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Weinsberg CaraTour 600 MQ und Pössl Summit Prime 600

Mit Licht & Luft

Kastenwagen mit Panoramafenster sollen ein Raumgefühl wie in Teilintegrierten bieten. Nun gibt es die Fenster auch zum Öffnen. Wie schlagen sich Weinsberg CaraTour 600 MQ und Pössl Summit Prime 600 im direkten Vergleich?

Sie sind der große Trend im Kastenwagensegment in den vergangenen Jahren: große Panoramafenster über dem Fahrerhaus, die den Dachstauschrank an dieser Stelle ersetzen und viel Licht ins Fahrzeug lassen. In der Folge geht es an der Sitzgruppe zumindest gefühlt ähnlich geräumig zu wie bei manchem ausgewachsenen Teilintegrierten.

Waren die Panoramafenster bislang meist fest verklebt, bieten sie nun immer mehr Hersteller auch in einer aufstellbaren Variante an – neben Licht bringt das bei Bedarf auch mehr Frischluft ins Mobil. Zwei Vertreter dieser Gattung hat Reisemobil International zum direkten Vergleich gebeten.

Weinsberg CaraTour 600 MQ und Pössl Summit Prime 600 setzen auf den klassischen Kastenwagen- Grundriss mit Querbett im Heck, Küche im Bereich der Schiebetür, Bad gegenüber und einer Halbdinette mit drehbaren Vordersitzen im Bug. Trotzdem sind in den Innenräumen der jeweils 5,99 Meter langen Kandidaten viele Details unterschiedlich gelöst.

Beim Grundpreis scheint zunächst der Weinsberg die Nase leicht vorn zu haben. Addiert man jedoch den Aufpreis für das SkyRoof (1.399 Euro), das Pössl beim Summit Prime bereits serienmäßig verbaut, liegen die Kontrahenten fast gleichauf bei rund 43.000 Euro.

Weinsberg CaraTour 600 MQ

Weinsberg isoliert Wände und Dach wie bei Kastenwagen üblich  mit flexiblen Matten aus PE-Schaum. Zwischen Blechunterboden und Wohnraumbodenplatte kommt einfaches EPS (Styropor) zum Einsatz. Für Rahmenfenster verlangt der Hersteller Aufpeis. Basisfahrzeug ist der Fiat Ducato mit im Standard 120-PS-Turbodiesel und Sechsgang-Schaltgetriebe.

Im Innenraum des Weinsberg CaraTour 600 MQ setzt der Hersteller auf silbergraue Möbel und Polster – das wirkt modern und automotiv, aber auch recht kühl. Sehr schön integriert Weinsberg das aufstellbare Panoramafenster. Die seitlichen Oberschränke verlaufen bis übers Fahrerhaus und bieten auch ganz vorn einen, wenn auch nicht besonders tiefen Stauraum hinter Klappen mit Soft-close-Technik. An der Vorderkante oberhalb der Windschutzscheibe findet sich eine offene Ablage mit hoher Rüttelkante.

Eine Besonderheit ist der Tisch des Weinsberg. Er stützt sich an der Seitenwand ab und verzichtet auf ein Tischbein. Wer auf der Sitzbank Platz nimmt, kann so problemlos ans Fenster durchrutschen. Allerdings ist die Konstruktion nicht so stabil wie ein Tisch mit festem Bein – der Vergleich zum Pössl beweist es.

Die Küche findet sich – ebenfalls Standard im Kastenwagen-Segment – im Bereich der Schiebetür. Ein kleines Klappbrett an der Stirnseite des Küchenblocks schafft etwas Abstellfläche. Den Kühlschrank baut Weinsberg raumhoch zwischen Küche und Bett ein. Hier ist er in angenehmer Höhe prima erreichbar, bildet aber einen Raumteiler.

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Pössl Summit Prime 600

Die Wände isoliert Pössl – genau wie Weinsberg – mit flexiblen PE-Matten. Die Bodenplatte ist hingegen mit hochwertigem, wasserabweisendem XPS-Schaum gedämmt. Den Summit Prime stattet der Hersteller serienmäßig mit Rahmenfenstern aus. Beim Basisfahrzeug besteht die Wahl zwischen Citroën Jumper oder Fiat Ducato. Letzterer ist etwas teurer, bietet aber die Option auf ein Automatikgetriebe.

Mit dunklen Holzoberflächen bedient der Summit Prime im Innenraum eher den gediegen-konservativen Geschmack. Die Oberschränke enden auf Höhe der B-Säule, wie bei Modellen mit Dachstauschrank auch. Seitlich rechts und links über Fahrer und Beifahrer hat der Hersteller aus dem bayerischen Ainring offene Ablagen eingebaut, die das Fahrerhaus ebenfalls gut in den Wohnraum integrieren, wenn auch nicht ganz so elegant wie beim CaraTour.

Das Querbett des Pössl Summit Prime 600 überzeugt mit einer vernünftigen Länge von 196 Zentimetern. Mehr ist bei einem Ducato mit Querbett kaum möglich. Dank rund eineinhalb Meter Breite können Urlauber hier auch zu zweit bequem übernachten. Das schmale Seitenfenster ist deutlich über der Matratze positioniert. Das hat den Vorteil, dass Kopf bzw. Füße dem Plissee nicht in die Quere kommen.

Besonderheit der Küche im Pössl Summit Prime 600: Der Kühlschrank ist in der Stirnseite eingebaut, er lässt sich so sehr gut von innen und außen erreichen. Weil ein Klappbrett an dieser Stelle dann nicht mehr möglich ist, schraubt Pössl es an der Innenseite an, hochgeklappt entsteht so eine L-Küche. Der Durchgang von der Sitzgruppe nach hinten ist dann allerdings versperrt. Weil der Kühlschrank als Raumteiler fehlt, gibt es aber auch zwischen Spüle und Bett genug Arbeitsfläche.

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Wie sich der Weinsberg CaraTour 600 MQ und Pössl Summit Prime 600 im vollständigen Vergleichstest schlagen, erfahren Sie in der April-Ausgabe 2021 von Reisemobil International – jetzt in unserem Shop bestellen oder PDF herunterladen.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu Weinsberg und Pössl.

Redaktion
Simon Ribnitzky
Simon Ribnitzky ist seit August 2019 Teil der Redaktion, testet Reisemobile und versorgt die Webseite mit frischen Inhalten.
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