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Stellplatz-Check Gardasee

La Dolce Vita

Der Gardasee ist ein Traumrevier für sonnenhungrige Aktivurlauber und ein Topziel für wintermüde Reisemobilisten: Stell- und Campingplätze säumen die Via Gardesana wie eine Perlenkette. Also nichts wie hin.

Steile Gebirge im Norden, sanfte Hügel im Süden. Weinberge und grüne Wiesen, Olivenhaine und Obstplantagen, Zitronen und Zypressen, Alpenveilchen und Enzian. Der Gardasee ist ein landschaftliches und klimatisches Kleinod. Selbst in der Vorsaison, wenn die noch schneebedeckten Zweitausender ihre weißen Gipfel in den blauen Himmel recken, gebärdet sich Italiens größtes Binnengewässer mit glasklarem Wasser, einladenden Stränden und Buchten, mediterraner Vegetation, leuchtenden Farben und bezaubernden Orten wie ein Stück Mittelmeer, das zufällig zwischen Gebirge und Po-Ebene geraten ist.

Ein Urlaubsparadies für jeden Geschmack: Bewegungshungrige gehen bei milden Temperaturen wandern, radeln, reiten, surfen oder segeln. Kulturfreunde besuchen geschichtsträchtige Burgen, prächtige Palazzi und botanische Gärten. Für Gourmets bietet die berühmte italienische Esskultur zahlreiche Verführungen.

Bildergalerie

Torbole

Schon nach der Autobahn-Abfahrt in Rovereto geht Winterflüchtlingen das Herz auf. Die Fahrt führt durchs romantische Hinterland entlang an Weinhängen und Obstbäumen. In Nago, wo sich die Straße in Serpentinen den Berg hinunterschlängelt, eröffnet sich eine atemberaubende Aussicht auf das Nordufer des Sees und auf Torbole. Bunte Häuser, die sich anmutig an den Fels schmiegen – ein Anblick, der auch Goethe schon ins Schwärmen brachte bei seiner Italienreise. Heute ist das ehemals verträumte Fischerdorf dank der zuverlässigen Gardasee-Winde einer der wichtigsten Hotspots für Surf- und Segelfreaks. Aber auch Mountainbiker, Kletterer und Wanderer zieht es hierher: Eine tolle Route führt über den Monte Brione nach Riva.

Sie ist auch für Einsteiger gut machbar und bietet prächtige Aussichten auf den See. Reisemobilurlaubern bietet Torbole gleich mehrere Campingplätze und einen tollen Stellplatz. Er liegt ruhig neben einem Wohngebiet mit Blick auf die Berge. Zur Seepromenade und einem kleinen, hübschen Hafen sind es fünf Minuten, das Dörfchen ist in einer Viertelstunde erreicht. Der ganzjährig geöffnete Camperstop ist zudem perfekt ausgestattet mit mehreren Toiletten und Duschen, Ver- und Entsorgung an jedem Platz und einem Kiosk, der die Gäste mit dem Wichtigsten versorgt. Einziger Nachteil: sehr beliebt und daher sehr gut besucht, selbst in der Vorsaison. Am besten früh anreisen.

Stellplatz-Info: Camperstop Torbole, Via Al Cor 2/a, I-38069 Torbole, Tel.: 0039-0464548204, 120 Plätze auf Wiese und Schotterrasen, 20 bis 34 € ( je nach Saison).

Colà

Etwas südlich von Lazise liegt wenige Kilometer vom Gardasee entfernt das Örtchen Colà – bekannt wegen seines Thermalbads, das sich mitten in einem wunderschönen Park befindet. Baden geht hier auch im Frühjahr, wenn der Gardasee dafür noch zu kalt ist: Der 33 Grad warme Thermalsee mit Springbrunnen, kleinen Wasserfällen, Grotten und Unterwassermassagen verspricht eine weitere Variante des italienischen Dolcefarniente. Der Clou: Nur zehn Gehminuten vom Parco Thermale entfernt befindet sich der Stellplatz. Dort gibt es 200, teilweise auch schattige Flächen für große Mobile, saubere und beheizte Sanitäranlagen sowie Strom an jedem Platz.

Stellplatz-Info: Wohnmobilstellplatz Parco Termale, Via Possoi 64, I-37017 Colà di Lazise, Tel.: 0039-045/7590988, 200 Plätze auf Asphalt, Gebühr: 24 €, bzw. 1 €/h (mind. 5 €).

Peschiera

Gut erholt geht es weiter zum südlichsten Zipfel des Sees, nach Peschiera. Hier ist schon eine deutlich andere Atmosphäre als am bergigen Ausgangspunkt der Tour. Bis auf einige Moränenhügel prägen das Hinterland flache Wiesenlandschaften. Das 9.000-Einwohner-Städtchen besticht durch die Lage am Mincio, dem einzigen Abfluss des Gardasees. Die Altstadt ist völlig von Kanälen umflossen und liegt innerhalb der mächtigen, sternförmigen und schön bewachsenen Festung. Stadtbummler finden hier viele nette Geschäfte, gute Restaurants und Bars. Der zentrale Stellplatz eignet sich für einen Tagesstopp wie auch gut zum Übernachten.

Abseits der Straße ist er großzügig angelegt. Es gibt allerdings nur eine Ver- und Entsorgungsstelle. Wer Wasser auffüllen will, steht schon mal in einer Warteschlange. Gasflaschen zu tauschen ist möglich, allerdings nur mit italienischen Flaschen. Praktisch: die Tankstelle schräg gegenüber. Tipp: Ausflug zum Parco Sigurtà, einer wunderschönen Parkanlage am Mincio nahe Valeggio, wenig südlich vom See. Hier gehört die Tulpenblüte zu den ersten Höhepunkten im alljährlichen Blütenkalender. Die zweite von fünf großen Blüten beginnt Ende April mit den Iris, die dann im Mai 30.000 Rosen ablösen. Geöffnet ist der Park ab 8. März täglich von 9 bis 19 Uhr.

Stellplatz-Info: Area Camper al Porto, Via Milano 43, I-37019 Peschiera, Tel.: 0039-045/75518584, 90 Plätze, auf Schotter, Gebühr: 18 € bzw. 0,80 €/h, (mind.5 €).

Infobox

Den vollständigen Stellplatz-Check Gardasee und andere oberitalienische Seen aus Reisemobil International 03/2018 können Sie hier kostenpflichtig downloaden.

Redaktion
Jutta Neumann
Jutta Neumann nimmt seit Oktober 2017 als begeisterte Camperin reisemobilfreundliche Routen und Stellplätze unter die Lupe.
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