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Camping in Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern

Maritime Mischung

Universitäts- und Hansestadt, Geburtsort des Malers Caspar David Friedrich: Mit diesem Mix punktet Greifswald auch bei Reisemobilisten. Die sind hier aus jeder Himmelsrichtung willkommen.

Zwischen den Inseln Rügen und Usedom lohnt es sich, einen Zwischenstopp einzulegen. Greifswald, die Universitäts- und Hansestadt im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, vereint ein umfassendes kulturelles Angebot mit maritimem Flair. Gerade recht für einen interessanten Besuch. Egal aus welcher Himmelsrichtung Reisemobilisten Greifswald ansteuern, sie finden ein Plätzchen für die Nacht: Im Stadtgebiet samt Teilorten verteilen sich fünf Stellplätze. Wer gern nah am Meer steht, bucht sich ein auf dem Camping Greifswald an der Dänischen Wiek östlich der Stadt.

Den Marktplatz mitten in der Greifswalder Altstadt säumen stolze Häuser.
Foto: Gudrun Koch

Je nach Wahl sind nun gute Schuhe oder das Fahrrad gefragt, um den Rundgang durch die historische Altstadt zu beginnen. Sie umschließt eine mehr als zwei Kilometer lange Wallanlage. Tatsächlich gehört die Universitätsund Hansestadt zu den bedeutendsten Städten entlang der Europäischen Route der Backsteingotik. Zu erkennen ist dieser mittelalterliche Baustil schon von Weitem an den Türmen der drei Backsteinkirchen, die der Volksmund gern langer Nikolaus, dicke Marie und kleiner Jacob nennt. Insgesamt sind neun Gebäude als Zeugnisse der Bauweise erhalten geblieben. Einen Besuch sind die Gotteshäuser allemal wert. Tipp: Allein im Dom St. Nikolai finden außer Gottesdiensten auch Konzerte und Ausstellungen statt.

Blick auf Greifswald aus der Vogelperspektive.
Foto: Gudrun Koch

Das Herz der Altstadt, deren Anfänge bis ins Jahr 1199 zurückreichen, schlägt auf dem 11.000 Quadratmeter großen, mit Lausitzer Granit gepflasterten Marktplatz. Gotische Wohnspeicher, das kaiserliche Postgebäude und die alte Ratsapotheke umrahmen den Platz farbenfroh. Besonders markant ist die ochsenblutrote Fassade des Greifswalder Rathauses. Hier hat auch die Greifswald-Information ihren Sitz, die Gästen gern weiterhilft. Tipp: Die schwere Bronzetür am Seiteneingang hat der Rostocker Bildhauer Jo Jastram gestaltet, sie erinnert an die kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee am 29. April 1945. Aus der Werkstatt dieses Künstlers stammt auch der Fischerbrunnen auf dem Fischmarkt hinter dem Rathaus.

Ein Stellplatz befindet sich am Museumshafen mit seinen vielen sehenswerten Schiffen.
Foto: Gudrun Koch

Doch nicht nur Fische drücken die Nähe Greifswalds zum Meer aus: Mit mehr als 50 historischen Schiffen birgt die Stadt den größten Museumshafen Deutschlands. Er erinnert an die Blütezeit des hanseatischen Seehandels – einen Steinwurf vom Marktplatz mit seinen Kaufmannshäusern (und von zwei Stellplätzen) entfernt. Historische Schoner, Schlepper und Barkassen säumen den Fluss Ryck zu beiden Seiten und erinnern an die Blütezeit der Segelschifffahrt Mitte des 19. Jahrhunderts. Tipp: Einige der Traditionssegler gehen noch heute auf Fahrt und nehmen Gäste für einen Segeltörn mit an Bord. Andere wurden zu Restaurantschiffen umgebaut und servieren fangfrischen Fisch.

Wie sich Geschichte, Kunst und Kultur in und um Greifswald entwickelt haben, zeigt das Pommersche Landesmuseum. Zu den Höhepunkten hinter der klassizistischen Außenfassade gehört der prunkvolle Croy-Teppich aus dem Jahre 1554, ein einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis aus der Zeit der Reformation. Weiter schließt sich die ehemalige Klosterbibliothek an, durch die Besucher in den Klostergarten gelangen – eine Oase inmitten der Stadt. Eine gläserne Museumsstraße verbindet das Hauptgebäude mit der von Johann Gottfried Quistorp erbauten Gemäldegalerie. Die Galerie birgt Gemälde von Caspar David Friedrich, dem 1774 in Greifswald geborenen berühmten Sohn der Stadt, aber auch von Philipp Otto Runge, Johan Christian Clausen Dahl, Vincent van Gogh und Max Liebermann.

Wahrzeichen: Die Klappbrücke wird noch heute betrieben – und von Hand gesteuert.
Foto: Gudrun Koch

Einen Kontrastpunkt zu der Kunst alter Tage bildet die Universität der Stadt. Mehr als 10.000 Studenten widmen sich der modernen Wissenschaft – und verjüngen die Stadt mit ihrer Tradition stetig. Die zeigt sich unter anderem in zwei Stadtteilen, die unbedingt in einen Besuch Greifswalds eingebogen werden sollten: Fischkutter liegen an der Mündung des Ryck in den Greifswalder Bodden fünf Kilometer flussabwärts in Wieck. Hier befindet sich übrigens ein Stellplatz und der Campingplatz der Stadt nur wenig entfernt. Dieser Ort gehört zu den ältesten Fischerdörfern an der norddeutschen Ostseeküste und steht unter Denkmalschutz. Wer dort ist, sieht warum: Reetgedeckte Fischerkaten säumen die Dorfstraßen, gemütliche Cafés und Fischrestaurants zieren die Hafenpromenade. Das Wahrzeichen von Wieck ist die 1887 nach holländischem Vorbild von Schiffbaumeister Spruth erbaute, 55 Meter lange Holzklappbrücke. Sie verbindet die beiden Ortsteile Wieck und Eldena miteinander und regelt die Durchfahrt der Schiffe in den Greifswalder Museumshafen. Noch heute werden die 13,30 Meter langen Klappen von Hand bedient.

Ehrwürdig: Die Ruine erinnert an die Gründungszeiten Greifswalds durch das Kloster im heutigen Stadtteil Eldena. Heute wird sie für Veranstaltungen genutzt.
Foto: Gudrun Koch

Im Ortsteil Eldena – auch hier lädt ein Stellplatz für die Nacht ein – steht die Ruine des Klosters Eldena. Als zentrales Motiv in den Gemälden des Malers Caspar David Friedrich wurde sie weltweit als Wahrzeichen der Romantik bekannt und berühmt. Die Ursprünge des Klosters gehen bis in das Jahr 1199 zurück, als sich Mönche des Zisterzienserordens im heutigen Eldena niederließen und das vormals genannte Kloster Hilda zu einem der bedeutendsten Klöster der Region ausbauten. Heute wird die Ruine mit der weitläufigen Parklandschaft vor allem für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

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Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei der Reisemobil International und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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