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Wohnmobil kaufen

Die XL-Anleitung zum Wohnmobil-Kauf

Wer ein Wohnmobil kaufen möchte, hat viele Fragen - vom passenden Wohnmobil-Typ über das richtige Basisfahrzeug bis hin zum idealen Wohnmobil-Zubehör. In diesem Ratgeber haben die Experten von Reisemobil International ihr Wissen gebündelt und beantworten viele Fragen rund um den Wohnmobil-Kauf.

Camping boomt, der Urlaub mit dem Wohnmobil ist so beliebt wie nie zuvor. Seit Mai haben Tausende Camping-Begeisterte die Showrooms der Händler gestürmt. Sie waren noch nicht dabei? Zu kompliziert scheint die Auswahl des richtigen Fahrzeugs, zu vielfältig die Möglichkeiten beim Wohnmobil kaufen?

Dann soll Ihnen dieser Beitrag weiterhelfen. Er gibt einen Überblick über die verschiedenen Wohnmobil-Typen, erklärt den Wohnmobil-Aufbau im Detail und beschäftigt sich mit der Frage, ob für wen mieten, kaufen oder sharen der richtige Ansatz ist und was dabei zu beachten ist.

Weitere praktische Fragen wie die richtige Versicherung und das passende Wohnmobil-Zubehör werden beantwortet. Und für den, der mehr wissen will, stehen ausführliche weiterführende Artikel zur Verfügung.

Typenkunde

Vom einfachen Campingbus, über den Kastenwagen, Alkoven, Teilintegrierte und Integrierte bis hin zum extravaganten Liner: Das Angebot an  Wohnmobil-Typen kann für Einsteiger anfangs verwirrend sein.

  • Campingbus

    Der Campingbus ist die Urform des Wohnautos. Sein berühmtester Vertreter ist der Bulli, der VW-Bus. Sein Vorteil ist seine Größe. Mit weniger als zwei Meter Höhe ist er tiefgaragentauglich und auch sonst vom Fahrverhalten meist nahe an einem Pkw.

  • Kastenwagen

    Der ausgebaute Kastenwagen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zum Campingbus unterscheidet sich der Kastenwagen in Breite und Höhe, ist aber trotzdem noch kompakter als die meisten Wohnmobile mit Aufbau.

  • Alkovenmobil

    Das Alkovenmobil bringt bis zu sechs Personen in den Urlaub. Das geräumige und besonders für Kinder sehr gemütliche Oberstübchen über dem Fahrerhaus gibt dem Alkovenmobil seinen Namen.

  • Teilintegrierte

    Teilintegrierte sind elegant und dank ihrer in aller Regel kompakt gehaltenen Abmessungen sehr wendig. Bei teilintegrierten Reisemobilen ist der Übergang vom Fahrerhaus zum Wohnaufbau durch eine flache Dachhutze abgedeckt.

  • Integrierte

    Bei einem Integrierten ist das Fahrerhaus nicht mehr sichtbar, hier setzt der Hersteller eine individuell gestaltete Kabine auf das Chassis. Da diese Konstruktion aufwendig ist, sind Integrierte meist deutlich teurer als Teilintegrierte.

  • Liner

    Liner schließlich sind noch größer, teurer und besonders luxuriös ausgestattet. Der klassische Liner rollt auf einem tragfähigen Lkw-Chassis von Iveco, MAN, Volvo oder Mercedes-Benz über den Asphalt.

Eine ausführliche Übersicht haben wir im Artikel Diese 6 Wohnmobil-Typen gibt es erstellt.

Der Wohnmobil-Aufbau im Detail

Grundsätzlich gilt: Der Bau eines Wohnmobils mit aufs Fahrgestell gesetzter Kabine unterscheidet sich deutlich vom Ausbau eines Kastenwagens mit Blechhülle. Fangen wir mit dem Aufbau einer Wohnmobil-Kabine an:

Boden, Dach und Wände werden als sogenannter Sandwich gefertigt. Das heißt, diese Teile bestehen aus mehreren Schichten. Eine Isolierschicht und ggf. Verstärkungen im Inneren werden auf beiden Seiten mit einem Außenbelag beplankt. Je nach verwendeten Materialien ergeben sich unterschiedliche Eigenschaften. Auch Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit von Wänden, Dach und Boden werden dadurch entscheidend mitbestimmt.

Zur Isolierung verwenden die Hersteller einfaches Styropor (EPS) oder hochwertigen XPS-Schaum, der im Gegensatz zu EPS bei einer Beschädigung der Außenwand kein Wasser aufnimmt.

Die Isolierung der Blechhülle eines Kastenwagens stellt die Hersteller vor besondere Herausforderungen. Als Material kommt meist PE-Schaum (Polyethylen) zum Einsatz, sogenannter Extremisolator. Matten aus diesem elastischen Schaum gibt es in verschiedenen Stärken, sie meistern auch starke Rundungen.

Die Matten werden in der Blechhülle des Kastenwagens festgeklebt oder geklemmt. Weil die Karosserie eines Kastenwagens viele Versteifungen aufweist, ist eine durchgehende Isolierung ohne Kältebrücken aber kaum möglich.

Im Beitrag Aufbau und Produktion von Wohnmobil-Kabinen haben wir einen Blick hinter die Kulissen der Wohnmobil-Produktion geworfen.

Der Fiat Ducato ist der Spitzenreiter unter den Wohnmobil-Basisfahrzeugen.

Wohnmobil-Basisfahrzeuge

Der Fiat Ducato ist das beliebteste unter den Wohnmobil Basisfahrzeugen. Doch die Konkurrenz aus Stuttgart, Hannover oder Köln schläft nicht. Die Dominanz des Italieners liegt zum einen daran, dass der Hersteller den Ducato für die Aufbauhersteller optimiert, zum anderen aber natürlich auch am relativ günstigen Preis – im Vergleich zur Konkurrenz.

Der Transporter aus Turin ist bereits ab Werk perfekt auf den Wohnmobilmarkt zugeschnitten, da er mit einem Leiterrahmen mit Doppelrahmenprofil oder einem halbierten Leiterrahmen lieferbar ist – eine wichtige Voraussetzung für leichte und niedrige Wohnmobile. Und damit der Ducato neben der Konkurrenz nicht ins Hintertreffen gerät, erfolgt zum Modelljahr 2020 ein umfassendes Facelift. So erfüllen die neuen 2,3-Liter-Motoren, die es in den Leistungsstufen 120, 140, 160 und 180 PS gibt, alle die Abgasnorm Euro 6d-TEMP.

Seit Mitte 2018 ist der neue Mercedes Sprinter auf dem Markt. Es gibt ihn mit Front-, Heck- und Allradantrieb. Durch den zusätzlich angebotenen Triebkopf wird der Bau von Wohnmobilen wesentlich vereinfacht – der Ducato hat ernste Konkurrenz bekommen. Weitere Wohnmobil Basisfahrzeuge sind zum Beispiel Ford Transit, VW Crafter und Iveco Daily.

Die wichtigsten Wohnmobil-Basisfahrzeuge haben wir im Artikel Fiat Ducato & Co.: Die besten Wohnmobil-Basisfahrzeuge 2019/2020 im Detail vorgestellt.

Egal ob beim Kaufen, Mieten oder Sharen eines Wohnmobils: Bei der Übergabe gibt es einiges zu beachten.

Wohnmobil mieten, kaufen oder Wohnmobil-Sharing?

Ein Wohnmobil mieten ist für viele die Vorstufe zum Kaufen. Warum boomt der Mietmarkt? Weil viele mit dem Gedanken sympathisieren, sich vor dem Kauf sicher sein zu wollen. Zur Miete steht vom kompakten Campervan bis hin zum Reisemobil fast jede Art von Fahrzeug. Je nach Modell und Saison fallen pro Miettag zwischen 70 und 180 Euro an.

Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil mieten möchte, sollte sich vorher unsere wichtigsten Tipps zum Wohnmobil mieten genauer anschauen.

Das Sharing von Campingfahrzeugen, vor allem Campingbussen und Kastenwagen, liegt voll im Trend, die Zahlen steigen weiter an. Die Gründe dafür sind noch immer die gleichen: Der Kauf eines Campers ist ein einschneidendes Ereignis. Und: Kaum jemand hat das ganze Jahr über Urlaub, um den Camper dauerhaft selber zu nutzen. Was liegt bei der derzeitigen Nachfrage also näher, als das Fahrzeug in der Zeit, in der man es selbst nicht nutzen kann – andere aber schon – zu vermieten? Vom Mieten und Vermieten profitieren prinzipiell beide Seiten.

War der erste Urlaub mit dem gemieteten oder über einen Sharing-Anbieter genutzen Camper ein Erfolg, wollen viele ihr eigenes Wohnmobil kaufen.

Wohnmobil kaufen: Neu oder gebraucht?

Wenn Sie sich für den Kauf eines neuen Wohnmobils entschieden haben, sollten Sie den Vertrag vor der Unterschrift Punkt für Punkt noch einmal durchgehen. Allein, vielleicht sogar zu Hause oder auch zusammen mit Ihrem Händler.

Steht da auch das drin, was Ihnen Ihr Händler mündlich zugesagt hat, also beispielsweise so kleine Goodies wie Alu-Gasflaschen ohne Aufpreis oder eine Markise? Hat er Ihnen ein Radio oder gar Navi zugesagt? Jetzt ist die Zeit, solche Dinge in den Vertrag aufzunehmen, sofern nicht schon geschehen. Und wenn es der Verkäufer ernst mit seinen Versprechungen gemeint hat, kann er es dem Kunden ja auch schriftlich zusichern.

Neben dem Kauf beim Händler bieten Messen eine gute Gelegenheit, verschiedene Wohnmobile zu vergleichen und einen attraktiven Preis zu bekommen. Schließlich ist es auch möglich, direkt über das Internet einen Camper zu kaufen.

Worauf es beim Gebraucht-Kauf trotzdem zu achten gilt, steht hier. Zudem haben wir eine Checkliste: Wohnmobil gebraucht kaufen erstellt und eine Checkliste zur Fahrzeug-Übernahme.

Haben Sie Schwierigkeiten, sich zwischen verschiedenen Wohnmobil-Modellen zu entscheiden? Dann kann es sinnvoll für Sie sein, einen Blick auf heycamp zu werfen.

heycamp ist ein Online-Portal, das alle Freizeitmobile in ihren Grunddaten auffindbar und vergleichbar macht. Hier finden Sie alle Marken und Modelle sämtlicher Reisemobil-Hersteller. Geben Sie einfach Ihre gewünschten Anforderungen an und vergleichen Sie Ihre Suchergebnisse:

Das Wohnmobil richtig versichern

Teilkasko oder Vollkasko, Deckungssumme und Selbstbeteiligung – Begriffe, bei denen viele die Augen verdrehen. Doch ohne Wohnmobil-Versicherung geht es nicht, und wer sich auskennt, kann viel Geld sparen.

Ganz wichtig: Die Versicherung kann nur das entschädigen, was der Kunde als Risiko abgeschlossen hat. Natürlich bietet jede Kfz-Versicherung auch Policen für Camper an. Die haben aber meist keine Fachkenntnisse, was sich im Schadenfall negativ auswirken könnte.

Wer seinen Wohnwagen, Campervan oder sein Wohnmobil ganz ordentlich und fürsorglich in einer gemieteten Scheune oder auf einem anderen speziellen Unterstellplatz abstellt, erhält häufig Sondertarife, sollte dem Inhaber des Geländes aber niemals eine Haftungsbefreiung unterschreiben. Wenn die Scheune niederbrennt, ein Sturm das Dach abdeckt und die Dachziegel auf das Fahrzeug fallen – alles Schäden, bei denen es dann Probleme geben könnte.

Wohnmobil-Zubehör: Diese Campingausrüstung muss mit an Bord

Wer sich für Urlaub mit einem Wohnmobil entscheidet, braucht so einiges an Ausstattung. Nicht nur zum täglichen Leben im mobilen Zuhause, sondern auch für den Betrieb des Campingbusses oder Wohnmobils – egal ob das Fahrzeug auf einem Campingplatz, einem Wohnmobilstellplatz oder sogar frei steht. Also muss die richtige Campingausrüstung mit an Bord.

Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man am Urlaubsziel ankommt und feststellen muss, dass etwas Wichtiges fehlt.

Generell gilt: Der Stauraum und die mögliche Zuladung bei Freizeitfahrzeugen ist begrenzt. Deshalb sollte die Packliste wohl durchdacht und auf unnötiges Gewicht verzichtet werden. Aber einige Dinge sind für den Campingurlaub einfach unerlässlich. Dieses Wohnmobil-Zubehör muss auf jeden Fall mit an Bord.

  • Auffahrkeile

    Wer beispielsweise die Auffahrkeile zu Hause liegen lässt, wird sein Fahrzeug nicht richtig aufstellen und ausrichten können. Folge: Das Fahrzeug hat keinen sicheren Stand, zudem kann es zum Beispiel Probleme beim Abfließen des Wassers oder Betrieb des Kühlschranks geben.

  • Campingkabeltrommel mit CEE-Stecker

    Ohne Campingkabeltrommel mit CEE-Stecker oder Kabeltrommel mit entsprechendem CEE-Adapterkabel – und damit ohne Landstrom – bleibt nicht nur abends das Innere des Fahrzeugs dunkel, es gibt dann auch kein fließendes Wasser (die Wasserpumpe läuft elektrisch), in kühlen Nächten keine Umluftheizung (deren Gebläse funktioniert ebenfalls mit Strom) und natürlich fällt am Abend auch die Lieblingsserie im Fernseher aus.

  • Gasflasche

    Auch ohne Gasflasche an Bord wird es ungemütlich: Häufig wird in Freizeitfahrzeugen nicht nur mit Gas gekocht, sondern auch geheizt, das Wasser erwärmt und moderne Absorberkühlschränke schalten automatisch auf Gasbetrieb um, wenn mal kein Strom zur Verfügung steht.

  • Campingmöbel

    Wer keine Campingstühle und keinen Campingtisch in das Fahrzeug eingeladen hat, wird nicht in den Genuss eines Essens unter freiem Himmel kommen.

  • Grill & Campingkocher

    Aber auch das Kochen im Freien an sich ist schon ein Erlebnis. Dafür muss natürlich ein geeigneter Grill und/oder ein Campingkocher mit dabei sein, ebenso wie die wichtigsten Küchenutensilien sowie Campinggeschirr und -Besteck.

Übrigens: Unter Zubehör-Neuheiten stellen wir jeden Monat eine Auswahl an neuem Wohnmobil-Zubehör vor, die das Reisen im Wohnmobil noch angenehmer macht.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, steht dem Wohnmobil-Kauf und der ersten Ausfahrt mit dem eigenen Wohnmobil nichts mehr im Wege.

Wenn Sie noch mehr wissen möchten, erhalten Sie mit dem CamperCoach die optimale Einstiegshilfe mit Detail-Infos zu allen Fahrzeugtypen, Zubehör-Must-Haves, hilfreichen Ratschlägen zu Neukauf, Mieten oder Versicherung, sowie grundlegendem Basis- und Praxiswissen.

Der neue CamperCoach 2020/2021 von Reisemobil International, Camping, Cars & Caravans und CamperVans ist für 9,90 Euro ab sofort im Zeitschriftenhandel  oder im Online-Shop des DoldeMedien Verlags erhältlich.

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