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Gasinstallation im Wohnmobil

Gasinstallation mit Tücken

Die Verlegung von Gasschläuchen im Wohnmobil erfordert einige Sorgfalt. So erkennen Sie Fehler in Ihrem Gas-System.

Die Tücke steckt im Detail – oder eben, wie in unserem Aufmacherbild – in einer unsachgemäßen Verlegung der Gasschlauchleitungen. Den Fehler entdeckte ein aufmerksamer Leser, Herr Ecke aus Iserlohn, in unserer Sonderausgabe CamperCoach. Herzlichen Dank für den Hinweis.

Auf den ersten Blick scheint bei der Gasinstallation alles an seinem Platz, alle wichtigen Teile sind vorhanden. Tatsächlich hat der Monteur hier einen kolossalen Fehler fabriziert und die Schlauchleitungen deutlich zu lang gewählt. Hierdurch verläuft die Gasleitung vom Flaschenventil in einer Art Siphon. Auf unsere Nachfrage bei einem Gas-Spezialisten der Firma Truma kommt auch prompt die entsprechende Antwort: „Die Vorschrift besagt, dass die Hochdruckschläuche immer aufsteigend vom Flaschenventil in den Regler verlaufen müssen. Dies ist bei engen Gaskästen nicht immer einfach. Die beiden Flaschen müssten etwas gedreht werden, dann könnte eventuell die gewünschte Situation erreicht werden.“

Oder, so der Subtext: Der Monteur muss bei der Montage die Schläuche möglichst exakt zuschneiden und passend montieren. Auch Andreas Braun von GOK betont: Gemäß DVGWArbeitsblatt G 607 unter Punkt 4.4 müssen Gasschläuche zwischen Gasflasche und Regelanlage stetig steigend verbaut sein, wobei parallel auch immer darauf zu achten ist, dass die Leitungen spannungsfrei montiert sind. Die deutsche Interpretation einer europäischen Norm äußert sich im Übrigen ganz genauso. Die DIN EN 1949 ist die Norm für alle Installationen von Flüssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen.

Ergänzend fasst der Truma-Experte zusammen: Warum ist die korrekte Installation so wichtig? Zum einen könnte eine zu volle Flasche durch die Bewegung überschwappen. Zum anderen kann die Rückkondensation nicht direkt in die Flasche stattfinden, sondern erfolgt im Siphon, der durch die durchhängenden Schläuche entstandenen ist. Das bedeutet wiederum, das Gas wird an dieser Stelle flüssig und nicht gasförmig, wie wir es normalerweise erwarten. Bei der nächsten Gasanforderung durch ein Gerät gelangt unter Umständen der flüssige Anteil aus dem Siphon in den Gasdruckregler, was zum Ausfall des Reglers führen kann. Eine Stichflamme könnte nach unserem Ermessen erst durch einen Defekt des Reglers und einen zu hohen Gasdruck entstehen.

Klar ist: Wer einen Blick auf die korrekte Verlegung der Gasleitungen hat, wird einige lästige Probleme schon im Vorfeld vermeiden können. Ein weiterer Tipp zur Vermeidung hausgemachter Defekte: Verwenden Sie einen Gasfilter, um die Regler vor Verschmutzung zu schützen. Er filtert bis zu 99 Prozent der Aerosole (ölige Partikel), die sich, mehr oder weniger, stets in Flüssiggas befinden. Diesbezüglich sollten Kunden bei jedem Flaschenwechsel das Gasfilterpad kontrollieren und wechseln. Entgegen älterer Gasfiltermodelle gelingt das Wechseln der Pads kinderleicht und werkzeuglos, nicht viel aufwendiger als das Einlegen eines Kaffeepads in einer Senseo-Padmaschine. Die Nachrüstung ist in bestehende Gas-Systeme problemlos möglich.

Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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