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Stellplatz-Check Rügen

Eine für alle

Kilometerlange Sandstrände, türkis leuchtendes Wasser, imposante Klippen, reetgedeckte Fischerkaten, mittelalterliche Backsteinkirchen, mondäne Seebäder und einzigartige Naturdenkmäler wie die berühmten Kreidefelsen – wer auf Deutschlands größter Insel Urlaub macht, dem fehlt es an nichts.

Ob wandern, radeln, reiten, segeln, surfen, baden oder bummeln – die sanft geschwungenen grünen Hügel, verwunschenen Seen, stillen Boddenlandschaften und bildschönen Strände lassen sich auf vielerlei Art erfahren – auch mit der Bahn: der Rasende Roland, die legendäre dampflokbetriebene Schmalspurbahn schnauft durch den Süden der Insel und ist dort überall mit ihrem eigentümlichen Huhuuu zu hören. Selbst in der Hochsaison finden Naturliebhaber hier einsame und mystische Fleckchen. Sicher mit ein Grund dafür, warum die so ausdrucksvolle Insel auch vielen Künstlern als Ort der Inspiration dient. Abseits der großen Hauptrouten kommt das Wohnmobil gut voran. Durch verträumte Alleen, entlang blühender Rapsfelder und durch malerische Dörfer ist schon die Fahrt durch Rügen ein Erlebnis.

Bildergalerie

Putbus

Erstes Etappenziel ist die liebliche Halbinsel Mönchgut, UNESCO-Biosphärenreservat im südöstlichsten Zipfel von Rügen. Auf dem Weg dorthin machen die Stellplatztester Halt in Putbus, einem prächtigen Ort, für den sich Durchreisende Zeit nehmen sollten. Die ehemalige Residenzstadt beeindruckt mit noblen, in Weiß gehaltenen klassizistischen Gebäuden rund um den Circus, einen als Rondell angelegten Platz, in dessen Mitte ein 19 Meter hoher Obelisk Aufmerksamkeit erregt. Stadtgründer Fürst Wilhelm Malte I. hinterließ neben einmaliger Architektur auch einen wunderschönen, im englischen Stil angelegten Schlosspark mit riesigen Mammut- und Tulpenbäumen. In der Orangerie erleben Besucher Konzerte und Ausstellungen. Wer länger bleibt, checkt im zwei Kilometer entfernten Yachthafen in Putbus-Lauterbach bei der Wasserferienwelt Im Jaich ein. Dort zu übernachten ist nicht günstig, aber luxuriös. Die Anlage ist bestens ausgestattet und bietet zahlreiche Freizeitaktivitäten wie Segelkurse, Angeltouren oder Motorboot- Törns. Wen es von hier aus auf ein wirklich einsames Eiland zieht, der wandert mit einem Führer über die gegenüberliegende unbewohnte Insel Vilm.

Stellplatz-Info:

Wasserferienwelt Im-Jaich, Am Yachthafen 1, 18581 Putbus-Lauterbach, Tel.: 038301/8090, 14 Plätze auf Schotterrasen, Gebühr: 18 € (20 € HS) inkl. Entsorgung, Sanitärnutzung, Strom, WLAN, plus Kurtaxe, Wasser 0,50 €/50 l, Dusche 0,50 €/min, keine Chemie-WC-Entsorgung.

Stellplatz-Info:

Stellplatz am Hafen, Seedorf 8, 18586 Sellin, Tel.: 038303/95650, 6 Plätze auf Asphalt, Gebühr: 12 Euro, plus Kurtaxe, Strom 0,50 €/0,9 kWh, Wasser: 1 €/100 l, Dusche: 0,50 €/2 min, keine Entsorgung.

Sellin-Seedorf

Platsch. Mit einem sanften Laut lassen sich die Fische nach ihrer Mückenmahlzeit wieder ins Wasser fallen, im blauweiß bewölkten Himmel zirpen die Feldlerchen, zwei Schwäne fliegen vorbei, in der Ferne kräht ein Hahn, dazu das Klimpern der Segelmasten. Wer nach einem fast schon kitschigen Sonnenuntergang und einer traumhaft friedlichen Nacht am Neuensiener See morgens die ersten Geräusche hört, fragt sich vielleicht, ob er wirklich wach ist. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Wohnmobile stehen auf dem idyllischen Stellplatz am Seglerhafen mit Blick auf vorbeischippernde Boote. Die Betreiber sind herzlich, das Sanitärgebäude ist gepflegt. Wer Hunger hat, speist gut in einem der hübschen Lokale oder packt sich im Räucherfischladen um die Ecke Proviant für ein Picknick ein. Einziger Haken: Wer einmal hier ist, kann sich kaum noch losreißen – zumal trotz der Abgeschiedenheit alles zu erreichen ist, was das Urlauberherz begehrt. Bewegungshungrige durchqueren auf einem der zahlreichen Fahrrad- und Wanderwege das ursprüngliche Mönchgut. Erholungsbedürftige nehmen den Bus, der stündlich und mit der Kurkarte gratis in das sehenswerte Seebad Sellin mit der historischen Wilhelmstraße und ihren im Bäderstil erbauten Villen fährt. Von hier aus geht es mit dem Aufzug oder zu Fuß hinunter auf die fast 400 Meter lange Seebrücke, eines der Wahrzeichen Rügens, und an den Sandstrand. Hier lässt es sich herrlich im Strandkorb faulenzen und anschließend bequem im Seebrücken-Restaurant speisen.

Putgarten

Der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge zum Kap Arkona ist Putgarten. Das ehemalige Bauern- und Fischerdorf besticht mit einem ganz besonderen Charme. Mittelpunkt des Ortes ist der Rügenhof, ein ehemaliger Gutshof, der heute neben Ferienwohnungen eine Kunst- und Handwerkskolonie beherbergt. Wer von Putgarten aus weiter will zum Kap Arkona oder in das einmalig schöne Fischerdorf Vitt, muss das Auto stehen lassen. Ab hier geht es zu Fuß, mit dem Rad, der Kutsche oder der Arkonabahn weiter. Wohnmobile stehen ohne Versorgung, aber gut und günstig auf dem zentralen Parkplatz. Kap Arkona ist Standort des Deutschen Wetterdienstes und gehört zu Recht zu den beliebtesten Ausflugszielen der Insel. Die Aussicht von den Leuchttürmen über die Ostsee und das Wittower Land ist herrlich. Wer gut zu Fuß ist, wandert von hier aus über die steile hölzerne Königstreppe 42 Meter hinunter zum Steinstrand und an der imposanten Steilküste entlang bis in das unter Denkmalschutz stehende Fischerdörfchen Vitt. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten dort zählt die achteckige Kapelle, die wie der ältere der beiden Leuchttürme nach Plänen des berühmten Architekten Schinkel erbaut wurde.

Stellplatz Putgarten

Stellplatz-Info:

Stellplatz beim Kap Arkona, Dorfstraße, 18556 Putgarten, Tel.: 038391/4190, 30 Plätze auf Asphalt, Gebühr: 5 € inkl. Wasser und Müllentsorgung, WC: 0,50 €

Den vollständigen Stellplatz-Check Rügen aus Reisemobil International 07/2018 können Sie hier kostenpflichtig downloaden.

Redaktion
Jutta Neumann
Jutta Neumann nimmt seit Oktober 2017 als begeisterte Camperin reisemobilfreundliche Routen und Stellplätze unter die Lupe.
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