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Fleurette Magister 69 LJG

In Handarbeit gefertigter Teilintegrierter

Noch ist Fleurette aus Frankreich in Deutschland kaum bekannt. Geht es nach den Verantwortlichen, soll sich das bald ändern. Wie schlägt sich der Fleurette Magister 69 LJG bei einer Probefahrt?

Rund 60 Kilometer von der Atlantikküste bei La Rochelle und der beliebten Ferieninsel Île de Ré entfernt, liegt das beschauliche Städtchen Benet. Hier baut Fleurette seit mehr als 50 Jahren Freizeitfahrzeuge. Waren es anfangs Caravans, so ist das Unternehmen in Frankreich heute bekannt für seine in Handarbeit gefertigten Reisemobile der Baureihen Fleurette und Florium. Die Fleurette-Modelle bedienen eher die konservative Kundschaft, während Florium auf die etwas modernere Optik setzt.

Beiden gemeinsam: Der Hersteller baut die Fahrzeuge komplett in Eigenregie und stellt sogar seine Wand-, Boden- und Dachelemente selbst her. Auch die Polyesterteile, etwa Dachhutzen, Radläufe und Heckwände, entstehen vor Ort. Da erübrigt es sich fast zu erwähnen, dass Fleurette auch die Möbel fast komplett selbst fertigt. So entstehen in Benet Teilintegrierte und Integrierte, zudem baut man hier in einem brandneuen Betriebsabteil auch Campingbusse für Westfalia aus – ebenfalls eine Marke der Rapido-Gruppe.

Bislang hauptsächlich auf dem heimischen Markt präsent, steckt Fleurette nun seine Fühler auch mehr in Richtung deutscher Kundschaft aus. Somit drängt sich eine Probefahrt förmlich auf. Die Wahl fällt auf den neuen Fleurette Magister 69 LJG. Der Teilintegrierte auf Fiat Ducato mit originalem Tiefrahmenchassis und 140-PS-Turbodiesel misst 6,97 Meter in der Länge und ist mit seinen beiden Einzelbetten über der Heckgarage auf zwei Reisende ausgelegt.

Für eine dritte Person lässt sich dazu ein elektrisch angetriebenes Einzel-Hubbett ordern. Zwischen der Sitzgruppe, bestehend aus L-Sitzbank, einem Seitensitz, den drehbaren Vordersitzen und einem Tisch mit verschiebbarer Platte sowie den Einzelbetten im Heck, platziert Fleurette die Winkelküche mit gegenüberstehendem Kühlschrank und dahinter das Raumbad des Magister 69 LJG.

Bildergalerie

Was sofort auffällt, ist die hochwertige Verarbeitung des Teilintegrierten: Die handgefertigten Elemente aus Polyester- Sandwich, seien es die Wände, das Dach oder der Boden, sind exakt gefügt und die ebenfalls selbst hergestellten Polyesterteile wie Aufbauschürzen, Fender und Dachhutze sind sauber montiert und, wo es notwendig ist, mit Dichtnähten versehen. Ganz holzfrei ist der Aufbau nicht, doch setzt der Hersteller die Holzleisten nur weit im Innern der Sandwichplatten ein. An den neuralgischen Kanten kommen wasserabweisende Leisten aus hochverdichtetem PU-Schaum zum Einsatz.

Serienmäßig montiert Fleurette Rahmenfenster sowie eine Aufbautür mit Zentralverriegelung. Stabil, aber unnötig schwer zu reinigen: die Aufbauschürzen mit leicht strukturierter Oberfläche. Eine weitere Besonderheit sind die weit überlappenden Eck- und Kantenprofile am Aufbau, die, so verspricht es Fleurette, ein Eindringen von Wasser praktisch unmöglich machen.

Der sehr gute Eindruck setzt sich im Inneren des Fahrzeugs fort. Zum einen ist das konservative Interieur sehr stimmig, zum anderen besticht die Qualität des Möbelbaus: Ob die Abdichtung der Küchenarbeitsplatte zu den Seiten hin oder jene der Duschkabine, Fleurette hat offensichtlich einen guten Ruf zu verlieren. Türen und Klappen haben teilweise Fronten aus lackiertem Birnenholz. Dass der Teilintegrierte dann auch noch mit einem während der Fahrt an Klappern und Knarzen armen Mobiliar glänzt, passt ins positive Bild des hier fast unbekannten Franzosen.

Infobox

Die vollständige Probefahrt des Fleurette Magister 69 LJG mit allen technischen Daten und einem abschließenden Fazit finden Sie in der Februar-Ausgabe 2019 von Reisemobil International – als Download in unserem Shop oder im Zeitschriftenhandel.

Redaktion
Mathias Piontek
Mathias Piontek ist seit Juli 2006 im Team von Reisemobil International und für die Fahrzeugtests zuständig.
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