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Malibu I 441 LE im Dauertest

Update Juli: Viel unterwegs

Keine Pause für den Malibu Integrierten I 441 LE im Dauertest von Reisemobil International: In den vergangenen Wochen ging es unter anderem nach Italien, in die Schweiz und nach Frankreich.

Rund fünf Monate ist der Malibu I 441 LE nun schon im Dauertesteinsatz. Vor der Redaktion ist er indes eher selten zu finden. Denn der gleichermaßen geräumige wie handliche Integrierte – er misst deutlich unter sieben Meter und kurvt dank kurzem Radstand (3,45 Meter) fast wie ein Kastenwagen ums Eck – beweist sich stets aufs Neue als angenehmes Reisefahrzeug.

Selfie aus dem mobilen Büro: In Italien diente der I 441 LE den Redakteuren Mathias Piontek und Simon Ribnitzky zum Arbeiten.

Zunächst ging es auf Dienstreise nach Italien, genauer gesagt in die Toskana. Hier stellte sich der Malibu nicht nur dem direkten Vergleich mit seinem italienischen Wettbewerber von Laika (siehe dazu auch Vergleichstest in Ausgabe 7/2022), sondern diente auch als mobiles Büro für die Redakteure und als komfortables Ersatz-Hotelzimmer. Überzeugen konnte der Integrierte dabei aufs Neue mit seinem handlichen und unkomplizierten Fahrverhalten. Auch der gute Geräuschkomfort mit nur wenig Klappergeräuschen steht eindeutig auf der Habenseite. Gerade auf längeren Strecken ist das ein Segen.

Weniger überzeugten – auch das ist bereits ein bekanntes Phänomen – die Abflüsse von Badwaschbecken und Duschwanne. Hier sollte das Grauwasser deutlich zügiger im Abfluss und damit im Grauwassertank verschwinden. Dessen Entleerung klappt dafür ganz einfach über den gut erreichbaren Ablasshahn im großen Doppelbodenfach nahe des Eingangs, das an stabilen Scharnieren stets sicher öffnet.

Foto: Philipp Pilson

Stellplatz-Tester Philipp Pilson nutzte den I 441 LE wenig später für den Stellplatz-Check in der Westschweiz (siehe auch dazu Ausgabe 7/2022). Im Anschluss blieb er dann gleich vor Ort zum Urlaub mit der Familie. Auch für zwei Erwachsene und zwei Kinder gibt es genug Platz an Bord.

Für Ausflüge vom Stell- oder Campingplatz aus waren in der großen Heckgarage Fahrräder dabei, die sich hier sehr gut unterbringen und komfortabel ein- und ausladen lassen. Mehreren Wochenendeinsätzen – unter anderem ins französische Elsass – folgte bei Redaktionsschluss schon die nächste mehrwöchige Reise. Die bislang absolvierten rund 14.300 Kilometer absolvierte der Malibu ohne Zwischenfälle. Defekte gab es bis auf den mal zickenden Absorberkühlschrank im Gas-Modus keine.

Ein Dauertest ermöglicht auch, die derzeitige Preisentwicklung der Branche bei- spielhaft abzubilden. Im Fall des Malibu I 441 LE stieg der Grundpreis seit Testbeginn im März von 88.150 auf 92.820 Euro.

Update Mai: Voll im Einsatz

Gleich zu Beginn des Dauertests ist der Malibu I 441 LE in der Redaktion sehr gefragt – ob Ski-Reise, Mountainbike-Tour oder mobile Wohnung einer neuen Kollegin. Dabei zeigten sich Stärken, aber auch Schwächen des kompakten Integrierten.

Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe stand dem Malibu I 441 LE im Dauertest von Reisemobil International der erste echte Härtetest bevor: mobiles Basislager für gleich vier junge Männer auf Mountainbike-Tour in den Vogesen. Fazit von Kollege Daniel Schlicke von unserem Schwestermagazin CamperVans: Vier Tage autark campen im Malibu (der Campingplatz war Anfang März noch geschlossen), das funktioniert. Zumal vier Mountainbikes ohne Probleme in die große Heckgarage passten.

Zugegeben, für eine lange Reise mit vier Erwachsenen ist der Malibu nicht gemacht. Dafür zeigt sich die Sitzgruppe doch etwas zu eng, mit steiler Rückenlehne der Sitzbank und dem kaum nutzbaren schmalen Seitensitz.

Was zu viert ebenfalls negativ auffiel: nur eine USB-Steckdose im Wohnraum (am Bett links) – und auch die ist Teil des aufpreispflichtigen Komfort-Pakets. Ein Dauerthema bei Malibu.

Ab in den Schnee: Bevor sich der Winter verabschiedet, nutzte Claus-Georg Petri den Malibu I 441 LE für eine Tour ins Pitztal. Dank gut isolierter Kabine und kräftiger Heizung kein Problem. Ski passen problemlos in die Heckgarage.
Foto: Claus-Georg Patri

Die Vorzüge eines gut isolierten Reisemobils mit Doppelboden und viel Platz im Innenraum fielen dafür umso positiver auf – nicht zuletzt im Vergleich zu den Kastenwagen, die sonst den Testalltag des Kollegen bestimmen. Zuvor war Reise- Ressortleiter Claus-Georg Petri mit dem Malibu zum Skifahren im österreichischen Pitztal unterwegs. Ihn überzeugte vor allem das sehr angenehme Fahrverhalten des kompakten Integrierten mit kurzem Radstand, zudem die moderate Geräuschkulisse während der Fahrt, ohne störende Klappergeräusche. Den gefälligen Möbelbau lobte er ebenso wie die weit öffnende Badtür, die bei Bedarf ein Raumbad ermöglicht. Praktisch etwa, um sich vor den Heckbetten stehend anzukleiden. Um das Schlafzimmer für die Nacht vom vorderen Wagenteil abzutrennen, eignet sich die Tür dagegen weniger, es sei denn, es stört die Camper nicht, vom Bett direkt in den dann offenen WC-Raum zu blicken.

Auch Petri bemängelte, dass es mit vier Urlaubern (zu) eng im Mobil und die Zuladung als 3,5-Tonner knapp wird.

Die kaum vorhandene Arbeitsfläche des Küchenblocks ließe sich mit einem um 90 Grad nach links gedreht eingebauten Dreiflamm-Kocher erweitern. Durchaus praktisch: der in den Unterschrank integrierte Mülleimer. Allerdings hätten hier auch mehrere Behälter Platz, so ließe sich Müll gleich getrennt sammeln.

Zudem störte unseren Reise-Chef das schlecht abfließende Wasser im Badwaschbecken. Ein Problem übrigens, das schon im vorangegangenen Dauertest des verwandten Carthago C-Compactline I 141 LE aufgetreten war. Ebenfalls nicht optimal: Weil das Waschbecken sehr klein ist, ist es kaum möglich, sich das Gesicht zu waschen, ohne dass Wasser auf den Boden spritzt. Ein Kompromiss, der mit der schwenkbaren Waschtischwand in Verbindung steht, die dafür eine recht großzügige Duschkabine entstehen lässt.

Bildergalerie

Infobox

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Diese wiederum wusste unsere neue Kollegin Maike Leitholf sehr zu schätzen, für die der Malibu in den ersten Tagen nach Dienstantritt eine willkommene Übernachtungsmöglichkeit bot. Denn mit dem Job bei DoldeMedien hat es schneller geklappt, als mit einer Bleibe in der schwäbischen Landeshauptstadt – was auch ohne detaillierte Kenntnis des Stuttgarter Wohnungsmarktes nur allzu verständlich scheinen dürfte. Wie praktisch also, dass vor der Redaktion eine gut ausgestattete, rollende Zwei-Zimmer- Wohnung stand, die für die ersten Tage komfortablen Unterschlupf bereithielt.

Und die wird in den kommenden Wochen wieder fleißig unterwegs sein. Fest geplant sind zum Beispiel bereits eine Dienstreise nach Italien sowie Stellplatz- Checks in Deutschland und der Schweiz. Dabei muss der Integrierte weiter seine Praxistauglichkeit beweisen.

Neu im Dauertest: Malibu I 441 LE

Neu im Dauertest von Reisemobil International: der Malibu I 441 LE. Wodurch zeichnet sich der kompakte Integrierte mit Einzelbetten aus? Eine erste Annäherung.

Startschuss April

Vor rund zehn Jahren hat der oberschwäbische Premiumhersteller Carthago die Marke Malibu wieder aufleben lassen. Zunächst als Kastenwagen, ab 2015 auch als teil- und vollintegrierte Wohnmobile. Mit den Jahren näherte sich die Konstruktion der Malibu-Reisemobile immer stärker den Carthago-Fahrzeugen an.

Heißt konkret: Die neueste Generation Malibu verfügt über einen isolierten und beheizbaren Doppelboden sowie die carthago-typisch gerundete Verbindung von Seitenwänden zum Dach. Markanter konstruktiver Unterschied bleibt, dass die Dachinnenseite bei Malibu aus Sperrholz besteht, nicht wie bei Carthago aus Aluminium – die Malibu-Reisemobile bieten somit nicht den Schutz eines Faraday- schen Käfigs, auf den die Carthago-Stammmarke so stolz ist.

Modern und elegant zugleich: Malibu hat beim Ausbaustil einen guten Mittelweg aus Tradition und Moderne gefunden. Sehr überzeugend: die umfangreiche Beleuchtung im Fahrzeug mit zahlreichen LED-Spots und -Leisten.

Um zu überprüfen, wie gut die Malibu-Reisemobile inzwischen geworden sind, muss sich der kleinste Integrierte im Modellprogramm, der Malibu I 441 LE, ab sofort im Dauertest von Reisemobil International beweisen. Etwas mehr als 5.000 Kilometer hat das nur 6,67 Meter lange Mobil bereits absolviert. Trotz des vergleichsweise kurzen Aufbaus bietet der I 441 LE im Heck die in Deutschland besonders beliebten Einzelbetten in Längsrichtung.

Flexibel: Das Bad wird dank schwenkbarer Waschtischwand zur Dusche. Die Tür schafft bei Bedarf ein Ankleidezimmer, ist aber recht sperrig.

Um an anderer Stelle Aufbaulänge zu sparen, ist das Bad deshalb besonders variabel ausgelegt und wandelt sich mittels schwenkbarer Waschtischwand vom WC- zum Duschraum. Kühlschrank und Küchenblock stehen gegenüber des Bades auf der Beifahrerseite. Vorn formiert sich die Sitzgruppe aus L-Bank, Tisch mit Zentralfuß und drehbaren Fahrerhaussitzen, zusätzlich ergänzt durch einen sehr schmalen, ausziehbaren Seitensitz. Nicht nur hier zeigt sich eine Parallele zum Modell C-Compactline I 141 LE von Carthago.

Gesamtlänge und Grundriss der beiden Schwestermodelle gleichen sich weitgehend. Allerdings misst der Malibu 2,27 Meter in der Breite, der C- Compactline ist mit 2,12 Meter dagegen besonders schmal. Neben dem beim C- Compactline klassisch-konservativeren Ausbaustil variiert auch der Preis – wenn auch vergleichsweise moderat: Für unseren neuen Dauertester, den Malibu I 441 LE, ruft der Hersteller einen Grundpreis von 88.150 Euro auf, der Carthago C- Compactline I 141 LE startet aktuell rund 8.000 Euro darüber.

Der kurze Radstand der Fiat-Ducato-Basis macht den Integrierten sehr handlich, insbesondere beim Einparken. überzeugt mit ausgeprägter Handlichkeit. Das Heck schwenkt aufgrund des großen Hecküberhangs allerdings merklich aus.

Auffälliges Merkmal des Malibu I 441 LE: der kurze Radstand der Fiat-Ducato-Basis. Zum Einsatz kommt die Variante mit nur 345 Zentimetern Achsabstand, das entspricht dem Radstand eines 5,41-Meter-Ducato-Kastenwagens. Prompt überraschte der Malibu beim ersten Einparken auf dem Parkplatz vor der Redaktion mit seiner ausgeprägten Handlichkeit. Bei 220 Zentimetern Hecküberhang ist dennoch Achtsamkeit geboten, denn der ausladende Hintern schwenkt merklich aus.

Gemütlich: Die Sitzgruppe im I 441 LE formiert sich aus L-Bank, drehbaren Vordersitzen und schmalem Seitensitz.

Eines kann man dem kompakten Integrierten dabei attestieren: die Komfortwerte stimmen. Ob Stehhöhe, Bett- Längen oder die Grundfläche der Dusche – die Einrichtung im I 441 LE ist sehr praxisgerecht nutzbar. An der Sitzgruppe und insbesondere beim Durchgang zwischen Tisch und Beifahrersitz macht sich die im Vergleich zum C-Compactline größere Fahrzeugbreite positiv bemerkbar. Zwei zusätzliche Schlafplätze hält das ebenfalls großzügig bemessene manuelle Hubbett über dem Fahrerhaus bereit.

Auch der Waage hat unser Dauertester schon einen Besuch abgestattet (siehe Ladetabelle im Heft). Eine Masse in fahrbereitem Zustand von rund drei Tonnen bedeutet für zwei Reisende eine ausreichende Zuladung, wenn das Fahrzeug noch als 3,5-Tonner bewegt werden soll. Zu viert wird es knapp – was freilich zu erwarten war und den Malibu mit vielen seiner Konkurrenten eint.

Rundum überzeugend gleich zu Beginn: das Fahren mit dem kleinen Integrierten. Der Malibu baut auf dem Fiat Ducato der neuesten Generation mit originalem Tiefrahmenchassis auf. Lenkung und Schaltgetriebe punkten mit Leichtgängigkeit und Präzision. Das Ar- beitsgeräusch des 140-PS-Turbodiesels ist deutlich besser gedämmt als bei der bisherigen Ducato-Generation. Zum guten Geräuschkomfort trägt auch der solide Möbelbau bei, der nur auf sehr schlechten Straßen zu klappern beginnt.

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Kurz-Info Malibu I 441 LE

Maße: (L x B x H): 667 x 227 x 294 cm
Basis: Fiat Ducato mit Werkstiefrahmenchassis
Masse fahrbereit: 2.925 kg
Zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg
Grundpreis: 88.150 €
Testwagenpreis: 100.630 €
www.malibu-carthago.com

Redaktion
Simon Ribnitzky
Simon Ribnitzky ist seit August 2019 Teil des Teams der Reisemobil International und wurde 2022 Chefredakteur.
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