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Wohnmobil-Markise abspannen

Sicher gegen den Wind

Markisen müssen stets sicher abgespannt werden. Sonst könnte es gefährlich und teuer werden. Tipps für die perfekte Markisensicherung:

Markise rauskurbeln und erst einmal ein Bierchen im Schatten genießen? Nicht ohne vorher die Markise gegen Windböen gesichert zu haben. Denn schon eine einzige, unvermittelt heranbrausende Windböe kann enorme Schäden an Fahrzeug und Markise verursachen. Ungesichert hebt schon ein mittelstarker Wind die Markise an und schlägt sie an oder auf das Dach des Fahrzeugs. Nicht immer ist der Camper rechtzeitig vor Ort, um die Markise einzufahren. Richtiges Abspannen und Verankern der Stützbeine ist daher immer unabdingbar, sobald die Markise ausgefahren wird.

Sturmbänder, Spannstange und Ankerplatten helfen dabei, dass der Sonnenschutz nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Von Eigenkonstruktionen, einfachen Abspannleinen aus dünnen Nylonstricken und einfachen Heringen ist abzuraten. Letztere garantieren bei entsprechender Kraftentwicklung keinen sicheren Halt im Boden. Besser sind spezielle Abspann-Kits, sogenannte „Tie Downs“, die mit breiten Abspannbändern und stabilen Heringen den Markisenkasten zum Boden hin abspannen und eine solide Sturmverspannung ermöglichen.

Dometic (Tie Down Kit, Preis: 23,95 Euro), Thule (Hold Down Side Strap Kit, 32 Euro), Fiamma (Tie Down, ab 21,30 Euro), Peggy Peg (TieStrap, 12,50 Euro) und H.R. Rathgeber (HT-Sturmleine Wurmi-Set Alumi- nium/Kunststoff, 74,95/59,95 Euro) führen solche Kits im Sortiment. Robuste Sturmbänder bestehen aus strapazierfähigem Gurtmaterial und einer stabilen Arretierung, die sehr belastbar ist und sich auch nicht von selbst löst.

Vorneweg sei gesagt: Drohen Unwetter oder starke Sturmböen – lieber auf Nummer sicher gehen und die Markise einfahren. Denn die Bezeichnung Sturmband ist irreführend. Bei richtigem Sturm hilft nur einkurbeln.

Drohen Unwetter oder starke Sturmböen – lieber auf Nummer sicher gehen und die Markise einfahren.
 

PRAXISTIPP: Markise mit Sturmband fixieren - So klappt's:

  1.  Es gibt zwei Möglichkeiten, das Sturmband zu befestigen: Bei Markisen von Thule befindet sich am oberen Gelenk des Stützfußes eine Öse. In diese lässt sich ein S-Haken einhängen. Bei Dometic und Fiamma wird das Sturmband mittels Adapter in die Kederleiste eingezogen/eingehängt.
  2. Ist das Sturmband in die Kederschiene geführt oder in die vorgesehene Öse eingehakt, gilt es die Spiralfeder zwischen Hering und Gurt zu platzieren – sie ist meist im Set enthalten und federt Zugkräfte bei starken Böen ab. Einzig die HT-Sturmleine von H.R. Rathgeber verzichtet auf diese Feder. Der elastische Gurt dehnt sich um maximal zehn Zentimeter aus und reagiert schon bei kleinsten Windböen, minimiert somit sofort die Belastung auf das System.
  3. Den Gurt nach vorne oder im 45-Grad-Winkel abspannen und den Hering einschlagen oder eben einschrauben. Wichtig: Den Hering im schrägen Winkel vom Fahrzeug weg justieren. So drückt der Zug aus dem Gurtband den Hering eher in den Boden, als dass er ihn heraushebelt.
  4. Abschließend das Sturmband spannen. Wichtig: Sind die Arretierungen an den Markisenfüßen festgeschraubt?

Zusätzlicher Schutz

Mit Ankerplatten (Fiamma oder Peggy Peg) lassen sich Markisenstützfüße zusätzlich mit Heringen fixieren. Das Markisengestänge lässt sich mithilfe von Spannstangen verstärken. Sie verlaufen parallel zum Markisenkasten (Fiamma Universalrafter) oder zu den Seitenarmen (Thule Tension Rafter). Letztere sorgt gerade bei längeren Modellen für extra Stabilität und lässt mehr Zugkraft auf die Abspannung geben. Gegen das Flattern und Schlagen des Markisentuchs helfen spezielle Klemmen.

Tipp gegen Wassersäcke: Füße deutlich unterschiedlich hoch ausfahren – so läuft Regenwasser über eine Ecke des Tuchs ab.

Redaktion
Philipp Pilson
Philipp Pilson unterstützt das Team der Reisemobil International seit Oktober 2018 und ist Online- und Social Media-Experte.
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