut eineinhalb Kilometer über der Altstadt. Drei Stellplätze liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt. Die Stellplatztester entscheiden sich für den Reisemobilplatz Ergethen abseits der Straße in einem Wohngebiet. In der Mitte des unterteilten Geländes mit viel Platz zum Rangieren kann der Sanitärcontainer von Mitte März bis Mitte November benutzt werden. Die beiden anderen Stellplätze Allmendwegparkplatz 1 und 2 wirken unwirtlicher und verkehrsbeunruhigt.

Sobald Gäste die Oberstadt Meersburg erreichen, schlendern sie durch mittelalterliche Gassen an Fachwerkhäusern und mit Fassadenmalereien geschmückten Bürgerhäusern entlang, drängen sich durch Gruppen von Japanern und Engländern, shoppen in Souvenirläden und Boutiquen. Wer die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff schätzt, besichtigt das Alte Schloss, die Meersburg, die über dem Städtchen thront. Dort lebte die Dichterin bei ihren Aufenthalten am Bodensee in den Jahren 1841 bis zu ihrem Tod 1848. Ihr Arbeits- und Sterbezimmer können auf einem Rundgang des noch heute bewohnten Schlosses besichtigt werden.

  • Stellplatz-Info

    Stellplatz Ergethen, Daisendorfer Straße, 88709 Meersburg, Tel.: 07532/440400. 38 Plätze bis 12 m auf Schotter. Gebühr: 10 €. V/E: 80 bis 100 l Wasser 1 €, Strom 0,50 €/kWh. Ortsmitte 1,5 km, Bodensee 1,7 km.

Tipps der Autorin

Für Leseratten

Ein schönes Freiluft-Plätzchen zum Schmökern nutzen Bücherwürmer in der Überlinger Grabenstraße nahe dem See. Hier steht ein Bücherregal, gefüllt mit Lesestoff für jedermann – gratis. Einfach Buch auswählen und auf der benachbarten Bank lesen, zurückstellen oder mit nach Hause nehmen.

Für Weinliebhaber

Der Weinkundeweg zwischen Meersburg und Hagnau führt mitten durch Rebhänge und bietet fantastische Ausblicke auf den See. Schautafeln informieren über Rebsorten rechts und links des Höhenwegs. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kürzt den zehn Kilometer langen Weg auf halber Strecke ab.

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