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Gebraucht-Check

Aufgewertet in Sachsen

Nicht alle Reisemobile aus Sachsen stammen von Capron in Neustadt. Der Free Living etwa wurzelt in Döbeln zwischen Leipzig und Dresden.

Ein Reisemobil mit weit verzweigtem Stammbaum: Ursprünglich ist der Teilintegrierte als Sun Living Lido S 42 SL bei Adria in Slowenien vom Band gelaufen. Die Firma Sachsen Caravan modifiziert diese Fahrzeuge, erweitert sie um sinnvolle Details und bringt sie unter dem Namen Free Living auf den Markt.

Bei dem Gebrauchten handelt es sich um ein Fahrzeug aus erster Hand, Baujahr 7/2013. Nach drei Jahren gewerblichen Leasings steht der Teilintegrierte jetzt bei Sachsen Caravan zum Verkauf. Das Besondere an diesem Gebrauchten: „Er hat Steuer.“ Das bedeutet, dass gewerbliche Käufer durch den Vorsteuerabzug nur den Nettopreis bezahlen. Für private Käufer indes ändert sich nichts.

Bildergalerie

Glänzende Erscheinung

Schon der erste Eindruck fällt positiv aus: Das Mobil ist außen professionell aufbereitet worden. Auf der spiegelnden GfK-Außenhaut finden sich auch bei mehrfachem Hinsehen keine Dellen oder Kratzer. Lediglich auf der Motorhaube sind minimale Steinschläge zu erkennen. Bei einem Gebrauchten mit 76.000 Kilometern auf dem Tacho gehören die aber praktisch dazu.

Technisch einwandfrei

Der obligatorische Blick unter die Haube bleibt ohne Befund. Alles trocken und ordnungsgemäß, lediglich ein bisschen Dreck findet sich in den Ecken. Der Vorbesitzer hat vor dem Verkauf noch einen Service machen lassen.

Ein Blick unter das Mobil bestätigt den guten Eindruck. Das Profil der Reifen reicht noch aus für mehrere Jahre Urlaubsvergnügen. Rahmen und Fahrwerk sind rostfrei, alle Gummis in gutem Zustand. Trotz der überdurchschnittlich hohen Fahrleistung macht sich das geringe Alter positiv bemerkbar.

Hoher Nutzwert

Auf den ersten Blick wirkt der Wohnbereich des Free Living eher unspektakulär. Der Möbelbau ist gut. Die Metallscharniere funktionieren wie die Pushlocks fehlerfrei. Das Interieur ist in Ordnung, nur über der Sitzgruppe finden sich zwei Macken im Holz.

Der Free Living ist in Adria-Qualität gebaut, auf Design-Spielereien muss der Käufer aber verzichten. Dafür bekommt er einen soliden Aufbau mit hohem Nutzwert.

Das gilt auch für das Bedienpaneel. Einfach, übersichtlich und selbsterklärend. Abzüge gibt es bei den
seitlichen Staufächern im Fahrerhaus. Wer die Klappe öffnet, schaut auf das nackte GfK – von Isolierung ab Werk keine Spur. Wer im Winter verreisen möchte, sollte diese Fächer vorher unbedingt dämmen.

Positiv fallen die Verdunklungsvorhänge auf: Sie lassen sich schnell und effektiv mit Druckknöpfen befestigen und sind passgenau genäht. Sie schränken die Bewegungsfreiheit nicht ein, auch der Zugriff aufs Radio bleibt weiterhin möglich.

Der Sanitärbereich

Das Badezimmer auf der linken Seite lässt sich trotz kompakter Maße gut nutzen. Wer auf der Toilette sitzt, genießt ebenso viel Bewegungsfreiheit wie vor dem Waschbecken. Allerdings stehen seine Füße so oder so in der Duschtasse.

Ein Eckschrank und ein Schrank unterm Waschbecken bieten ausreichend Platz für Kosmetika. Seifenspender und runde Duschtür statt Vorhang sind serienmäßig. Hier punktet der Free Living im Vergleich zum Original. Hygienisch ist im Bad alles in Ordnung, sogar der Zitronenduft des Badreinigers hängt noch in der Luft.

Die Küche

Gegenüber vom Bad steht der Küchenblock mit dreiflammigem Herd und 97-Liter-Kühlschrank. Eine zusätzliche Ablage sowie ein Abroller für Küchentücher gehören bei Free Living zu den serienmäßigen Extras.

Positiv fällt die Abdeckung der Spüle auf, hier haben die Entwickler mitgedacht: Das Griffloch ist so platziert, dass Restwasser während der Fahrt aus dem Hahn in die Spüle tropft und nicht auf die Ablage.

Der Schlafraum

Im Heck befinden sich zwei Einzelbetten, getrennt durch eine breite, zweistufige Treppe. Mit einer Zusatzmatratze lässt sich ein großes Doppelbett bauen. Allerdings erfordert der Gang ins Bett dann mangels Leiter akrobatisches Geschick.

Die Kopfenden der Betten lassen sich hochstellen. Die Werks-Matratzen wurden gegen höherwertige getauscht. Mit den zwei Lesespots und den Ablagen ist der Urlauber bestens ausgerüstet.

Technische Daten

  • Basis

    Fiat Ducato Typ X250 mit 35L-Chassis, Diesel 2,3 l Multijet, 96 kW (130 PS), Sechsgang-Schaltgetriebe mit Frontantrieb, grüne Feinstaubplakette

  • Aufbauart

    Teilintegriertes Reisemobil mit GfK-Aufbau in Sandwichbauweise
    Tachostand/Baujahr: 76.000 km/Juli 2013

  • Technisch zulässige Gesamtmasse

    3.500 kg

  • Anhängelast

    2.000 kg/750 kg (gebremst/ungebremst)

  • Wohnen/Fahren

    vier Sitzplätze/drei Schlafplätze

  • Maße

    Gesamtlänge 661 cm, Gesamtbreite 230 cm, Gesamthöhe: 278 cm

  • Sonderausstattung

    35L-Chassis, 130-PS-Motor, Paket Komfort (Klimaanlage Fahrerhaus, Airbag Beifahrer, Außenspiegel elektrisch verstell- und beheizbar, Tempomat, Radiovorbereitung samt Antenne, Fahrerhaussitze im Wohnraumdesign, Sitzsockelverkleidung Fahrerhaus, Armlehnen Fahrerhaus), Kit De Luxe (Wände und Dach aus GfK-Sandwich, Heckleuchtenträger separat, Fliegenschutz-Aufbautür, getönte Fenster, Panorama Dachhaube, Dachhaube im Bad, Gasregler Monocontrol CS, Duschtrenntür statt Vorhang) Reserverad, Rückfahrkamera mit LCD-Display, Markise, Teppichboden Wohnraum, Vorzeltleuchte, Alden Flachbildfernseher, automatische Sat-Anlage

  • Verkaufspreis nach Schwacke-Liste I/2016

    An-/Verkauf: 27.700/30.900 Euro (errechnet)

  • Grundpreis 2013

    43.899 Euro (ohne Sonderausstattung)

  • Preisvorstellung Händler

    31.900 Euro brutto, 26.882 Euro netto (mit Sonderausstattung)

Fazit

Für Paare eignet sich der Free Living S 660 SL gut. Die hohe Garage müssen Reisende mit etwas geringerer Kopffreiheit in den Betten bezahlen. Ansonsten ist der Free Living ein ordentliches Reisemobil, bedenkenlos zu kaufen. Dass es ihn fast zum Listenpreis gibt, macht ihn angesichts der Marktsituation zum Schnäppchen.

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Auf was Sie beim Kauf eines gebrauchten Reisemobils achten sollten, lesen Sie in dieser Checkliste.

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