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Eura Mobil Profila 695 EB Mondial

Bewährungsfrist

Ende vieler Dienstfahrten: Der Eura Mobil Profila 695 EB Mondial gehörte mehrere Monate zum Testfuhrpark von Reisemobil International. Wie hat sich der gut ausgestattete Teilintegrierte im Redaktionsalltag bewährt?

Testmobile bei Reisemobil International sind stark gefragt, wenn sie unproblematisch sind. Bei dem Eura Mobil Profila T 695 EB kommt dazu: Der Teilintegrierte ist sehr gut ausgestattet, was dem Reisenden Freuden beschert.

Das bewog die Redakteure von Reisemobil International, mit dem Dauertester zwischen Oktober 2015 und Februar 2016 nach Italien und Österreich, Belgien und Luxemburg sowie durch Deutschland zu reisen. Seine Fahrten führten den Teilintegrierten in die Alpen des Berchtesgadener Landes, in den Harz und große Städte wie Stuttgart und München.

Ein Reisepensum, wie es auch mobile Paare bewältigen. Auf die zielt Eura Mobil. Entsprechend bietet der 6,99 Meter lange Profila auf Fiat Ducato einen klassischen Grundriss mit Längs-Einzelbetten.

Die, und das verwundert, lassen sich nicht zu einer Fläche verbinden. Lediglich eine kleine Matratze vereint die Einzelbetten in der Mitte – nur für quer liegende Kuschler geeignet. Allerdings liegt dann einer der beiden unter dem Oberschränkchen. Daran sind die Leselampen befestigt – es bleibt nicht sehr viel Platz nach oben.

Ein Einlegebrett, das die Einzelbetten zu einer Spielwiese verwandelt, „bieten wir erst zur Saison 2017 an“, bedauert Jens Heinrichs, Marketing-Mann bei Eura Mobil.

Unter den Liegestätten verbirgt sich eine große, beidseitig zugängliche Heckgarage. Sie nimmt locker Skier und Snowboard auf, aber auch Mountainbikes und Campingmöbel.

Weiter vorn befindet sich unter den Betten je ein Kleiderschrank, beide nur mit Kniefall zu nutzen: Der Schrank unter dem rechten Bett ist riesig, aber nicht unterteilt und unbeleuchtet. Positiv: Eura Mobil versieht dieses Fach mit einer Stange für Jacken – dabei würden Einlegeböden stören. Den Stauraum gegenüber unterteilt zumindest ein Regalbrett.

Ein dritter Kleiderschrank steht in Fahrtrichtung vor der Wohnraumtür auf der Beifahrerseite, öffnet zur Eingangstür und eignet sich prima auch für lange Mäntel und nasse Jacken. Dennoch vermissten alle Nutzer Haken, um Jacken aufzuhängen.

Zur Halbdinette hin ist an der Seite dieses Schranks ein kleiner gepolsterter Hocker montiert – Fußauflage für Menschen auf der gegenüber stehenden L-Bank oder Notsitz beim Essen. Allerdings hat das untere, dünne Brett dieses Schemels nicht lang gehalten: Es ist mit der Maserung durchgeknackst.

Die Halbdinette ist mit der breiten, gut gepolsterten Bank gemütlich. Praktisch: Der Tisch lässt sich um 360 Grad drehen.

Die Fahrzeugmitte des 3,5-Tonners markiert die Küche samt 140 Liter großem Slim-Kühlschrank. Die Arbeitsfläche rund um Dreiflammkocher mit elektronischer Zündung und runder Spüle ist schwungvoll gestaltet. Angesichts der üppigen Arbeitsfläche lässt es sich hier gut kochen. IT-Kollege Reinhard Grässer hat sogar Besuch beköstigt – mit Käsefondue.

Der geschwungene Küchenblock formt einen halbrunden Durchgang zum Schlafabteil samt der ebenfalls gerundeten Wand des Waschraums. Einigkeit herrscht über dessen Ablagen: Die wenigen Fächer haben eine zu niedrige Rüttelkante. Tuben und Dosen fallen während der Fahrt heraus. Schon ein simples Gummiband würde helfen. Uneins das Urteil zur Geräumigkeit: Manche Kollegen konnten nicht bequem auf der Toilette sitzen. Als unpraktisch schnitt der tief am Waschbecken-Unterschrank montierte Klopapier-Halter ab. Obendrein klingle er ständig während der Fahrt, sofern keine Rolle eingelegt ist.

Andere Redakteure lobten die Dusche: „Sie ist geräumig und gut belüftet. Zu duschen funktioniert wunderbar“, notierte Computer-Spezialist Reinhard Grässer beim Snowboard-Urlaub im Stubaital.

Generell kassierte der Teilintegrierte gute Noten für seine Isolierung. Winterfest macht ihn der doppelte beheizte Boden – und er beschert dem Fahrzeug einen stufenlosen Übergang vom Fahrerhaus zum Innenraum.

Den heizt die Truma schnell auf. Besonders gelobt haben mehrere Redakteure den Vorhang, der den Fahrer- vom Wohnraum trennt: Effektiv hält er die Kälte von der Frontscheibe ab. So entsteht in dem Profila T 695 EB auch in der kalten Jahreszeit ein angenehmes Wohn- und Schlafklima.

Zu dem Wohlgefühl tragen die vielen Fenster bei. Niemand kommt sich eingesperrt vor. Es ist schön hell – was auch an den vielen Lampen liegt.

Überall finden sich Leuchten, nur an den Fahrersitzen nicht. Wer hier abends sitzt und lesen will, muss die Zündung und die eingebauten Einstiegslampen einschalten. Unpraktisch: Ein einziger Schalter neben der Aufbautür regelt die gemeinsame Deckenbeleuchtung für Heck und Wohnteil.

Übersichtlichkeit herrscht auf den Fahrersitzen. Der knapp sieben Meter lange Teilintegrierte lässt sich problemlos chauffieren. Allerdings verwehrt der Kleiderschrank hinter dem Beifahrersitz den Blick zurück durch das Fenster der Einstiegstür.

Unterwegs ist es im Innenraum sehr leise, es quietscht und klappert nichts. Lediglich die rollbare Duschwand knarzt ein wenig. Das spricht für eine gute Verarbeitung am Band
von Eura Mobil in Sprendlingen.

Mit einem Durchschnittsverbrauch zwischen 10,3 und 11,1 Litern Diesel je nach Fahrweise rangiert der Teilintegrierte angesichts der vorwiegend kalten Jahreszeit seines Einsatzes besser als der Durchschnitt.

Dank Mondial-Ausstattung enthält der Profila den 130-, im Testwagen (gegen Aufpreis) sogar den 148-PS-Motor. Dazu kommen die von Eura Mobil als „Captain-Chair“ titulierten Fahrersitze mit Armlehnen, Klimaanlage fürs Fahrerhaus, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Moniceiver mit Rückfahrkamera, Alu-Felgen, LED-Tagfahrlicht, Tempomat, lackierter Stoßfänger, Fahrradträger, Markise, Mückengitter und Heki. Schick ist das dunkel lackierte Fahrerhaus. Kurz: ein schönes Reisemobil.

Fazit

Der Profila T 695 EB Mondial bündelt so ziemlich alles, was ein Teilintegrierter mit Einzelbetten im Heck mitbringen soll: Er ist geräumig, komfortabel und prima ausgestattet. Dass Eura Mobil das Einlegebrett zwischen den Betten erst im nächsten Jahr anbietet, ist wohl eher ein Schönheitsfehler als ein echter Mangel. Halbdinette und Küche sind gut aufeinander abgestimmt: Es geht gemütlich zu. Das Bad sollte mehr Ablageflächen bekommen, auch ein paar mehr Kleiderhaken im Innenraum wären kein Fehler.

Als besonders positiv zu bewerten ist die Winterfestigkeit, die der Teilintegrierte im Dauertest mehrfach bewiesen hat. Doppelter beheizter Boden und gut isolierte Wände/Boden/Decke tun ihr Übriges. Dazu gibt’s die – zu erwartende – gute Verarbeitung made in Sprendlingen.

Dieser Teilintegrierte ist ein solides Fahrzeug. In der Sonderserie Mondial bringt er obendrein eine prima Ausstattung mit, so dass dann auch der Preis in Ordnung geht.

Technische Daten

  • Fahrgestell

    Fiat Ducato 2,3 Liter, 110 kW/148 PS, Fiat-Tiefrahmen (Spurweite
    1.980 mm)

  • Maße und Massen

    (LxBxH) 699 x 232 x 286 cm, Radstand: 404 cm, zul. Gesamtmasse: 3.500 kg; Heckbetten: 190 x 80 cm

  • Füllmengen

    Diesel: 90 Liter; Frisch-/Abwassertank: 140/100 Liter; Gas: 2 x 11 kg

  • Aufbau

    Holzfreies GfK-Sandwich, Leichtbaubodenplatte mit Aluminiumeinleger, doppelter beheizter Funktionsboden

  • Serienausstattung (Auszug)

    ABS, ESP, Rahmenverlängerung, Fahrerairbag, Fahrerhaus-Klimaanlage, Küche mit Dreiflammkocher, 140-Liter-Slim-Kühlschrank

  • Sonderausstattung

    Motor mit 148 PS: 1.490 Euro, Zusatzbett/Umbau Sitzgruppe: 490 Euro, Teppichboden im Aufbau: 390 Euro, Dunstabzugshaube: 420 Euro, Vorverkabelung für Solaranlage: 250 Euro, Duo Control CS mit Eis-Ex: 390 Euro, Abwassertank, isoliert und beheizt: 690 Euro.

  • Grundpreis/Testwagenpreis

    58.990 Euro/63.110 Euro

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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