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Malibu Van family-for-4 640 LE K

Der Vielseitige

Diversity nennt Malibu seinen neuen Grundriss mit tief montiertem Kühlschrank und freier Blickachse. Als family-for-4 kommt ein Aufstelldach dazu. Praxistest des Malibu Van family-for-4 640 LE K.

Mit dem Platzangebot im Kastenwagen ist das häufig so eine Sache. Zwar bemühen sich die Hersteller, den Raum in der schmalen Blechkarosserie bestmöglich zu nutzen, doch bleibt das tatsächliche wie gefühlte Volumen deutlich hinter klassischen Reisemobilen zurück. Um Raumgefühl und Platzangebot im Kastenwagen zu verbessern, zieht Carthago-Tochter Malibu nun alle Register: Bei den neuen Diversity- Grundrissen befindet sich der Kühlschrank nicht raumhoch zwischen Küche und Bett, sondern an gleicher Stelle tief eingebaut. Mit Ablagefläche obendrauf und freiem Blick bis ins Heck.

Der Testwagen kommt zudem als GT skyview mit Panoramafenster über dem Fahrerhaus und family-for-4 mit Aufstelldach für insgesamt vier Schlafplätze. Das alles im mit 6,36 Meter längsten Fiat Ducato – mehr Raumgefühl und Platz geht im Kastenwagen nicht. Die vollständige Modellbezeichnung des Testwagens lautet daher etwas sperrig: Malibu Van familyfor- 4 GT skyview 640 LE K. Ein ausführlicher Praxistest an die Loire in Frankreich klärt, ob die Kombination überzeugt.

Tatsächlich wirkt der Innenraum dieses Malibu Vans hell und geräumig. Der tief eingebaute Kühlschrank verbessert nicht nur das Raumgefühl, seine Oberseite eignet sich auch hervorragend, um daran im Stehen Mahlzeiten vorzubereiten. Denn die Arbeitsfläche liegt einige Zentimeter höher als der Küchenblock. So schnippelten die Camper im Praxistest fast ausschließlich hier Zwiebeln und Gemüse. Das klassische Klappbrett an der Stirnseite des Küchenblocks war trotzdem willkommen, denn es eignet sich bestens als Theke beim Anreichen von Lebensmitteln und Co. nach draußen.

Der Diversity-Grundriss punktet mit freier Blickachse und der praktischen erhöhten Arbeitsfläche auf dem Kühlschrank.

Viele Küchenvarianten

Kehrseite der Kühlschrank-Position ist der vergleichsweise beschwerliche Zugang – ohne Bücken geht es nicht. Bessere Erreichbarkeit und trotzdem freien Durchblick im Fahrzeug böte der Einbau des Kompressor-Gerätes in der Stirnseite des Küchenblocks mit bequemem Öffnen von innen wie außen. In diesem Fall müsste aber das Klappbrett entfallen. Auch müssten die Küchenschubladen schmaler ausfallen, dafür würde Raum zwischen Küche und Bett gewonnen. Malibu bietet diese Lösung im Van 640 LE RB (First Class – Two Rooms) ebenfalls an.

Zweites auffälliges Merkmal des Testmobils ist das Aufstelldach, das Malibu seit vergangener Saison anbietet. Es handelt sich um eine Eigenkonstruktion aus Sandwich (Alu/RTM-Hartschaum/ GfK). Der Hersteller gibt ein Gewicht von 105 Kilogramm an, was vergleichsweise leicht ist. Das Öffnen und Schließen des Daches gelingt dank kräftiger Gasdruckfedern leicht.

Für den Aufstieg gibt es eine zweigeteilte Leiter, die während der Fahrt sinnvollerweise im Heckstauraum mitreist. Wer die Version mit Dachstauschrank statt Panoramafenster über dem Fahrerhaus wählt, dürfte die Leiter auch hier unterbekommen, muss dafür aber bei geschlossenem Dach auf Tageslicht über den Vordersitzen verzichten.

Im mehr als zwei Meter langen und 132 Zentimeter breiten Dachbett übernachten auch zwei Urlauber recht bequem. Die Matratze ist mit fünf Zentimetern zwar dünn, aber sehr fest, sodass man nicht durchliegt. Zwei LED-Spots in der mit Kunstleder verkleideten Decke erhellen das Obergeschoss wirkungsvoll.

Infobox

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Malibu Van family-for-4 640 LE K: Bequeme Einzelbetten

Eine Nummer bequemer präsentieren sich die beiden Einzelbetten im Heck des Malibu. Das beifahrerseitige Bett erreicht mehr als zwei Meter Länge, gut für Großgewachsene. Die zehn Zentimeter starken Matratzen in Sieben-Zonen-Qualität (Aufbaupaket) liegen auf Lattenrosten statt wie im Dachbett auf einem simpleren Abstandsgewirke. Unter den Betten findet sich ein großzügiger Kleiderschrank sowie weiterer Stauraum für Wäsche und mehr.

Malibu-typisch: das Bad mit Schwenktoilette. Das WC verschwindet bei Bedarf unter dem Heckbett, mit Lamellen-Schiebetüren lässt sich eine recht geräumige Duschkabine abtrennen – größer als bei vielen Konkurrenten.

Kehrseite: Das Bad wirkt ziemlich zerklüftet, der Toilettenschacht ist zum Bad hin offen. Zudem muss man leicht schräg auf der Schüssel sitzen, damit Knie und Schrank nicht kollidieren. Und der Spülknopf ist tief unten nicht optimal für den Camper erreichbar.

Großer Heckstauraum unter den Betten.

Ratsam beim Reisen zu viert: die Auflastung auf das Vier-Tonnen-Maxi-Chassis. Der Testwagen wog mit vollem Diesel- und Gasvorrat, aber ohne Frischwasser und Gepäck bereits 3.100 Kilogramm – ohne schwere Extras wie Markise oder Radträger. Ein Zustand freilich, den sich der Malibu Van mit fast allen 636er-Kastenwagen mit Aufstelldach teilt.

Grundpreis für den Malibu Van family-for-4 640 LE K in der Version mit Panoramafenster über dem Fahrerhaus (GT skyview): 60.140 Euro.

Redaktion
Simon Ribnitzky
Simon Ribnitzky ist seit August 2019 Teil der Redaktion, testet Reisemobile und versorgt die Webseite mit frischen Inhalten.
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