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LMC Breezer V 646 G 2018 im Dauertest, Teil 4

Im Dauereinsatz

Sechs Monate, vier Länder und 15.000 Kilometer: Nach etwas mehr als einem halben Jahr geht der Dauertest mit dem LMC Breezer Van 646 G zu Ende. Wie fällt das Fazit aus?

Er war das Zuhause auf vielen Urlaubsreisen und bereitete den verschiedenen Test-Crews viele schöne Erlebnisse: Von Mitte März bis Ende September begleitete der LMC Breezer Van 646 G die Redaktion in ihrem Arbeitsalltag. Neben zahlreichen Zielen in Deutschland führte es den Teilintegrierten dabei auch mehrfach nach Italien, in die Niederlande und bis hinauf nach Schottland.

Der LMC Breezer Van 646 G ist ein klassisches Zwei-Personen-Mobil: Einzelbetten im Heck, davor Längsküche und kompaktes Bad und die Sitzgruppe mit Sitzbank, Esstisch und drehbaren Pilotensitzen. Im Großen und Ganzen also ein klassischer Grundriss auf insgesamt 6,76 Meter Länge.

Ab 55.490 Euro ist der Breezer Van in der Basisversion zu haben, das Testfahrzeug kostet jedoch mit einiger zusätzlicher Ausstattung wie unter anderem Markise, Satellitenschüssel und Fernseher, DVD/Navigation, Fliegenschutztür sowie eine zweite Heckgaragenklappe auf der Fahrerseite 69.860 Euro. Serienmäßig liefert LMC Rauchmelder, die Zentralverriegelung für die Aufbautür, das Druckwassersystem und die beheizten und isolierten Tanks für Frisch- und Grauwasser zwischen den Chassisholmen.

Mit 2,22 Meter Breite ist der LMC Breezer V 646 G recht schmal und wird seinem Namenszusatz „Van“ gerecht. Die geringe Breite macht sich vor allem im Stadtverkehr und in Autobahn-Baustellen positiv bemerkbar. Das Fahrgefühl ist typisch für den Fiat Ducato etwas rumpelig-rau, die Federung gibt Stöße mehr oder weniger direkt an den Fahrer weiter. Der Motor mit 130 PS geht in Ordnung, um im Verkehr mitschwimmen zu können. Für schnelle Überholmanöver wäre die 150-PS-Variante aber die bessere Wahl.

Was sich im Laufe des Tests herausstellt: Klapper- und Knarzgeräusche aus dem Aufbau nehmen mit der Zeit zu. Vor allem der Küchenblock macht sich bei jeder Bodenwelle bemerkbar.

Dem Aufbau gibt LMC den Namen LLT, was für „Long Life Technologie“ steht. Dach, Heck und Unterboden fertigen die Sassenberger aus einem GfK-Sandwich, für die Dämmung des Korpus kommt ein spezieller  Isolierkern aus XPS-Schaum namens Jackodur zum Einsatz – ein üblicherweise für die Isolation von Gebäuden genutzter Werkstoff. Polyurethan-Verstrebungen im Fachwerk der Außenwände sorgen für Stabilität und Verwindungssteifigkeit. Auf die Long Life Technologie gibt der Hersteller zwölf Jahre Dichtheitsgarantie.

Die Länge von 6,76 Meter ermöglicht es LMC, zwei Einzelbetten in Längsrichtung unterzubringen. Jedes Bett misst 190 mal 80 Zentimeter, das Bett auf der Beifahrerseite verjüngt sich zum Fußende hin auf 60 Zentimeter Breite. Beide Betten lassen sich durch ein herausziehbares Brett in der Mitte zu einer großen Liegefläche verbinden. Was den Testern gut gefällt, sind die beiden 230-Volt-Steckdosen im Bereich der Betten. So lassen sich Handys hier nachts aufladen und gleichzeitig als Wecker nutzen.

Unter den Betten platziert LMC die Kleiderschränke: einen mit Kleiderstange, einen „nackt“. Wenigstens ein Regalbrett würde sich hier durchaus anbieten. Und auch eine kleine Lampe in den Schränken  wäre wünschenswert. Ein weiterer Schrank für Jacken findet sich rechts neben der Aufbautür. Und auch sonst mangelt es im LMC Breezer Van nicht an Stauraum: zehn Staufächer rund um die Betten, drei weitere Staufächer im Bereich der Sitzgruppe, dazu der freie Platz unter der Sitzbank – über zu wenig Stauraum beschwerte sich niemand.

Die Nasszelle besteht aus drehbarer Thetford-Toilette und integrierter Duschkabine, vier Spiegelschränke plus Waschbeckenunterschrank bieten auch hier ausreichend Platz für Kosmetikartikel jeglicher Art, Toilettenpapier und Chemiezusätze. Die Dusche trennt der Reisemobilist mit faltbaren Plexiglaswänden ab und erhält dann eine gut nutzbare Duschkabine. Dank zweier Abläufe im Boden fließt das Wasser auch bei schräg stehendem Fahrzeug gut ab. Lediglich die Plexiglaswände dürften etwas höher sein. 1,80 Meter großen Personen reichen sie nur bis zur Nasenspitze – Spritzgefahr!

Die Küchenzeile stattet LMC mit dreiflammigem Thetford-Kocher mit elektrischer Taktfunkenzündung und einem 95-Liter-Kühlschrank aus der Dometic 8er-Serie aus. Wer das zwölf Liter große Eisfach nicht benötigt, kann es herausnehmen und erhält zusätzlichen Platz im Kühlschrank. Die drei Kochstellen unterschiedlicher Größe sind weit genug voneinander entfernt, um sie gleichzeitig nutzen zu können. Zwei Staufächer über der Küchenzeile, zwei kleine Gewürzregale, ein herausklappbares Brett als Arbeits- oder Ablagefläche sowie zwei Schubladen komplettieren die Küche. Auch hier konnten sich die Tester nicht über mangelndes Platzangebot oder fehlende Arbeitsfläche beschweren.

Infobox

Wie den Testern der Wohnraum samt Sitzgruppe, die Heckgarage gefallen, welche weiteren Kritikpunkte sie anführen sowie ein abschließendes Test-Fazit von Maren Schultz – das alles lesen Sie im Dauertest-Abschlussbericht in der Januar-Ausgabe 2018 von Reisemobil International.

km-StandDas passierte unterwegs
12.104 kmÜbernahme in Stuttgart
12.114 kmZentralverriegelung Aufbautür quittiert Dienst
13.098 kmSchraube aus Stauklappen-Scharnier gelöst
18.979 kmEsstisch aus Verankerung gerissen
21.945 kmZwischenfazit
25.883 kmFahrertür knackt beim Öffnen/Schließen sehr laut
26.887 kmUpdate
27.448 kmBatterien des Rauchmelders leer
27.516 kmFazit/Rückgabe in Sassenberg
Redaktion
Maren Schultz
Maren Schultz ist seit August 2014 bei der Reisemobil International und für die Themen Praxis & Zubehör zuständig.
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