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Burow Oman im Test

Günstig ins Gelände

Schon ab 50.000 Euro ist der Burow Oman auf Ford Ranger zu haben. Was bietet der Allradler für diesen Preis?

Wer ein Reisemobil haben möchte, mit dem er auch abseits asphaltierter Straßen unterwegs sein kann, muss meistens tief in die Tasche greifen. Burow Reisemobile aus Mering nahe Augsburg hat jetzt eine günstige Alternative vorgestellt.

Der Kastenwagenspezialist, der seit vielen Jahren auf Peugeot Boxer als Basis setzt, beschreitet neue Wege: Burow bietet das Modell Oman auf einem Ford Ranger mit zuschaltbarem Allradantrieb und Sperrdifferenzial zum Grundpreis von 49.900 Euro an.

Den Kofferaufbau lässt Burow bei einem Lkw-Zulieferer fertigen. Er wird in hagelresistentem GfK-Sandwich mit 35 Millimeter dicker Isolierung aus PU-Schaum hergestellt und mit solider Aufbautür inklusive Abus-Sicherheitsschloss sowie hochwertigen PU-Rahmenfenstern bestückt. Die Kabine ist fest mit dem Ranger-Pick-up-Fahrgestell verbunden und lässt sich nicht, wie zu vermuten, absetzen. Das spart einen teuren Absetzmechanismus. Außerdem erklärt das günstigen Basisfahrzeug (ab 29.500 Euro), warum der Oman preislich so interessant ist.

Innen wirkt die 5,59 Meter lange Wohnkabine geräumiger, als es sich von außen erwarten lässt. Burow geht bei der Einrichtung des limitierten Raums äußerst clever vor. Über eine elektrisch ausfahrbare Trittstufe ist das Innere des Oman zu erreichen. Dort eröffnet sich ein klar gegliederter und großzügig geschnittener Wohnraum.

Die Einrichtung mit den kantigen Möbeln in naturhellem Eichedekor und rot-grau gestreiften Polstern wirkt rustikal und sofort einladend. Rechts neben dem Eingang ist in Stehhöhe der 80 Liter fassende Kompressor-Kühlschrank platziert, darüber gut erreichbar das Kontrollpaneel.

Links vom Eingang steht die große, quer eingebaute Küchenzeile. Sie punktet mit reichlich Arbeits- und Ablagefläche sowie richtig viel Stauraum in Form von drei Schubfächern, einem Unterschrank sowie einem großen Oberschrank. Alles nimmt Kochgeschirr und Vorräte für zwei Personen problemlos auf.

Auf den Einbau einer Gasanlage verzichtet Burow. Deshalb kommen im Oman zwei längs angeordnete Spirituskocher zum Einsatz, die ihre Dienste nicht ganz geruchsfrei, aber zuverlässig verrichten.

Nach vorn schließt sich auf der Fahrerseite ein äußerst geräumiges Bad (120 mal 72 Zentimeter Grundfläche) an, zu betreten über eine solide Holztür mit robustem Haushaltsschloss. Kernstück des Sanitärraums ist der hölzerne Waschtisch mit dem kompakten runden (30 Zentimeter Durchmesser) Kunststoff-Waschbecken samt dazugehöriger Designerarmatur.

Der Clou: Besagter Waschtisch lässt sich zur Seite durch die Badezimmerwand schieben, wo er im Küchenmöbel verschwindet. Dadurch entsteht eine riesige Duschkabine, in der selbst fülligere Reisemobilisten ausreichend Bewegungsfreiheit haben. Burow bestückt den Boden des Sanitärraumes mit zwei Wasserabläufen. Auch auf unebenem Terrain kann so das Duschwasser vollständig abfließen.

Außerdem schmückt der Hersteller das Bad hinter dem Waschtisch mit einer Strukturtapete in Steinoptik, angelehnt an den Landhausstil. Standardmäßig ist das Bad des Oman mit einer drehbaren Kassettentoilette sowie einem großen Fenster ausgestattet.

In Wagenmitte findet die Sitzgruppe des Oman ihren Platz. Sie setzt sich aus zwei gegenüber positionierten Längssitzbänken mit einem dazwischen montierten Einhängetisch zusammen. Für zwei Personen reichen die Dimensionen der Querdinette aus. Es sitzt sich richtig bequem an der verschiebbaren Einhängetafel. Unter den Sitzbänken finden von innen und außen zugänglicher Stauraum sowie die Versorgungstanks ihren Platz.

Nach vorn schließt sich das 202 mal 140 Zentimeter große Alkovenbett des Offroad-Mobils an. Kopf- und Fußende lassen sich über die Querbänke hinweg ausziehen. So entstehen auch zwei 70 Zentimeter breite Einzel-Längsbetten. Das Oman-Eignerpaar wählt also, ob es quer oder längs schläft.

Wer mit dem Burow Oman in kältere Gefilde fahren möchte, muss für die Truma-Dieselkraftstoffheizung 3.300 Euro zusätzlich bezahlen. Der nicht nachrüstbare Durchstieg zum Fahrerhaus verteuert den Oman um weitere 1.850 Euro. Außerdem bietet Burow reichlich Ausstattung für den Gelände-Camper an: einen Fahrradträger (585 Euro), Solaranlage (2.451 Euro), Markise (999 Euro) und eine Dach-Klimaanlage (1.655 Euro).

Der zweisitzige Ford Ranger fährt sich einwandfrei. Dank der festen Kabine ist beim Anfahren oder Bremsen kein lästiges Ruckeln wie bei so manchem absetzbaren Pick-up-Aufbau zu spüren. Den Allradantrieb, das Mittel für die Fahrt abseits der Straße, aktiviert der Fahrer bequem über einen Drehknopf an der Mittelkonsole, ebenso das Sperrdifferenzial.

Zur umfangreichen Serienausstattung des Basisfahrzeugs gehören unter anderem Fahrer- und Beifahrerairbag, Seiten-, Knie- und Kopfairbags, ESP, ABS, ein Berganfahrassistent sowie elektrische Fensterheber.

Allerdings tut sich der Ford Ranger mit der Basismotorisierung (125 PS) mit dem relativ schweren Aufbau etwas schwer. Der künftige Oman-Besitzer sollte die 1.350 Euro für die 150-PS-Maschine investieren.

Technische Daten

  • Fahrgestell

    Ford Ranger 2,2 l TDCI, 92 kW (125 PS), Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb mit zuschaltbarem Allradantrieb und Geländeuntersetzung

  • Maße und Massen

    (L x B x H): 559 x 209 x 275 cm, Radstand 322 cm, zul. Gesamtmasse: 3.200, Anhängelast gebremst: 3.500 kg

  • Aufbau

    Dach: GfK-Sandwich 37 mm, Wände: GfK-Sandwich 37 mm, GfK-Sandwich-Unterboden, Gesamtstärke: 37 mm, Isolierung: PU-Schaum, Aufbau ohne Holzleisten

  • Betten

    Alkovenbett: 202 x 140 cm oder 230 x 70 + 210 x 70 cm

  • Füllmengen

    Frisch-/Abwasser: 85/45 l, Kühlschrank: 80 l

  • Serienausstattung (Auszug)

    Sicherheitstür mit Abus-Schloss, elektrisch ausfahrbare Trittstufe, Spirituskocher, hochwertige PU-Rahmenfenster, verschiebbares Waschbecken im Bad

  • Extras (Auszug)

    Diesel-Kraftstoffheizung, Durchstieg ins Cockpit, Fahrerhaus-Klimaanlage, Leichtmetallräder, Markise, Dachhaube, Luftfederung

  • Testverbrauch

    12,3 Liter/100 km

  • Grundpreis/Testwagenpreis

    49.990 Euro/55.140 Euro

Redaktion
Juan Gamero
Juan Gamero ist seit Juli 1991 bei der Reisemobil International. Er testet Reisemobile & Co. und ist Experte für Technik.
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