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Knaus Sun I 700 LEG

Update im November: Hinter den Kulissen des Sun I

Der zweiachsige Knaus Sun I 700 LEG ist ein Jahr lang das Zuhause von Thomas Nitsch. Welche Erfahrungen sammelt der Redakteur mit dem Integrierten?

Für diesen Dauertest hat sich Reisemobil International etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Wie wäre es, ein Fahrzeug einmal wie im echten Camperleben dauernd zu bewohnen? Thomas Nitsch wollte es wissen und hat sich der Herausforderung für Mensch und Maschine gestellt.

Infobox

Ein stets aktuelles und vollständiges Update zum Dauertest des Knaus Sun I 700 LEG lesen Sie in den Ausgaben von August bis Januar 2019 der Reisemobil International.

Update November: Hinter den Kulissen des Knaus Sun I

Nun sind es schon acht Monate her, seit der Chef vom Dienst von Reisemobil International den Knaus Sun I 700 LEG zu seinem Wohndomizil auserkoren hat. Mit der immer kürzer werdenden Tagesperiode im Herbst bleibt dem Tester nun mehr Gelegenheit, sich auf die Suche nach womöglich noch verborgenen Einrichtungen und Bereichen des Knaus Sun I zu machen.

Eine unentbehrliche Hilfe dabei ist das Bedienungshandbuch. Im Knaus erwartet einen hierbei eine große Mappe mit einer Vielzahl an jeweiligen Anleitungen für das Basisfahrzeug, den Aufbau und die einzelnen Komponenten wie Kühlschrank, Fernseher und Heizung. Wünschenswert wäre es, gerade für Beschreibungen zum Fahrzeugaufbau mehr Details über das spezifische Modell zu erhalten, da einiges modellübergreifend abgehandelt wird. Im Großen und Ganzen aber erläutern die Anleitungen ausführlich, wo etwas im Fahrzeug zu finden und wie das Gewünschte zu bedienen ist.

Zum Beispiel der Batterietrennschalter, der ohne Blick ins Manual nicht so schnell auffindbar ist; er wird ja auch nicht so häufig gebraucht. Im Knaus Sun I 700 LEG befindet er sich unter der Sitzbank der Dinette. Und dort ist er auch korrekt platziert, liegt doch darunter der Technikbereich mit Ladebooster und CEE-Anschluss.

Update Oktober: Blick aufs Detail im Bad

Geräumig und praktisch geht es im Bad zu. Die Dusche misst einen halben Quadratmeter – genug, um sich annähernd stoßfrei der Körperhygiene widmen zu können. Die leicht konturierten Rillen der Duschtasse verhindern dabei wirkungsvoll ein Ausrutschen. Der Absatz an der Rückwand stört kaum und lässt sich obendrein als Ablage für Duschutensilien nutzen. Die Stärke des Wasserstrahls ist für eine Tauchpumpe ordentlich, sogar längere Frauenhaare lassen sich damit prima auswaschen. Positiv: Der Knaus Sun I verfügt über zwei Wasserabläufe, die das Abfließen des Duschwassers selbst beim leichten Schrägstehen des Wohnmobils erleichtern. Allerdings läuft das Wasser nur sehr langsam ab. Dadurch sammelt sich Duschschaum in der Duschtasse, und die Füße bleiben meist seifig. Übrigens, auch im Waschbecken und in der Küchenspüle läuft das Wasser nur langsam ab. Vermutlich ist das Ablaufgefälle im Fahrzeug zu gering, das Abwasser staut sich. Noch eine Kleinigkeit: Im Bad fehlt ein Handtuchhalter. Doch Thomas Nitsch weiß sich zu helfen – er hängt einen Expander zwischen Duschstange und Türverriegelung. Daran lassen sich Handtücher ohne großen Aufwand aufhängen und trocknen. Die Armatur am Handwaschbecken macht als Standwasserhahn, wie sie Knaus in vielen Modellen verwendet, einen schicken Eindruck. Als Wandarmatur indes ist sie nur bedingt geeignet: Ihr langer Griff kann beim Beugen des Kopfes über das Becken schon mal ins Auge gehen. Da musste der Redakteur aufpassen – aber inzwischen hat er den Bogen raus.

Update September: Familienzuwachs auf Zeit

In den Prospekten des Knaus Sun I wirbt der Hersteller aus Jandelsbrunn mit den beiden Models Marie und Anton, die als rüstiges Ruhestandspärchen, gelegentlich in Begleitung der Enkelkinder, die Vorzüge des Knaus Integrierten erleben. Im dritten Teil des einjährigen Dauertests will Reisemobil International wissen, ob der Sun I 700 LEG diesen Werbeversprechen gerecht wird. Die Perspektive Großfamilie übernimmt dieses Mal nicht Dauertester Thomas Nitsch, sondern sein Motorsportkollege Martin Köchl, der mit seiner Frau, den beiden Kindern sowie den Schwiegereltern eine knappe Woche den Knaus Sun I testen durfte. Testort Küche: Die leicht angewinkelte Küchenzeile bietet für große und kleine Camper ausreichend Standfläche und guten Zugang zum Dreiflammkocher und zur Edelstahlspüle. Hinter der Spüle platziert Bettina Köchl die Kaffeemaschine, gleich daneben an der rechten Seite geht‘s an die Steckdose, übrigens der einzigen in der Küche. Ihr Verbesserungsvorschlag: Unbedingt noch eine zweite Anschlussmöglichkeit über der Spüle oder an der linken Seite, damit auch andere Küchengeräte betrieben werden können. Manko auch hier: Es fehlen Haken für Geschirrtücher. Wenn es dann ans Essen geht, nehmen alle Köchls an der Dinette Platz. Der große Tisch lässt sich einfach in alle Richtungen ausrichten, zudem ist er sehr stabil und wackelt kaum, wenn die zappeligen Kinderfüße daran stoßen. Auch die Großeltern finden am Tisch bei rausgedrehten Fahrersitzen noch Platz, und zur Not gibt es ja noch den Seitensitz neben der Aufbautür.

Update August: Sitzluxus mit Schattenseiten

Nach nun schon fast 8.000 Kilometern auf Achse sei ein erstes richtungsweisendes Testurteil zu den Pilotensitzen Grammar-Luxury erlaubt. Im Knaus SUN I gehören sie zur Serie und tun ihrem Namen alle Ehre: Sie sind purer Sitzluxus. Nicht nur, dass sie sich in Höhe und Sitzneigungswinkel verstellen lassen, sie verfügen auch auch eine pneumatische Dämpfung, die sich auf das jeweilige Gewicht des Sitzenden einstellen lässt. Busfahrer und Brummikapitäne wissen das zu schätzen – ebenso wie die Lüftung der Grammarsitze, die auf den mehrstündigen Fahrten während der Hitzewelle im Juni den Fahrer auch unten herum belebten. Zwei Nachteile haben die Sitze aber doch. Erstens: Die Griffe sind beim Umlegen der Rückenlehne nach vorn viel zu schwergängig. Zweitens: Sie liegen an der Flankeninnenseite. Beim Wechsel vom Fahrerhaus zum Wohnteil ist es schon für normalgewichtige Fahrer kaum möglich, diese Griffe kontaktlos zu passieren. Laut Knaus will Grammar aber die Positionierung neu überdenken.

Update Juli: Die ersten Nächte im Knaus Sun I 700 LEG

Die Matratzen der Einzel-Längsbetten sind für Langschläfer eine wahre Freude. Das Evo-Pore-HRC ist ein extrem leichter und materialbeständiger Schaumstoff, der auch bei starken klimatischen Unterschieden formbeständig und dauerelastisch bleiben soll. Unter den Testbedingungen von Mitte April bis Mitte Juli betrug die Bandbreite zwischen minus einem und plus 39 Grad. Der Liegekomfort war jederzeit angenehm bei leicht straffer Abstimmung. Auch dann, wenn der Redakteur mangels optimaler Ausrichtung des Fahrzeugs mal quer im Bett schlafen musste. Der Federweg des Lattenrosts beträgt etwa vier Zentimeter, insofern bekommt der Matratze besondere Bedeutung bei. Das Hubbett über dem Fahrerhaus hat zwar etwas weniger Dämpfungskomfort im Unterbau, die Matratzen sind aber für jugendliche Schläfer bis 65 Kilogramm ausreichend komfortabel.

Das Testfahrzeug: Knaus Sun I 700 LEG

Mit seiner Länge von fast 7,5 Metern, 2,34 Metern Breite und einer Höhe von 2,94 Metern erhebt der Knaus Sun I 700 LEG den Anspruch darauf, ein Liner zu sein. Überhaupt steht das Facelift des 2019er Modells dem Sun I ausgezeichnet zu Gesicht. Die Frontmaske erscheint markant und wirkt sehr dynamisch. Dazu hat Knaus die Motorhaube und den Kühlergrill mit prägnaten Kanten plastisch überarbeitet, und das serienmäßige Tagfahrlichtband verstärkt diesen Effekt. Im Sonnenschein blinken die seitlichen Chromapplikationen. Apropos: Die isolierten Seitenscheiben sind Serie. Die Heckgarage hat zwei große Außenklappen mit praktischer Einhand-Bedienung, die sich optional bei Zentralverriegelung ebenfalls mit schließen lassen. Serienmäßig schließt aber die Aufbautür, die den Fahrgast beim Öffnen mit einer Coming-home-Beleuchtung begrüßt. Im Innenraum reicht der Blick nach links bis zur Empore mit den Längseinzelbetten. Die Komfortmatratzen aus Evo- Pore sind laut Herstellerangaben um 30 Prozent leichter, haben dabei aber eine um 40 Prozent geringere Härteabnahme.

Galerie: Knaus Sun I 700 LEG

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