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Covid-19 und Mobiles Reisen

Kann ich trotz Coronavirus noch auf Tour?

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) ist in Europa und in Deutschland angekommen. Nun stellen sich viele Reisemobilisten die Frage, ob und wohin sie noch unbesorgt fahren können.

Auf einen Blick:

 

Um das Virus nicht weiter zu verbreiten, rät die Bundesregierung derzeit dringend von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland, aber auch in Deutschland ab. Auch wenn der Individualverkehr, zu dem auch die Tour mit dem Reisemobil zählt, weniger Risiken birgt als die Nutzung voller Züge und Flugzeuge, Reisebusse, Hotels und Kreuzfahrtschiffe – Reisemobilisten sollten das beachten und ihr Mobil vorerst zuhause lassen. Die Grenzen zu mehreren Nachbarländern wie Frankreich, Dänemark, Luxemburg, Österreich und der Schweiz sind für Touristen derzeit ohnehin geschlossen.

Zur weiteren Entwicklung empfiehlt Reisemobil International einen Blick auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes. Dort finden sich gebündelt aktuelle Hinweise zu den einzelnen Ländern sowie Informationen zu Beschränkungen an den Grenzen.

Infobox

COVID-19: Aktuelle Risikogebiete

Internationale Risikogebiete

  • Frankreich
  • Italien
  • Österreich
  • Schweiz
  • Niederlande
  • Spanien
  • Großbritannien
  • USA
  • Ägypten
  • Iran
  • In Südkorea: Daegue und die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

(Stand 02.04.2020 / Quelle: Robert Koch-Institut)

Update 02.04.2020

Bund und Länder haben die Ausgangsbeschränkungen bis mindestens 19. April verlängert. Das bedeutet, dass auch über Ostern von Reisen – auch innerhalb Deutschlands und zum Besuch von Verwandten – dringend abgeraten wird. Reisemobilisten müssen ihren Osterurlaub also verschieben. Die meisten Campingplätze sind derzeit ohnehin geschlossen.

Update 22.03.2020

Bund und Länder verständigen sich auf eine Erweiterung der am 12. März beschlossenen Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte. Alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Zudem ist in der Öffentlichkeit zu Personen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Update 16.03.2020

Die Bundesregierung hat am Montagmorgen die Grenzen zu fast allen Nachbarländern geschlossen. Die Bundespolizei wird kontrollieren und zurückweisen. Einreisende Deutsche, Berufspendler und Waren sollen die Grenzen jedoch weiterhin passieren dürfen. Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigem Reiseverkehr innerhalb Deutschlands ab.

Die Bevölkerung muss sich deutschlandweit auf teils erhebliche Einschränkungen in ihrer Bewegungs- und Reisefreiheit einstellen.

Update 14.03.2020

Das Robert-Koch Institut hat die internationalen Risikogebiete auf das österreichische Bundesland Tirol und die spanische Hauptstadt Madrid ausgeweitet.

Touristen aus dem Ausland müssen in Neuseeland künftig für zwei Wochen in Quarantäne. Die Regelung tritt in der Nacht zum Sonntag in Kraft und betrifft alle ausländischen Besucher. Davon sind natürlich auch Mieter von Reisemobilen betroffen.

Update 13.03.2020

Bundesgesundheitsminister Spahn fordert wegen der Corona-Epedemie alle Reisenden auf, die kürzlich aus Italien, Österreich und der Schweiz zurückgekehrt sind, 14 Tage zu Hause zu bleiben und sich selbst in Quarantäne zu begeben. Und zwar unabhänig davon, ob Symptome auftreten, oder nicht.

Dänemark schließt in der Corona-Krise seine Grenzen. Die Maßnahme gilt ab 14. März, 12 Uhr. Dies teilte die Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf einer Pressekonferenz mit.

Tschechien schließt seine Grenzen. Allen Ausländern wird die Einreise verweigert. Ausnahmen sind Arbeitspendler in einem Streifen von 100 Kilometer Breite entlang der Grenzen zu Österreich und Deutschland. In Tschechien gilt seit Donnerstag Ausnahmezustand.

Ab dem 15. März 2020, 0 Uhr, schließt Polen seine Grenzen für alle Nicht-Staatsbürger. Die Polzei warnt vor Staus an den Grenzen in der noch verbliebenen Zeit.

Erste Stellplätze in Deutschland schließen: Die Stadtwerke SH GmbH & Co. KG mit den Standorten Schleswig, Kappeln, Eckernförde und Rendsburg hat mit sofortiger Wirkung ihre Wohnmobilstellplätze geschlossen. Folgende Plätze sind unter anderem von der Schließung betroffen:

Wohnmobilstellplatz am Schleswiger Stadthafen, Schleswig

Wohnmobilstellplatz am Noor, Eckernförde

Ferner hat die Stadtwerke SH GmbH & Co. KG ihre Verwaltungen, Kundenzentren und Beratungsbüros, Schwimmbäder und Saunen, sowie den Schleswiger Stadthafen geschlossen.

Bitte informieren Sie sich unbedingt vor Reisebeginn über die Situation vor Ort und die Öffnungszeiten des Stellplatzes oder Campingplatzes.

Update 12.03.2020

Information für Mieter von Reisemobilen in den USA: Die USA erlassen einen Einreisestopp für Reisende aus Europa. Für 30 Tage werden alle Reisen aus Europa (ausgenommen Großbritannien) in die USA untersagt. Das Einreiseverbot beginnt am Freitag um Mitternacht. Wer einen Mietmobil gebucht hat, sollte sich zeitnah mit seinem Vermieter in Kontakt setzen.

Update 11.03.2020

Wie das Robert-Koch Institut am Vormittag vermeldete, wird nun auch in Frankreich die Region Grand Est, hierzu zählen das Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne, als Risikogebiet eingestuft.  Zudem verkündete Sloweniens Ministerpräsident Marjan Sarec auf Twitter, die Grenze zu Italien für nichtgewerblichen Verkehr – also auch Reiseverkehr – zu schließen. Für Frachtverkehr dagegen soll die Grenze offen bleiben.

Update 10.03.2020

Österreich verkündete am 10. März, dass eine Einreise von Italien aus ab sofort nur mit ärztlichem Attest möglich ist. Dies gilt für Zugverbindungen, Autoverkehr und Flüge. Eine Durchreise für Touristen, zum Beispiel nach Deutschland, ist jedoch weiterhin möglich, sofern in Österreich kein Stopp eingelegt wird.

Update 10.03.2020

Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) hat am 10. März Italien als Risikogebiet eingestuft, zuvor waren nur einige Regionen in Italien als internationale Risikogebiete ausgewiesen. Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen nach Italien prinzipiell ab. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte erklärte ganz Italien zum Sperrgebiet. Wenn nicht unbedingt nötig, sollen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen. Reisen darf man nur, wenn es die Arbeit oder familiäre Gründe unbedingt erfordern. Die Maßnahmen gelten mindestens bis zum 3. April 2020.

VORFAHRT Podcast-Folge 6 zum Thema: Campingurlaub in Corona-Zeiten – was tun?

Die Leading Campings sind ein Zusammenschluss von derzeit 38 Spitzencampingplätzen in ganz Europa. Wir sprechen mit dem Geschäftsführer Eicke Schüürmann über Camping-Urlaub in Corona-Zeiten und fragen nach, wie sich Campingplätze zum Schutz ihrer Gäste wappnen.

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Foto: Charité Berlin/privat

Ernst der Lage erkennen

Der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, Prof. Dr. Christian Drosten, richtete im NDR-Podcast vom 9. März einen dringenden Appell an die Bevölkerung, besonders die gefährdete Großeltern-Generation zu schützen. „Vor allem diejenigen über 65, da steigt die Fallsterblichkeit rapide an. […] Wir müssen die Bevölkerung jenseits des Rentenalters wirklich schützen“, so die aktuelle Einschätzung des Virologen, basierend auf einer kürzlich erschienenen Studie.

Insbesondere Familien müssten sich Gedanken darüber machen, wie sie mit der Situation umgehen und den Umgang in der Familie individuell organisieren, beispielsweise bei der Kinderbetreuung durch die Großeltern. „Das ist ein Dienst, den wir alle leisten müssen und das wird für alle schmerzhaft sein und unbequem“, so Christian Drosten.

Auch müssten die ältere Generation auf den Ernst der Lage aufmerksam gemacht werden. „Sie haben noch nicht verstanden, dass sie die wirklich Betroffenen sind und dass ihr Sozialleben jetzt für einige Monate aufhören muss.“

Risikogruppen für schwere Verläufe (Quelle Robert Koch-Institut)

Da eine große Anzahl Reisemobilisten in ihren Fünfzigern und darüber sind, gehören viele von ihnen zur Corona-Risikogruppe. Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung),
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis),
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung.
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z.B. Cortison)

Bislang liegen keine Informationen zu Langzeitfolgen von COVID-19 vor.

Symptome der Erkrankung bei den Betroffenen
Foto: Robert-Koch Institut

Übertragungswege

Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Theoretisch möglich sind auch Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen.

  • Tröpfcheninfektion: Es kann davon ausgegangen werden, dass die hauptsächliche Übertragung über Tröpfchen erfolgt.
  • Aerosol: keine Evidenz
  • Schmierinfektion: Eine Übertragung durch Schmierinfektion ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, vermutlich spielt dies jedoch nur eine untergeordnete Rolle, da häufig Infektionsketten identifiziert werden konnten, die eher für eine direkte Übertragung, z. B. durch Tröpfchen, sprechen. Es wurden bei COVID-19-Patienten PCR-positive Stuhlproben identifiziert. Für eine Ansteckung über Stuhl müssen Viren vermehrungsfähig sein. Ein Nachweis vermehrungsfähiger Viren im Stuhl wurde bisher lediglich in einer kleinen Studie berichtet.

Prävention

Das Robert Koch-Institut empfiehlt:

  • Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen

Waschen Sie sich oft gründlich die Hände (mindestens 20 Sekunden lang) und vergessen Sie dabei nicht die Zwischenräume und die Fingernägel.

  • Fassen Sie sich nicht ins Gesicht

Der Mensch fasst sich unbewusst mehrere hundert Mal am Tag übers Gesicht.

  • Vermeiden Sie Körperkontakt
  • Schütteln Sie keine Hände
  • Vermeiden Sie Umarmungen und Begrüßungsküsse
  • Husten und Niesen Sie in die Armbeuge und nicht in die Hand, verwenden Sie Papiertaschentücher
  • Beim Entsorgen der Fäkalien sollten Sie vorsichtshalber Einmalhandschuhe verwenden.

Facebook-Umfrage: Beeinflusst die Entwicklung rund um das Coronavirus Ihre diesjährige Urlaubsplanung?

„Corona“ – ob im Büro, in der U-Bahn oder im TV, wohin man hört oder schaut dominiert aktuell kein anderes Thema so sehr…

Gepostet von Reisemobil International am Freitag, 6. März 2020

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