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Sunlight T 69 LC

Geräumiges Paarmobil

Mit dem Sunlight T 69 LC kommt einen Teilintegrierter mit gegenüberliegenden Längscouchen und Queensbett auf die Straße, der vieles vereint, was Wohnmobilisten suchen, und auch der Preis stimmt. Auf den ersten Blick ideal für zwei, aber auch familientauglich?

Wie sieht der ideale Grundriss eigentlich aus? Die Antwort ist einfach: Es gibt ihn nicht. Zu verschieden sind die Bedürfnisse und Vorlieben. Schon jetzt sei gesagt, auch der neue Sunlight T 69 LC ist nicht für jedermann geeignet, das zeigte der ausgiebige Praxistest auf einem Trip quer durch Deutschland. Dennoch verkörpert der Teilintegrierte in vielen Fällen das, was ein Großteil der Reisemobilisten sucht: üppiger Wohnraum dank Face-to-face-Sitzgruppe mit großzügigem Raumbad, gepaart mit reichlich Verstaumöglichkeiten. Wem der Grundriss irgendwie bekannt vorkommt: Richtig, das Modell ist bis auf das Innenund Außendesign baugleich zum T 459 der Schwestermarke Carado. Beide laufen im sächsischen Neustadt bei Dresden vom Band.

Dennoch gibt es Unterschiede. So pflegt Sunlight sein Abenteuer-Image bereits durch die Optik. Die Einsteigermarke der Hymer-Gruppe aus Leutkirch im Allgäu verpasst dem T 69 LC außen eine dynamisch geschwungene Linie, die von vorn bis hinten ansteigt und insgesamt den jugendlichen, sportiven Look unterstreicht. Dach- und Heckaußenhaut sind aus widerstandsfähigem GfK, die Seitenwände umhüllt eine Haut aus Aluminium-Glattblech. Das Heck schließt ein etwas herausstehender dreiteiliger Heckleuchtenträger ab. Markise und Fahrradträger sind optional, vor allem letzterer auch zwingend notwendig, wenn Fahrräder mit auf Tour sollen.

Durch das Queensbett im Heck ist die Höhe der Garage mit 98 Zentimeter nur bedingt für den Fahrradtransport geeignet. Die Heckgarage mit Rahmenabsenkung, Antirutschfläche, Verzurrösen und Innenbeleuchtung bietet dennoch großzügigen Stauraum und ist bis 150 Kilogramm Zuladung ausgelegt. Nicht ganz so praktisch: In der Garage ist auch der Gaskasten mit zwei Elf-Kilogramm-Gasflaschen untergebracht. So sind beim Gasflaschentausch zwei Türen zu öffnen, und auch eine hohe Stufe entpuppt sich als Hindernis.

In der Basisvariante ist der 3,5-Tonner auf Fiat Ducato mit 120 PS-Motorisierung inklusive dem „kleinen“ 75 Liter-Dieseltank zu haben. Angesichts der Länge von knapp siebeneinhalb Metern und einer schon etwas höheren fahrbereiten Masse ist der Aufpreis für etwas mehr Pferdestärken (140 PS) und eine Aufrüstung auf den 90-Liter-Dieseltank eine aus Sicht des Redakteurs lohnende Investition. Gerade, wenn der Camper nicht nur gemütlich über Land fährt und es gerne etwas mehr Spritzigkeit für den Frontantriebler sein darf. Positiv: Ein Klappern aus dem Aufbau während der Fahrt ist nicht zu vernehmen.

Bildergalerie

Großzügiger Wohnraum mit Face-to-face Sitzgruppe

Der Wohnraum des T 69 LC ist mehr als großzügig. Das liegt in erster Linie daran, dass Sunlight hier einem aktuellen Trend folgt und sich für zwei gegenüberliegende Längssofas entscheidet. Die Faceto- face-Couchlösung taucht dabei erstmals im Portfolio der Hymer-Tochter auf und ermöglicht in dieser Lounge-Anordnung bei gedrehten Frontsitzen bis zu sechs Personen am Tisch Platz zu nehmen. Diese Variante hat darüber hinaus den Vorteil, dass das sonst bei Eckküchen oder L-Sitzgruppen in den Wohnraum hineinragende Element fehlt und damit ein durchgehend breiter Durchgang von vorne bis in den hinteren Bereich des Fahrzeugs gegeben ist. Gerade wenn das Wetter einmal nicht mitspielt oder die Temperaturen im Keller sind, weiß man den gemütlichen Wohnraum zu schätzen. Kinder finden viel Platz, sich auszubreiten. Der Tisch (92 mal 41/82 Zentimeter) ist verschiebbar und klappbar. Die Stabilität des Tisches in ausgeklappten Zustand ist gut, aber insgesamt noch verbesserungswürdig. Sunlight bestätigte, dass hier bis zur Serienreife weiter an einer Optimierung gearbeitet wird.

Die zwei Längssofas lassen sich mit ein paar Handgriffen – und etwas Sitzpolster-Puzzle – jeweils zu einem offiziellen Sitzplatz mit Drei-Punkt-Gurt umbauen. Insbesondere für alle Familien erfreulich – oder Großeltern, die ab und zu die Enkel beherbergen: Sunlight stattet sämtliche Fahrzeugmodelle künftig serienmäßig mit zwei Isofix-Systemen aus. Im vorliegenden Modell mit der Face-to-face Sitzgruppe bedeutet das allerdings, dass Isofix in die externen Stecksitze integriert ist. Die Stecksitze sind mit einer zusätzlichen Stange versehen, in die das Isofix- Gegenstück der Kindersitze eingeklinkt werden kann. Aber Achtung: Bis 2020 sind diese Stecksitze noch nicht Isofix-tauglich, zu erkennen an der fehlenden Stange. Wer auf diesen Komfort Wert legt oder wegen seines Kindersitz-Modells darauf angewiesen ist, sollte beim Kauf oder Mieten darauf achten, dass es sich bei den beigelegten Sitzen um die 2021er-Sitzmodelle handelt. Praktisch sind die zwei USB-Steckdosen unterhalb des linken Sofas. Die in den Dachschränken und Frontleisten des Küchenbereichs integrierte LED-Beleuchtung sorgt für wohnliches Ambiente und gemütliche Hintergrundbeleuchtung. Der Boden ist in dunkler Holzoptik gehalten, dem stehen helle Möbeldekore mit weißen Fronten gegenüber.

Küche und Bad

Der Küchenblock ist mit geräumigen Schubkästen und Schubladen inklusive Soft-close versehen, mit ausreichend Platz für Geschirr. Neben dem Drei-Flammkocher mit gusseisernem Topfträger und dem großen Rundspülecken aus Edelstahl ist die Fläche zum Arbeiten etwas knapp bemessen. Ausweichen auf den Esstisch ist bei größeren Kochgelagen unvermeidlich. Unscheinbar, aber praktisch: Ein Flex-Schienensystem mit zwei Haken für Geschirrtücher oberhalb des Spülbeckens. Gegenüber ist der Kühlschrank angeordnet, der im Testwagen stolze 167 Liter fasst. Wer nicht als Familie verreist, sollte mit den serienmäßigen 113 Litern bereits gut gerüstet sein.

Schön gemacht ist das Bad, das sich zwischen Küche und Schlafzimmer auf der Fahrerseite befindet. Insbesondere die äußerst großzügigen Staumöglichkeiten im schmalen, aber hohen Schrank rechter Hand des Waschbeckens wissen zu gefallen. Hier finden sämtliche Pflege- und Hygieneprodukte ihren Platz. Hinzu kommen große Spiegelflächen an Wand und Innentür. Die separate Dusche findet sich auf der Beifahrerseite gegenüber. Dank Tür zum Wohnraum und Schiebetür zum Schlafraum entsteht so ein geräumiges Raumbad. Platzangst ist in der Dusche daher nicht zu befürchten und auch Camper mit langen Beinen haben durch den drehbaren Toilettensitz ausreichend Platz.

Infobox

Steht bei Ihnen in naher Zukunft der Kauf eines neuen oder gebrauchten Wohnmobils ins Haus? Dann empfehlen wir Ihnen, einen Blick in unsere XL-Anleitung zum Wohnmobil-Kauf zu werfen.

Queensbett im Heck

Während Längseinzelbetten hierzulande zur beliebtesten Betten-Variante zählt, setzen unsere südeuropäischen Nachbarn auf das Queensbett. Zugegeben, es erscheint gerade mit Familie nicht die erste Wahl, für zwei Personen ist die Variante jedoch gut geeignet. Vorteil dieser Bettenvariante im Heck: Das Schlafgemach ist geräumig und erlaubt den Zugang ins Bett von beiden Seiten. Dies geht ein wenig zulasten der Staumöglichkeiten. Für Klamotten sind zwei Schränke inklusive Licht und zwei Fächer vorgesehen. Um die Kleiderständer in den Schränken zu nutzen, müssen vorher allerdings die Bretter herausgenommen werden, wodurch Ablagefläche verloren geht. Falls notwendig, lässt sich das Bett durch ein Polster, das am Kopfende eingesetzt wird, verlängern.

Der Lattenrost allerdings lässt sich nicht ausziehen, sodass die Matratze etwas vorneüber hängt. Den Schlafkomfort hat Sunlight dafür deutlich aufgewertet. Die verbauten Holzlattenroste sind nicht nur bequem, sondern ermöglichen auch eine gute Luftzirkulation entlang der Matratze. Förderlich für einen guten Schlaf – und der ist essenziell für einen erholsamen Urlaub.

Alle technischen Daten des Sunlight T 69 LC und ein abschließenden Fazit lesen Sie in der Januar-Ausgabe von Reisemobil International.

Redaktion
Philipp Pilson
Philipp Pilson unterstützt das Team der Reisemobil International seit Oktober 2018 und ist Online- und Social Media-Experte.
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