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Hochleistungs-Akkus für das Wohnmobil

Lohnt die Investion in LiFePO4-Batterien?

LiFePO4-Batterien erobern rasant den Wohnmobil-Markt. Die Nachrüstung ist möglich - jedoch nicht immer problemlos. Wichtige Fakten im Überblick.

Extrem leicht, klein und randvoll mit Energie: LiFePO4-Akkus besitzen vorwiegend Attribute, die sich Wohnmobilisten seit jeher von ihrer Bordbatterie wünschen. Einen entscheidenden Punkt sollten Interessenten hierbei nicht vergessen: Preislich rangieren diese Batterien in exklusiven Sphären und sind, obwohl sie sich über die Jahre tatsächlich rechnen, nicht unbedingt für jedermann erste Wahl. Denn, wer mit seinem aktuellen Batterietyp durchweg zufrieden ist, in seinem Energiemanagement keine Lücken sieht und zudem über ausreichend Zuladungsreserven verfügt, braucht nicht in teure LiFePO4-Akkus investieren.

Erste Hürde: Rundöse statt Batteriepolklemmen

Viele Batteriehersteller werben damit, dass ihre LiFePO4-Akkus eins zu eins gegen die bisherigen AGM- oder Gel-Akkus getauscht werden können. Ganz so einfach gelingt dies nicht. Die kleinste Hürde: Die meisten Batterien werden mit Batteriepolen ausgeliefert, an denen eine M8- Rundöse mit entsprechender Schraube montiert werden muss. Wer seine Batteriepolklemmen weiterhin verwenden möchte, muss bei der Bestellung entsprechende Rundpole dazu bestellen.

Zweite Hürde: Form des Batteriegehäuses

Die zweite Hürde ist schon etwas höher: die Form des Batteriegehäuses. Besitzt die neue LiFePO4-Batterie nicht den herkömmlichen Batteriesockel, kann sie auch nicht mit den bekannten Klemmplatten am Fuß fixiert werden. Ergo: Beim Hersteller muss nun zusätzlich eine Halterung plus Sicherungsgurte geordert und im Fahrzeug montiert werden. Lästig, aber nicht wirklich sehr aufwendig.

Dritte Hürde: LiFePO4-Batterien laden

Die dritte Hürde hat es jetzt jedoch schon in sich: Wie gelingt zukünftig die Ladung der LiFePO4-Akkus? Vollmundig wird in den meisten Bedienungsanleitungen versprochen, dass auch Batterieladegeräte ohne spezifischer LiFePO4-Ladecharakteristik problemlos für die LiFePO4 verwendet werden dürfen. Man verweist auf das ausgeklügelte BMS (Batteriemanagementsystem) der Lithium-Batterie. Nicht selten finden sich dann einige Absätze weiter unten in der Betriebsanleitung Ausschlusskriterien für Garantieleistungen. Teils steht hier dann zu lesen, das eben solche Ladegerät NICHT verwendet werden dürfen. Jeder Käufer sollte sich darüber im Klaren sein, dass solche High-Tech-Akkus mit entsprechender Ladecharakteristik geladen werden MÜSSEN. Experten in puncto Batterieladung, wie beispielsweise Votronic und Büttner Elektronik statten nicht umsonst Solarregler, Lade-Booster und 230-Volt-Batterieladegerät teils mit gleich mehreren LiFePO4-Ladekennlinien aus. Im Zweifelsfall lohnt es, ein zweites Ladegerät und einen Lade-Booster zu installieren. Das Ladegerät ergänzt den serienmäßigen Lader, erhöht den Ladestrom und verkürzt somit die Ladezeit auf Stell- oder Campingplatz und übernimmt parallel die optimale Batterieladung. Der Booster reguliert den Lichtmaschinenstrom, schützt vor Überlast durch die Lichtmaschine und, Temperatursensor

LiFePO4-Batterien nachrüsten: Lohnenswert, wenn einige dieser Punkte zutreffen

  • Ihr Bordnetz ist mit Gel- oder AGM-Akkus stets am Limit

  • Sie müssen die Bordbatterien regelmäßig sehr tief entladen und können schon aus Gründen limitierter Zuladungsreserven oder fehlendem Platzangebot die Kapazität nicht erweitern

  • Der Wechselrichter kann nur sehr kurz laufen

  • Ihre Bordbatterien verschleißen sehr schnell

  • Sie wünschen sich eine optimierte Schnellladefähig der Batterien

Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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