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Knaus Van TI Plus (2019)

Neuer Grundriss 700 LF

Knaus zeigt auf der CMT in Stuttgart einen zweiten Grundriss des Van TI Plus. Reisemobil International war mit dem 700 LF im verschneiten Bayerischen Wald unterwegs.

Ganz so intensiv hätte die Fahrt vom Knaus-Werk in Jandelsbrunn in den Bayerischen Wald nicht werden sollen. Doch der Wetterumschwung hatte für schneeglatte Straßen und Minustemperaturen gesorgt. Trotzdem: Der Van TI Plus 700 LF jedenfalls stand abfahrtsbereit und war mit gepflegten Winterreifen vorbereitet. Das erste Modell des neuen, zweiten Grundrisses, neben dem 650 MEG (siehe Reisemobil International 9/2018).

Die ersten Meter auf der schneeglatten Straße am Knaus-Gelände vorbei Richtung Altreichenau geben Sicherheit. Der Frontantrieb greift erstaunlich gut, offenbar ist durch den langen Radstand (449 Zentimeter) die Vorderachse gut belastet. Nach einem kleinen Wald, kurz nach der ersten Abzweigung nach links die ersten Bedenken: Ein Transporter schlittert rückwärts die Straße runter. Kurzes Warten an der Kreuzung, bis er steht, mit der leichten und präzisen Schaltung den ersten Gang eingelegt – der Knaus Knaus Van TI Plus arbeitet sich mit wenig Schlupf an den Vorderrädern die Steigung hoch. Nicht schlecht – und weil auch der Komfort auf den teilweise festgefrorenen Schnee- und Eisrippen der Straße nichts zu wünschen übrig lässt, erscheint der auf dem MAN-TGE-Chassis (Baugleich mit dem VW Crafter) aufgebaute Knaus 700 LF auch ohne Allradantrieb wintertauglich.

Die erste kleine Pause am tief verschneiten Waldrand haben sich Crew und Mobil wohl verdient. Sind die beiden Vordersitze gedreht, öffnet sich ein weiter Blick durch das an sich mit 205 Zentimeter innen recht schmale Mobil. Der Grundriss mit dem französischen Bett im Heck und der längs eingebauten Toilette daneben wirkt Wunder – nichts verstellt die Blickachse.

Doch das ist bei Weitem nicht der einzige Vorteil des 700 LF. So hat es die Längssitzbank hinter dem Beifahrersitz in sich. Ist die Rückenlehne entfernt, lässt sich ein Teil des Sitzpolsters hochklappen, wo es dann selbsttätig bombenfest arretiert. Dann die Armlehne der Sitzbank als Kopfstütze in die Halterung gesteckt, schon ist ein Einzelsitz für einen weiteren Passagier bereit.

Das immerhin 140 Zentimeter breite Heckbett mag für zwei Personen ausreichen, aber ein zusätzliches Hubbett ist nicht vorgesehen. Dafür aber eine einfache Umbaumöglichkeit der L-Sitzbank samt Längsbank zu einem 199 mal 155/130 Zentimeter großen Bett. Die Tischplatte auf dem stabilen, zentralen Fuß kurz anheben und dann nach unten drücken, schon ist die Auflage für das Polster geschaffen.

Der Innenausbau glänzt mit klassischen Knaus-Tugenden. Die Möbel sind elegant und solide – kaum ein Knistern oder Knacken ist bei der Fahrt zu hören. Angenehm ist auch die breite Knaus-Aufbautür: Ein Waschkorb passt beim Beladen quer durch.

Der 7,47 Meter lange Van TI Plus 700 LF ist ab 68.990 Euro zu haben. Der 3,5-Tonner ist dann mit dem 103 kw (140 PS) starken 2-Liter-Turbodiesel und einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Serienmäßig bietet das Basisfahrzeug ein Start-Stopp-System, Fahrer- und Beifahrerairbag, ABS, ESP, einen Berganfahrassistenten, einen Notbremsassistenten und eine Multikollisionsbremse.

Mein Fazit:

Der neue Grundriss des Knaus Van TI Plus überzeugt mit gelungenen Features wie etwa dem Klappsitz oder dem zum Bettenbau absenkbaren Tisch. Auch mit dem langen Radstand ist der Knaus auf MAN bestens zu fahren.

Redaktion
Heiko Paul
Heiko Paul ist Chefredakteur von Reisemobil International und prägt schon seit über 20 Jahren das Magazin mit.
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